Apple teilt in neuen Datenschutz-Informationen Seitenhiebe aus

Beispielsweise formuliert Apple: "Es gibt Unternehmen, die deine Mails nach persönlichen Informationen durchsuchen, um dir personalisierte Werbung zu zeigen. Wir tun das nicht." Namen nennt es zwar nicht, bezieht sich aber offenkundig auf Firmen wie Facebook und Google.

Apple hat seine Datenschutz-Informationsseiten überarbeitet und dabei mit Seitenhieben auf Konkurrenten Google nicht gespart. Diese Seiten dienen allgemein dazu, Anwender über Apples Umgang mit Daten aufzuklären.

Apple hat seine Datenschutz-Infoseiten aktualisiert und dabei nicht mit Seitenhieben auf die Konkurrenz gespart (Screenshot: ZDNet.de).Apple Maps steht funktional weiter hinter Google Maps zurück, aber anders als der Konkurrent nutzt Apple dort anfallende Daten nicht für Werbung, wie es schreibt: „Manche Unternehmen versuchen, ein Profil von dir zu erstellen, anhand aller Orte, an denen du warst. Sie tun das für Werbezwecke. Da wir nicht von Werbung abhängig sind, haben wir kein Interesse daran.“

Vielmehr anonymisiere Apple die Userdaten bewusst, heißt es weiter: „Du musst dich bei ‚Karten‘ nicht anmelden, die App erkennt dich nur über eine zufällige ID, die bei der Nutzung der App regelmäßig zurückgesetzt wird.“ Ähnliches steht über die Suchfunktion Spotlight zu lesen: „Außerdem wird deine Privatsphäre durch die Verwendung einer anonymen ID geschützt, die sich alle 15 Minuten ändert.“

Im Absatz zu Spotlight findet sich auch ein weiterer Angriff auf die ungenannt bleibenden Konkurrenten: „Im Gegensatz zu anderen nutzen wir keine permanente persönliche Identifikation, die deine Suchen mit dir verknüpft und anhand deines Suchverlaufs ein Profil von dir erstellt. Außerdem schränken wir auch unsere Partner ein, damit sie von dir oder deinem Gerät kein Langzeitprofil mit identifizierbaren Suchaktivitäten erstellen können.“

iPhone 6S (links) und 6S Plus sind ab 25. September erhältlich (Bild: Apple).Bei iMessage nimmt Apple zudem offenkundig Bezug auf Versuche von (besonders amerikanischen) Behörden, an Daten von Internetkonzernen zu kommen: „Selbst auf Anordnung einer Behörde hin könnten wir dich nicht abhören.“ Und über iCloud heißt es: „Es gibt Unternehmen, die deine Mails nach persönlichen Informationen durchsuchen, um dir personalisierte Werbung zu zeigen. Wir tun das nicht.“ Kurz darauf heißt es: „Wir wissen, je persönlicher ein Gerät für dich wird, desto wichtiger ist es, die Daten darauf zu schützen.“

Diese Selbstdarstellung erinnert freilich an jüngste Aussagen von Apple-CEO Tim Cook gegenüber TechCrunch. Er sagte im Juni: „Ich spreche hier zu Ihnen aus dem Silicon Valley, wo einige der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen ihr Geschäft darauf aufgebaut haben, ihre Kunden hinsichtlich ihrer persönlichen Daten einzulullen. Sie sammeln alles über sie, was sie kriegen können, und versuchen, damit Geld zu verdienen. Wir glauben, dass das falsch ist. Und das ist nicht die Art Firma, die Apple sein will.“

Die Aktualisierung erfolgte offenbar im Gefolge der Veröffentlichung von iOS 9 sowie im Hinblick auf das anstehende Mac-OS-Update El Capitan. Der aggressive Ton legt allerdings nahe, dass Apple angesichts der Marktanteile von Android sowie des anhaltenden Wachstums von Facebook zumindest beunruhigt ist – auch wenn es selbst mit seiner Hochpreis-Strategie weiter enorme Profite macht und etwa die neuen iPhone-Modelle 6S sowie 6S Plus trotz Preisaufschlag gegenüber den Vorgängern am Erstverkaufswochenende einen neuen Rekord setzten.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

Umfrage

Welche Produkteigenschaften sollten Smartphones für den Einsatz in Unternehmen mitbringen? (Mehrfachantworten möglich)

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Tipp: Wie gut kennen Sie das iPhone? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Neueste Kommentare 

12 Kommentare zu Apple teilt in neuen Datenschutz-Informationen Seitenhiebe aus

Kommentar hinzufügen
  • Am 29. September 2015 um 18:34 von Mac-Harry

    Sehr gut, von Apple. Oder gibt es hier Leser, die es gerne haben, wenn Bot’s Deine persönlichen Emails durchsuchen?

    • Am 30. September 2015 um 9:31 von Chris v.D.

      Lippenbekenntnisse. Man auch einen formellen Blick darauf werfen, dann stellen sich nämlich Fragen über Fragen.
      – „Da wir nicht von Werbung abhängig sind, haben wir kein Interesse daran.“
      Das mag den Tatsachen entsprechen, es bedeutet aber nur, dass Apple selbst kein Interesse an den Daten hat, es bedeutet aber nicht, dass Apple nicht bereit ist die Daten denen zur Verfügung zu stellen, die dafür Bezahlen. (Sieht man an der Adblocker Geschichte, Apple will 30% für nichtabschaltbare Werbung innerhalb ihrer Systeme)

      „Im Gegensatz zu anderen nutzen wir keine permanente persönliche Identifikation, die deine Suchen mit dir verknüpft und anhand deines Suchverlaufs ein Profil von dir erstellt. Außerdem schränken wir auch unsere Partner ein, damit sie von dir oder deinem Gerät kein Langzeitprofil mit identifizierbaren Suchaktivitäten erstellen können.“
      Ein Musterbeispiel für Verschleierung. Keine „permanente“, also nur eine temporäre aus vielen temporären lässt sich auch ein durchgängiges Profil erstellen. „schränken wir ein“, das ist kein Verbot, also auch kein Grund anzunehmen, dass es das überhaupt nicht gibt. „Kein Langzeitprofil“ aber ein Kurzzeitprofil? Apple bestimmt also nur, wie zeitlich umfangreich das Profil sein darf. (Spekulativ würde ich sagen, um später für „mehr“ auch mehr zu verlangen)
      Es sind Lippenbekenntnisse. Man kann sich daraus das ziehen was man lesen möchte. Harry sieht nur die positiven Dinge, Ich such nach den negativ Auslegbaren. Somit ist es aus meiner Sicht halt auch nur bla bla.

      • Am 30. September 2015 um 10:47 von Hi, hi...

        …nicht, dass ich Dir in den meisten Punkten nicht zustimmen würde, aber wie sähe Deine Interpretation der Datenschutzbestimmungen von Google aus? Eine Abhandlung von drei Seiten oder wie?
        Klar, dass man auch mit einer gewissen Skepsis an Apples Aussage herangehen darf/sollte, aber das geringere Übel hinsichtlich Verwendung der Userdaten bleiben sie trotzdem.

        • Am 30. September 2015 um 11:18 von M@tze

          „Klar, dass man auch mit einer gewissen Skepsis an Apples Aussage herangehen darf/sollte, aber das geringere Übel hinsichtlich Verwendung der Userdaten bleiben sie trotzdem.“ Da hast Du völlig Recht und das ist Dir, mir und vielen anderen Anwendern sicher bewusst. Leider ist der Großteil so simpel gestrickt wie Harry (siehe Kommentar oben) und glaubt alles zu 100% was Apple an Aussagen trifft.

          • Am 30. September 2015 um 16:45 von PeerH

            Oder wie Chris v.D.? ;-)

        • Am 30. September 2015 um 17:24 von Chris v.D.

          Dem will und kann ich gar nicht widersprechen. ES ging nur weder hier noch generell um den Vergleich zu Android oder Windows. Dieses „Der da ist aber viel schlimmer als ich“ ist nicht meine Argumentationsweise. Mein Post ist die, so hoffe ich doch konstruktive, Antwort auf den doch eindeutig gemeinten Post von Harry.

        • Am 30. September 2015 um 17:31 von Chris v.D.

          Nachtrag: „weder hier noch generell“ bezieht sich auf meinen Post, nicht auf die Seitenhiebe von Apple

  • Am 30. September 2015 um 11:38 von hicks

    und trotzdem ist apple nicht konsequent, weil auch apple weiß, die zukunft sind nutzerdaten.
    früher hieß es noch von den apfel-jüngern, dass apple keine daten sammelt bzw kein geld damit verdient. heute ist apple das geringere übel. – ihr gewöhnt euch schon noch daran – :D

    • Am 30. September 2015 um 16:48 von PeerH

      Ach, Schatz: iAd kannst Du ausschalten, ein Klick, und dann kriegt niemand Deine Daten.

      An wievielen Stellen musst Du bei Android herumfummeln? Bei Win Phone? Bei Win10?

      Selbst wennDu das x-mal widerholst, es bleibt falsch.

  • Am 30. September 2015 um 16:26 von mark

    Hoho aggressiver Ton? Ich lese hier eher eine gesunde Portion Humor raus. Außerdem wer es richtiger macht, sollte auch darüber sprechen! Google=NSA

    • Am 30. September 2015 um 22:11 von megadoc

      die ganze USA-Technikbranche ist NSA (auch Apple Inc.)

  • Am 1. Oktober 2015 um 1:17 von Judas Ischias

    Ha ha ha. Der war gut mit der gesunden Portion Humor. ;)
    Wer wie @PeerH auf Dieter Nuhr steht, der hat es nicht so mit einem guten, gesunden Humor. ;)
    Und erst recht nicht, wenn Apple angegriffen wird, weil dies natürlich immer zu Unrecht geschieht. ;) Und @Mac-Harry hat nun mal auch so eine ganz spezielle Sicht über die Produkte und über das was die hohen Herren von Apple so verbreiten. ;)
    Mag sein, dass er dies in Wirklichkeit sogar glaubt/glauben möchte?
    Und jetzt mal @Mac-Harry, dann werdet ihr doch bei Apple mit Spam zugeschüttet, oder wie sortiert Apple auch Deine E-Mails aus, die Dir z.B. empfehlen das neueste Samsung Galaxy zu kaufen? ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *