Google stuft Mobilseiten mit übergroßer App-Werbung herab

Ab 1. November verlieren solche Sites ihre Einstufung als mobilgerätefreundlich, werden also in der Suche zurückgestuft. Stattdessen empfiehlt Google sein und Apples jeweils von Chrome beziehungsweise Safari unterstütztes Hinweisformat. Derzeit verwendet es selbst noch riesige App-Werbung, wie ein Ex-Mitarbeiter nachweist.

Google hat angekündigt, dass es in seinem Suchranking Strafen für Seiten einzuführen plant, die Besucher mit Mobilgeräten durch übergroße Anzeigen zur Installation ihrer App auffordern. Diese Hinweise lassen sich oft nur übergehen, wenn man ein winziges rotes X entdeckt und beim Antippen nicht versehentlich auf die Werbung selbst kommt, die zu Google Play und somit zur Installation führt.

Ab 1. November, so heißt es in Googles Blog für Webmaster, werde man ermitteln, ob App-Hinweise „eine signifikante Menge Inhalt überdecken“, wenn der mobile Nutzer von einer Suchseite kommt. Ist dies der Fall, will Google ihnen die Einstufung als mobilgerätefreundlich aberkennen. Das wiederum kann dazu führen, dass sie in den Suchergebnissen weiter unten auftauchen.

Google geht gegen seitengroße Hinweise auf Mobil-Apps vor (Bild: Google).Natürlich keine Strafe ist geplant, wenn Websites die von Google beziehungsweise Apple konzipierten Standard-Hinweise auf zugehörige Apps verwenden, deren Anzeige Safari (unter dem Namen Smart Banners) und Chrome (wo sie Native App Install Banners heißen) unterstützen. Diese belegen aber auch nur etwa ein Fünftel oder Sechstel des Bildschirms und lassen sich vergleichsweise unproblematisch beseitigen.

Mike Dudas, einer der Gründer von Button und früher bei Google beschäftigt, weist allerdings auf Twitter darauf hin, dass Google selbst große App-Hinweise einsetzt. Sein beigefügter Screenshot liefert vier Beispiele – von etwa einem Viertel des Bildschirms über halbseitige Formate bis zur kompletten Fläche.

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Mobiltaugliche Websites bevorzugt Google in seinen Algorithmen seit April 2015. Die Ankündigung kam im Februar; Google schrieb: „Da immer mehr Menschen Mobilgeräte für den Zugriff auf das Internet verwenden, müssen sich unsere Algorithmen diesen Nutzungsgewohnheiten anpassen. Dieser Wechsel wird die Mobilsuche in allen Sprachen weltweit betreffen und bedeutende Auswirkungen auf unsere Suchergebnisse haben.“

Letztlich geht es Google nach eigenen Angaben darum, seinen Nutzern das Auffinden von relevanten, qualitativen Ergebnissen zu erleichtern, die für ihre Mobilgeräte optimiert wurden. Dazu berücksichtigt es beispielsweise die Schriftgrößen, die zur Betrachtung auf Smartphone oder Tablet nicht zu klein ausfallen dürfen, oder Navigationselemente, die möglichst für die Touchbedienung optimiert sind. Negativ auf das Ranking in der Google-Suche wirken sich Inhalte aus, die auf Mobilgeräten normalerweise nicht darstellbar sind, darunter etwa Adobe Flash.

Website-Entwicklern stellt Google einen Leitfaden für das Erstellen mobilfreundlicher Sites zur Verfügung. Webmaster haben zudem Zugriff auf mehrere Tools und Tests, mit deren Hilfe sie überprüfen können, ob ihre Seiten ausreichend für Mobilgeräte optimiert sind.

Google ist zu einem der einflussreichsten Unternehmen weltweit aufgestiegen, indem es die beliebteste Websuche für Desktops schuf. Auf Smartphones und Tablets ist es aber nicht gleichermaßen dominant, da dort viele Anwender Apps nutzen, um Suchvorgänge durchzuführen, also direkt bei Amazon oder Wikipedia suchen. Im Jahr 2014 ist Googles Anteil am Umsatz mit Mobilsuche auf 64 Prozent zurückgegangen. Zwei Jahre zuvor waren es noch mehr als 82 Prozent, wie eMarketer meldet.

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