Studie: Drogenumsatz im Dark Web übersteigt jährlich 100 Millionen Dollar

Die Carnegie Mellon University zeichnete Transaktionen auf 35 Marktplätzen von 2013 bis Anfang 2015 auf. Ihre Erkenntnisse: Schließungen einzelner Marktplätze wie Silk Road oder Evolution bringen kaum etwas. 70 Prozent der Händler machen unter 1000 Dollar Jahresumsatz,

Die Schließung von Silk Road hat dem Drogenhandel im Dark Web nicht geschadet: Einer von Wired vorgestellten Studie der Carnegie Mellon University zufolge werden auf dem „relativ stabilen“ Markt täglich zwischen 300.000 und 500.000 Dollar täglich für Drogen ausgegeben, was sich im Jahr auf 100 bis 180 Millionen Dollar summiert.

Die Forscher um Nicolas Christin überwachten 35 Dark-Web-Marktplätze von 2013 bis Anfang 2015 durch Bots. Die Umsätze errechneten sie, indem sie die obligatorischen Käuferfeedbacks als Bescheinigung für eine erfolgreiche Transaktion nahmen und mit dem Preis des angebotenen Produkts multiplizierten. Als „Dark Web“, auch „Deep Web“ oder „verstecktes Web“ wird der nicht über Suchmaschinen auffindbare Teil des Internets bezeichnet.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Damit ist der Drogenhandel im Dark Web heute deutlich umfassender als noch 2012. Er weist den Forschern zufolge auch keine großen Schwankungen auf, wenn einzelne Plattformen geschlossen werden. Die Schließung von Evolution im März spiegelt sich noch kaum in den Zahlen wider, Christin erwartet aber, dass das dortige Handelsvolumen auf Agora übergeht. „Das endgültige Urteil steht noch aus. Wir haben keine ausreichenden Daten, um die Schließung als Zeitverschwendung einzustufen. Aber das Geschäft hat sich schnell wieder erholt, schneller als nach dem Aus von Silk Road.“

Im Fall von Silk Road waren Bitcoins im Wert von rund 2 Millionen Dollar verschwunden. Das FBI beschlagnahmte bei seiner Razzia später Bitcoins im Wert von etwa 17 Millionen Dollar. Den Evolution-Betreibern gelang es hingegen, sich mit 12 Millionen Dollar in Bitcoins aus dem Staub zu machen. Auch dass diese Summen dem Markt entzogen wurden, scheint den Handel nicht dauerhaft beschädigt zu haben.

Die Studie (PDF) ist die bisher wohl umfangreichste und genaueste zum Drogenhandel im Dark Web. Frühere Marktforschungen machten unter anderem den Fehler, einfach alle Angebote aufzusummieren, Händler bieten aber auch im Dark Web ihre Waren oft parallel auf mehreren Sites an. Diesen Mittwoch sollen die Befunde auf der Konferenz Usenix vorgestellt und diskutiert werden.

Zu ihren Erkenntnissen zählt auch, dass die meisten Händler kleine Fische sind: 70 Prozent setzen unter 1000 Dollar im Jahr um, und nur 2 Prozent über 100.000 Dollar. Außerdem etabliert sich Verschlüsselung in der Branche immer mehr. Während auf Silk Road noch weniger als zwei Drittel einen Public Key für die Kontaktaufnahme bereitstellten, waren es Anfang 2015 über Agora und Evolution hinweg etwa 90 Prozent.

Die beliebtesten Drogen im Dark Web sind Marihuana und MDMA einschließlich Ecstasy, die jeweils 25 Prozent der Umsätze ausmachen. Stimulanzien wie Kokain, das früher ebenfalls ein Viertel des Markts ausmachte, haben zuletzt deutlich verloren, während verschreibungspflichtige Medikamente wie Viagra und Oxycontin zunehmend im Dark Web gekauft werden. Opioide wie Heroin kamen auf unter 10 Prozent Marktanteil.

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