Twitter-Chef verschenkt ein Drittel seiner Aktien

CEO Jack Dorsey bringt die Papiere in einen Aktien-Pool für die Mitarbeiter ein, um "direkt in unsere Leute zu investieren". Sie entsprechen einem Twitter-Anteil von einem Prozent und sind rund 200 Millionen Dollar wert. Früher in diesem Monat kündigte Twitter eine Reorganisation und die Entlassung von 8 Prozent seiner Mitarbeiter an.

Twitter-Mitgründer und CEO Jack Dorsey gibt ein Drittel seiner Aktien an die Mitarbeiter des Unternehmens ab. Er gab das mit einem knappen Tweet bekannt und erklärte seine Beweggründe mit einem weiteren Tweet: „Was mich angeht, möchte ich lieber einen kleineren Teil von etwas Großem als einen größeren Teil von etwas Kleinem haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir Twitter groß machen können!“

Jack Dorsey (Bild: News.com)Jack Dorsey (Bild: News.com)Da der Twitter-Chef bislang über einen Anteil von 3 Prozent am Kurznachrichtendienst verfügte, entsprechen die verschenkten Aktien einem Prozent des Börsenwerts und damit rund 200 Millionen Dollar. Er bringt die Papiere in einen Aktien-Pool für die Mitarbeiter ein, um „direkt in unsere Leute zu investieren“.

Anfang Oktober wurde Jack Dorsey als dauerhafter CEO von Twitter bestätigt, nachdem er das Unternehmen seit 1. Juli als Interim-CEO geführt hatte. Seine Berufung soll nicht zuletzt erfolgt sein, weil er es als Mitgründer wagen könnte, harte und notwendige Entscheidungen zu treffen. Eine Entscheidung traf er schon wenig später mit einer Reorganisation, in deren Rahmen 8 Prozent der Mitarbeiter entlassen werden – laut einer Börsenpflichtmitteilung 336 von insgesamt 4100 Beschäftigten. Ziel sei es, sich auf die wichtigsten Produkte zu konzentrieren und die Effizienz zu steigern, teilte Twitter mit. Zumindest die Anleger freuten sich über die Ankündigung und sorgten für einen Kursanstieg.

Zuvor hatte Twitter die Zahl seiner Mitarbeiter in über 35 Niederlassungen mehr als verdoppelt. Kurz vor seinem Börsengang im 2. Quartal 2013 beschäftigte es noch rund 2000 Mitarbeiter. Der Zuwachs entstand nicht zuletzt durch zahlreiche Übernahmen von Start-up-Unternehmen. Nach seiner Rückkehr zu Twitter mahnte Dorsey eine stärkere Konzentration auf erfolgversprechende Bereiche an und erklärte, das Unternehmen brauche eine „klare Verantwortlichkeit“ hinsichtlich von Projekten.

In diesem Monat schaltete Twitter die als „Project Lightning“ entwickelte Funktion Moments für die ersten US-Anwender frei. Sie ist in den Apps für Android und iOS sowie im Web verfügbar. Moments ist eine Art von Tweets gespeistes Magazin, das selbst dann aktuelle Trends und Kommentare vermittelt, wenn man selbst keinem einzigen Twitter-Konto folgt.

Für Überraschung sorgte Mitte Oktober die Ernennung von Omid Kordestani zum neuen Executive Chairman von Twitter. In dieser Funktion wird Googles ehemaliger Chief Business Officer – er war einst der elfte Mitarbeiter bei Google – dem Verwaltungsrat des Kurznachrichtendienstes vorsitzen.

Sein Tempo entfaltete Jack Dorsey bei Twitter, obwohl er gleichzeitig CEO des Bezahldienstes Square blieb, der gerade einen Börsengang anstrebt. Bei Square verfügte er über 24,4 Prozent der Aktien, kündigte aber vor Kurzem an, einen großen Teil davon der Start Small Foundation zu spenden. Diese von Dorsey gegründete Stiftung will in „Künstler, Musiker und lokale Geschäfte investieren, mit einem besonderen Schwerpunkt auf benachteiligten Gemeinden rund um die Welt“.

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