ICANN bleibt bis Ende 2016 unter Kontrolle der USA

Die ICANN benötigt für die Neuordnung der Internetverwaltung mehr Zeit. Die US-Regierung verlängert deswegen den IANA-Vertrag um mindestens ein Jahr bis September 2016. Sie vereinbart zudem Optionen für eine weitere Verlängerung um bis zu drei Jahre.

Die USA behalten noch mindestens bis Ende September 2016 die Aufsicht über die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN). Das hat das US-Wirtschaftsministerium mitgeteilt. Demnach benötigt die ICANN mehr Zeit für die Neuordnung der Kontrolle über das Internet. Auch eine Verlängerung der Aufsicht über September 2016 hinaus ist nicht ausgeschlossen, wie Computerworld berichtet.

ICANN-Logo (Bild: ICANN)Ursprünglich sollte der Vertrag zwischen der US National Telecommunications and Information Administration (NTIA) und der ICANN zur Verwaltung von Top-Level-Domains und IP-Adressen sowie der Koordination des Root-DNS-Systems im September 2015 enden. Anfang August legte die ICANN dann ihre Pläne vor, die unter anderem die Schaffung eines unabhängigen Kontrollgremiums und einer neuen Organisation für die technischen Aspekte des Adress- und Domain-Namen-Systems vorsieht. Zu dem Zeitpunkt sollte die Neuordnung noch bis Ende Juli 2016 abgeschlossen sein.

Laut Lawrence E. Strickling, NTIA Administrator und Assistant Secretary of Commerce für Kommunikation und Information, hat das Wirtschaftsministerium den US-Kongress am Freitag über die Verlängerung des IANA-Vertrags mit der ICANN um ein Jahr informiert. „Nach 2016 haben wir Optionen für die Verlängerung des Vertrags um weitere drei Jahre, falls notwendig“, schreibt er in einem Blogeintrag.

„Die einjährige Verlängerung gibt der Community die Zeit, die sie braucht, um ihre Arbeit abzuschließen. Die Gruppen sind schon sehr weit mit ihren Plänen für den IANA-Übergang und wir nehmen derzeit Kommentare für ihre Vorschläge an“, heißt es weiter in dem Blogeintrag.

Die von der ICANN Anfang des Monats veröffentlichten Vorschläge können noch bis zum 8. September kommentiert werden. Danach wird US-Präsident Barack Obama den Entwurf dem US-Kongress vorlegen, dessen Zustimmung aber nicht als gesichert gilt. Grundlage ist laut Computerworld ein im Juni verabschiedetes Gesetz. Demnach muss der Assistant Secretary of Commerce für Kommunikation und Information dem Kongress bestätigen, dass das Internet auch künftig offen bleibt und nicht von Regierungen kontrolliert wird und die Sicherheit und Stabilität des Domain Name System gewährleistet ist.

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