Bezahldienstanbieter Square kündigt Börsengang an

Es will Stammaktien mit einem Gesamtwert von 275 Millionen Dollar ausgeben. Die genaue Anzahl sowie der Preis stehen aber noch nicht fest. Die Aktien sollen unter dem Tickersymbol "SQ" am New York Stock Exchange gehandelt werden.

Der Bezahldienstanbieter Square hat am Mittwoch den ersten Schritt für den Gang an die Börse unternommen. Er hat das dazu nötige Registrierungsformular S-1 bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht. Seine Aktien sollen unter dem Tickersymbol „SQ“ am New York Stock Exchange gehandelt werden.

Square Logo (Bild: Square)Wieviele Anteilsscheine es zum IPO ausgeben wird, hat Square bisher nicht mitgeteilt. Auch der Ausgabepreis steht noch nicht fest. Insgesamt sollen die Stammaktien aber einen maximalen Wert von 275 Millionen Dollar haben.

Die Transaktion wird federführend durch die Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan abgewickelt werden. Außerdem beteiligt sind Barclays, Deutsche Bank, Jefferies, RBC Capital Markets und Stifel sowie Loyal3 Securities als Co-Manager.

Analysten, Investoren und andere Branchenbeobachter hatten schon länger mit dem Schritt von Square an die Börse gerechnet. Das 2009 gegründete Unternehmen bot zunächst ausschließlich ein Kartenlesegerät für den Kopfhöreranschluss von Mobilgeräte an, mit dem sich Kartenzahlungen an einem Smartphone oder Tablet durchführen lassen. Inzwischen hat es sein Portfolio um Software aus demselben Geschäftsfeld erweitert. Laut seiner S-1-Eingabe macht es 95 Prozent seiner Umsätze mit Services für digitales Bezahlen und Verkaufsstellen (Point-of-sale, POS), einschließlich einer Kooperation mit der Kaffeehauskette Starbucks.

Für 2014 meldete Square eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr von 54 Prozent auf 850,2 Millionen Dollar. In der ersten Jahreshälfte 2015 wuchsen die Einnahmen gegenüber dem Vergleichszeitraum um 51 Prozent auf 560,6 Millionen Dollar. Zugleich verzeichnet das Unternehmen bisher aber – teils hohe – Verluste. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres lagen sie bei 77,6 Millionen Dollar und damit nur geringfügig unter den 79,4 Millionen Dollar des ersten Halbjahrs 2014. Im Gesamtjahr 2014 verbuchte Square einen Nettoverlust von 154,1 Millionen Dollar, nach einem Minus von 104,5 Millionen Dollar 2013.

Als wichtigen Teil seiner Wachstumsstrategie bezeichnet der Anbieter die zunehmende Bereitschaft von Verbrauchern und Händlern, auf digitale Zahlungsmethoden umzusteigen. Zudem biete der Übergang zu EMV-Chipkarten neue Chancen, stelle aber zugleich einen Risikofaktor da. Ein zu EMV-Chipkarten kompatibles Lesegerät hatte Square Anfang 2015 verfügbar gemacht. Eine weitere Ausführung, die sowohl EMV-Chips als auch NFC unterstützt, will es noch 2015 ausliefern.

Überblick über Squares Ökosystem (Bild: Square)

Abseits des bloßen Reagierens auf Markttrends und der Erweiterung des Produktportfolios dürfte Investoren aber vor allem interessieren, wie stabil Squares Führung ist. Gegründet wurde das Unternehmen von Jim McKelvey und Jack Dorsey, der auch Twitter mitbegründet hat. Vergangene Woche wurde Dorsey erneut zum dauerhaften Twitter-CEO ernannt, womit er nun gleich zwei CEO-Posten innehat.

Dass dies zu Problemen führen könnte, räumt Square selbst in seiner Börsenmitteilung ein: „Unser künftiger Erfolg hängt stark vom weiteren Engagement unserer Führungskräfte und anderer wichtiger Angestellten ab. Wenn wir die Dienste eines unserer Managementmitglieder verlieren, könnten wir keinen geeigneten oder qualifizierten Ersatz finden, wodurch eventuell zusätzliche Kosten für das Anwerben und Ausbilden eines Ersatzes entstehen, was unser Geschäft und Wachstum nachhaltig stören könnte. Jack Dorsey, unser Mitgründer, Präsident und Chief Executive Officer, ist gleichzeitig CEO von Twitter. Dies könnte sich manchmal nachteilig darauf auswirken, wieviel Zeit, Aufmerksamkeit und Anstrengung er für Square aufwenden kann.“

Dorsey selbst ging in einer Anmerkung zur S-1-Eingabe nicht auf Twitter ein, sondern hob vor allem Squares Rolle in der Finanzbranche hervor: „Wir messen uns an unseren Bemühungen, weit vorauszuschauen und uns auf den Aufbau eines Unternehmens zu konzentrieren, das über Dekaden Werte schafft und nicht nur in einigen wenigen Fiskalquartalen.“

[mit Material von Rachel King, ZDNet.com]

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Der umfassende Einsatz von Mobilgeräten für berufliche Zwecke hat bei Mitarbeitern zu einem grundlegenden Wandel der Bewertung des Datenschutzes für ihre privaten Daten auf Mobilgeräten geführt. Vor 10 Jahren stellten Arbeitgeber den Arbeitnehmern Computer und Software zur Verfügung. Die meisten Mitarbeiter gingen daher davon aus, dass die Daten und Aktivitäten auf diesen Computern vom Arbeitgeber überwacht werden.

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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