Bericht: Jack Dorsey wird wieder dauerhafter Twitter-CEO

Die Ankündigung könnte laut Recode schon heute erfolgen. Dorsey bleibt zugleich Square-CEO: Der Bezahldienst steht vor einem Börsengang. Dorseys Vision ist es, die Twitter-Nutzung so einfach wie den Blick aus dem Fenster zu machen und so ein Massenpublikum anzuziehen.

Twitter steht kurz davor, Interims-CEO Jack Dorsey wieder als Dauerlösung zu etablieren. Das berichtet Recode mit Verweis auf Quellen. Angeblich wird es ihm gestattet werden, zugleich CEO des Bezahldiensts Square zu bleiben.

Jack Dorsey (Bild: News.com)Jack Dorsey (Bild: News.com)

Damit wäre Dorsey einer von wenigen Managern in der IT-Branche, die zwei Firmen gleichzeitig geleitet haben. Der verstorbene Steve Jobs etwa stand an der Spitze von Apple und Pixar. Und aktuell ist Elon Musk noch CEO sowohl des Elektroauto-Herstellers Tesla Motors als auch des Raumfahrtunternehmens SpaceX.

Dorsey fungiert seit dem Rücktritt von Twitter-CEO Dick Costolo Anfang Juli als Interims-CEO. Costolo war vor allem wegen schwachen Nutzerwachstums in die Kritik geraten. Wie Nachfolger Dorsey später Analysten erklärte, fällt es Twitter schwer, eine Mainstream-Nutzerschaft anzuziehen. Dorseys Vision: „Twitter sollte so einfach wie der Blick aus dem Fenster sein. Twitter sollte seinen Nutzern zeigen, was in der Welt wichtig ist, vor allen anderen und direkt von der Quelle ausgehend.“

Twitters Nutzerbasis von 316 Millionen Aktiven weltweit beträgt nur etwa ein Fünftel von der Facebooks, nämlich 1,5 Milliarden. Dies erschwert ihm, große Marken als Werbekunden zu gewinnen. Traditionell gilt Twitter als bevorzugter Kommunikationskanal von Journalisten, Marketingspezialisten und der Unterhaltungsbranche.

Infografik: Weltweite Nutzerzahlen von Sozialen Netzwerken (Bild: Statista)Twitter wurde inzwischen von zahlreichen anderen Sozialen Netzwerken überholt (Bild: Statista)

twitter-logo (Bild: Twitter)Bisher versuchte Interims-CEO Dorsey, neuen Nutzern den Einstieg zu erleichtern und ihnen schnell für sie interessante Tweets zu präsentieren. Auch ergriff er zusätzliche Maßnahmen gegen missbräuchliche und bedrohliche Tweets. Diese Woche setzte er sich zudem einer politischen Kontroverse aus, als er Whistleblower Edward Snowden ausdrücklich auf Twitter begrüßte. Wenig später forderte der republikanische US-ÜPräsidentschaftskandidat George Pataki Twitter auf, Snowdens Konto zu löschen.

Analysten und Investoren drängen Twitter seit Wochen, Dorsey als Dauerlösung zu etablieren – trotz dessen Zusatzbelastung durch Square, das einen baldigen Börsengang anstrebt. Einer der ersten und einflussreichsten Twitter-Investoren, Chris Sacca, behauptete gar, die umständliche CEO-Suche sei unnötig, da es nur einen einzigen geeigneten Kandidaten gebe. Und Analyst Robert Peck von SunTrust nannte Dorsey die „logischste Wahl“. Erstaunlich sei, dass Twitter schon mehr als 100 Tage suche.

Das Warten der Analysten könnte allerdings bald vorbei sein: Recode zufolge dürfte Twitter schon heute seine Entscheidung publik machen.

[mit Material von Terry Collins und Rochelle Garner, News.com]

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