Auch Asus installiert Microsoft-Apps auf Android-Geräten vor

Unter den "Produktivitätsdiensten" wird Microsoft Office sein. Das vereinbarten beide zusammen mit einem Android-Patentvertrag. Einen ähnliche Vertragskombination schloss Microsoft zuvor mit Samsung. Auch Dell und Sony installieren Microsoft-Android-Apps vor.

Auf Android-Smartphones von Asus werden Käufer künftig vorinstallierte Microsoft-Programme wie Outlook oder OneDrive vorfinden. Das vereinbarten die beiden Firmen im Rahmen eines Patentabkommens. Auch Dell, Samsung und Sony spielen schon Microsoft-Apps im Werk auf Android-Geräte auf.

Asus ZenFone Selfie (Bild: Asus)Asus ZenFone Selfie (Bild: Asus)

Namen der Programme nennt die Pressemeldung von Microsoft nicht, sondern spricht nur von „Produktivitätsdiensten“. Ein Sprecher bestätigte ZDNet.com aber, dass sich die Suite Office darunter befindet.

Zugleich nimmt Asus – wie fast zwei Dutzend andere Marken und OEM-Hersteller auch – Microsoft-Patente in Lizenz, die angeblich in Android, Chrome OS und Linux genutzt werden. Laut FOSS Patents hatte Asus bisher keinen Patentvertrag mit Microsoft geschlossen. Ein Microsoft-Sprecher sagte ZDNet.com, es habe zwar ein Lizenzabkommen gegeben, das aber weder öffentlich gemacht wurde noch Android einschloss.

Asus zählte 2013 zu den Android-Endgeräte-Herstellern, die das Rockstar-Konsortium neben Google ebenfalls verklagte. Das Rockstar-Konsortium setzt sich aus Apple, Blackberry, Ericsson und Sony zusammen.

Eine ähnliche Kombination aus Patentlizenzvertrag und Verpflichtung zum Vertrieb von Microsoft-Programmen für Android hatte im Mai 2015 Samsung geschlossen. Die Vermutung liegt somit nahe, dass es sich um eine neue Strategie von Microsoft handelt, um mehr Android-Nutzer für seine Services zu gewinnen. Anders als jetzt bei Asus war im Februar 2015 ein Patentfrieden mit Samsung vorangegangen.

Inzwischen installieren mehr als 30 Anbieter von Android-Smartphones Microsoft-Apps vor. Auch konnte Microsoft diese Woche mit I-O Data schon einen weiteren Lizenznehmer für seine angeblich für Android und Chrome OS relevanten Patente gewinnen.

Ebenfalls diese Woche kündigten Google und Microsoft an, 20 weltweite Patentklagen gegeneinander einzustellen. Zu den Bedingungen dieses Abkommens äußerte sich keine der Firmen. Während es ausgeschlossen scheint, dass Google Microsoft-Apps in seine Android-Distribution aufnimmt, könnte es sich zumindest theoretisch verpflichtet haben, Apps für Windows Phone beziehungsweise dessen Nachfolger Windows 10 Mobile zu veröffentlichen. Native Apps für Google Maps und Youtube werden beispielsweise von vielen Windows-Phone-Besitzern vermisst und halten wohl auch einige andere von einem Wechsel in Microsofts Ökosystem ab.

Für Microsoft ist das Lizenzgeschäft mit Android-Geräteherstellern sehr lukrativ. Allein Samsung zahlte im Rahmen eines 2011 geschlossenen Lizenzabkommens 2013 rund eine Milliarde Dollar an Microsoft, um patentierte Techniken in seinen Android-Geräten nutzen zu dürfen.

[mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

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Themenseiten: Android, Asus, Google, Microsoft, Patente, Samsung, Software

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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