IBM gründet Beratungseinheit für kognitives Computing

Es hat in einer Studie ermittelt, dass die meisten Unternehmen unzufrieden mit ihren Analytics-Möglichkeiten sind. Der Nutzung etwa von IBM Watson steht vor allem ein Mangel an Expertise entgegen. Zunächst 2000 Berater sollen nun die potenziellen Kunden beraten, unterstützen und begleiten.

IBM hat eine Beratungseinheit namens Cognitive Business Solutions geschaffen, die zur Kommerzialisierung der Analytics-Lösung Watson beitragen soll. Sie umfasst dem Konzern zufolge mehr als 2000 Beratungsexperten, darunter Spezialisten für Maschinelles Lernen, Advanced Analytics, Data Science und Entwicklung. Den Unternehmenskunden stehen dort auch Fachleute für Change Management sowie für einzelne Branchen zur Seite, die die Einführung von kognitivem Computing über längere Zeit begleiten können.

Als Beispiel für die Möglichkeiten führt IBM einen großen Händler an, der mithilfe der kognitiven Lösung von IBM eine Anwendung entwickelt hat, die Kundendaten im Kontext anderer Informationen verarbeitet. So wird etwa das Kaufverhalten mit Wetterdaten, aber auch Trends in Sozialen Netzen korreliert. Damit kann der Retailer in Echtzeit Abweichungen bei der Nachfrage nach bestimmten Produkten vorhersehen und mit Preisanpassungen oder Nachbestellungen reagieren.

Watson-Abteilung (Bild: IBM)Weitere Beispiele von IBM sind einen Versicherer, für den Watson Fragen von potenziellen Kunden beantwortet und ihnen auch Produkte vorstellt. Ein anderes Projekt ist eine Forschungsinstitution, die durch DNA-Analysen die Vorsorge für Krebspatienten verbessern will. Auch bei der Analyse von Röntgenbildern kann Watson laut IBM einen Beitrag leisten – sowie im Investment-Banking Risiken genauer vorhersagen.

Bridget van Karlingen, Senior Vice President IBM Global Business Services, kommentiert: „Unternehmen wissen, dass sie bereits mehr Daten sammeln und auswerten als je zuvor, dass aber noch immer 80 Prozent dieser verfügbaren Daten – etwa in Form von Bildern, Sprache, Literatur, chemischen Formeln oder sozialen Phänomenen – außerhalb der Reichweite von traditionellen Computing-Systemen liegen.“ IBM wolle diese Lücke schließen.

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Die Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass bis 2018 die Hälfte aller Endverbraucher regelmäßig mit Services zu haben werden, die auf Cognitive Computing basieren. Parallel hat IBMs Institute for Business Value (IBV) eine Studie unter 5000 C-Level-Entscheidern durchgeführt und dabei nach eigenen Angaben herausgefunden, dass vor allem besonders erfolgreiche Unternehmen sich mit Cognitive Computing auseinandersetzen. Auch zeigte sich, dass viele Verantwortliche etwa in der Versicherungsbranche mit der Korrektheit ihrer Daten nicht zufrieden sind. 65 Prozent wollen ihre Business-Modelle verbessern und nahezu alle Vertreter dieser Branche dabei auf kognitive Technik setzen.

IBM-Logo (Bild: IBM)Im Einzelhandel sind es laut IBV rund 60 Prozent, die mit ihrer Datenauswertung nicht zufrieden sind. 95 Prozent der Einzelhändler wollen daher in den nächsten fünf Jahren in kognitive Lösungen investieren. Und im Medizinbereich planen über 90 Prozent der Verantwortlichen, künftigem Personalmangel mit IT-Lösungen vorbeugen. Bislang verhindert nur ein Mangel an Expertise in den Firmen eine größere Verbreitung kognitiver Lösungen. Hier sollen IBMs Berater ansetzen.

Im Lauf der nächsten Jahre will IBM weitere 25.000 Berater und Experten für Cognitive Computing ausbilden. Es nutzt auch Kooperationen mit Apple, Facebook, Twitter und The Weather Channel für eine Weiterentwicklung der Technik in der Praxis. Zudem gibt es schon Entwicklerwerkzeuge für die KI-Lösung, sodass auch Partner Anwendungen erstellen und verkaufen können. Für eine Fernsehwerbung zu Watson hat IBM zudem Bob Dylan gewonnen.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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