Android One visiert Preispunkt von 50 Dollar an

Langfristig will es in Indien auch wieder doppelt so teure Geräte anbieten. Zielgruppe sind Erstkäufer von Smartphones. Google erwartet eine Milliarde indischer Internetnutzer im Jahr 2017. Anders als Facebook und Twitter erzielt es im Land erst geringe Werbeumsätze.

Google steht vor einem Neustart seines Billig-Smartphone-Projekts Android One in Indien. Das berichtet die Financial Times. Der Zielpreispunkt wurde demnach für die zweite Auflage halbiert – auf 50 Dollar oder weniger für ein Smartphone ohne Vertrag.

Karbonn Sparkle V (Bild: Google)Kostet nur noch 66 Euro: Karbonn Sparkle V (Bild: Google)

Die Wirtschaftszeitung beruft sich auf Rajan Anandan von Google Indien. Der Manager räumte ein, das Konzept eines hochwertigen Smartphones zum Niedrigstpreis sei nach dem Start im September 2014 auf einige Probleme gestoßen, „in den nächsten Wochen“ werde aber die zweite Welle starten. „Das ist wie bei jeder Firma, die eine neue Initiative startet – es gab ein paar Schwierigkeiten.“ Die Erwartungen seien nicht eingehalten worden.

Der ideale Preispunkt für solche Geräte liege derzeit zwischen 2000 und 3000 Rupien, erklärte Anandan auch. Das sind 31 bis 47 Dollar – oder auch 28 bis 43 Euro. Zu diesem Betrag sollen vor allem Anwender angesprochen werden, die ihr erstes Smartphone kaufen. In den nächsten Jahren strebe Google zusätzlich an, Preispunkte von 5000 bis 6000 Rupien (72 bis 86 Euro) und von 3000 bis 4000 Rupien (43 bis 57 Euro) abzudecken.

Der indische Mobilfunkmarkt zählt zu den wachstumstärksten weltweit. 2017 dürfte er die Schwelle von 500 Millionen Nutzern überschreiten. Für Facebook ist das Land bereits der zweitgrößte, für Twitter der drittgrößte Markt weltweit. Dagegen erreicht Google die indische Internetbevölkerung bisher vergleichsweise wenig, zumal das bandbreitenintensive Videoportal Youtube in Indien aufgrund schlechter Verbindungen kaum zu nutzen ist.

Anandan zufolge will Google dies durch ein „äußerst umfangreiches“ Investitionsprogramm korrigieren, das „mehrere zehn Millionen Firmen“ ins Internet bringen soll. Google will auch Anwender ansprechen, deren erste Sprache nicht Englisch ist. Diverse Applikationen, darunter Youtube und Maps, werden zudem abgespeckt, um über schlechte Verbindungen leichter nutzbar zu sein. Google setzt vor allem auf die langfristige Entwicklung: „Der Umsatz ist jetzt schon interessant, aber in zehn Jahren wird eine Milliarde Inder online sein.“

Im Juni hatte die indische Economic Times berichtet, Googles Android One laufe im Land aus. Ihr zufolge wurden zwischen September 2014 und Mai 2015 nur rund 800.000 Geräte verkauft – wenig im Vergleich etwa zu Flash-Sales von Xiaomi, das auch einmal 2 Millionen Geräte in zwölf Stunden abverkauft. Insgesamt kauften indische Verbraucher allein im Weihnachtsquartal 2014 rund 22 Millionen Smartphones.

Alle Android-One-Geräte der ersten Generation basierten auf Googles im Juni 2014 auf seiner Hausmesse I/O vorgestelltem Referenzdesign, ähneln sich also stark. Sie verfügen sämtlich über ein 4,5 Zoll großes Display, das 854 mal 480 Bildpunkte auflöst. Als Prozessor dient das Quad-Core-SoC MT6582 von MediaTek mit einer Taktrate von 1,3 GHz. Ihm stehen 1 GByte RAM und 4 GByte interner Speicher zur Seite. Letzterer lässt sich mittels MicroSD-Karte um bis zu 32 GByte erweitern. Als Betriebssystem nutzen sie ein Stock-Android mit Update-Garantie für zwei Jahre. Zwar können die indischen Herstellungspartner auch eigene Apps vorinstallieren, diese lassen sich durch den Nutzer aber wieder löschen.

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Themenseiten: Android, Google, Indien, Marketing, Smartphone, Soziale Netze

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