China verschärft Ausfuhrbestimmungen für Technologie

Hersteller benötigen nun Exportlizenzen für Supercomputer mit einer Leistung von mehr als 8 Teraflops. Die neuen Regeln gelten auch für besonders leistungsfähige Drohnen. Ihre Ausfuhr könnte nach Ansicht der Regierung in Peking die nationale Sicherheit gefährden.

China hat die Ausfuhr einiger Drohnen sowie besonders leistungsfähiger Computer eingeschränkt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, benötigen Hersteller ab dem 15. August eine Ausfuhrlizenz. Damit will die Regierung sicherstellen, dass Exporte nicht die „nationale Sicherheit gefährden“.

Flagge der Volksrepublik China (Bild: protocol.gov.hk)Aus einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums sowie der Zollbehörde geht demnach hervor, dass die neuen Regeln für Supercomputer mit einer Leistung von mehr als 8 Teraflops gelten. Eine Genehmigung wird aber auch für die Lieferung von Drohnen ins Ausland benötigt, wenn diese mehr als eine Stunde in einer Höhe von mehr als 15.420 Meter fliegen kann.

Im Juli berichtete China Daily, die Volksrepublik habe in den ersten fünf Monaten des Jahres 160.000 zivile Drohnen exportiert, 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ihr Wert belief sich auf mehr als 120 Millionen Dollar. Der führende chinesische Anbieter DJI erklärte zudem gegenüber chinesischen Medien, seine Produkte fielen nicht unter die neuen Bestimmungen. Das legt die Vermutung nahe, dass die Regierung in erster Linie die Ausfuhr militärischer Technologien regulieren will.

Im Bereich Supercomputing will China möglicherweise aber auch seine derzeitige Führungsposition verteidigen. Seit Juni 2013 steht der Tianhe-2 an der Spitze der Top500-Liste der leistungsfähigsten Supercomputer – derzeit mit einer Spitzenleistung von 33,86 Petaflops (Billiarden Fließkomma-Rechenoperationen pro Sekunde).

In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Barack Obama die Entwicklung von Exascale-Supercomputern angeordnet. Ihre Hardware und Software soll „etwa die hundertfache Leistung heutiger 10-Petaflops-Systeme“ erreichen. Ein Exascale-Rechner soll wiederum vier Behörden zur Verfügung stehen: der Bundespolizei FBI, den National Institutes of Health, dem für die Terrorabwehr zuständigen Heimatschutzministerium und der National Oceanic and Atmospheric Administration, die sich mit der Klimaforschung befasst.

Die National Strategic Computing Initiative ist auf 15 Jahre angelegt. Sie bedeutet besonders eine Konsolidierung und weiteres Geld für die Forschung: Cray und Intel entwickeln etwa ohnehin schon im Auftrag der US-Regierung ein System mit angestrebten 180 Petaflops, das 200 Millionen Dollar kosten und 2018 fertig werden soll. Und IBM, Nvidia und Mellanox haben 2014 mit der Arbeit an zwei neuen Supercomputern begonnen. Sie sollen 2017 in Betrieb gehen und dann die schnellsten Supercomputer der Welt sein. Auftraggeber ist das US-Energieministerium. Das Budget für die beiden Sierra und Summit genannten Systeme beläuft sich auf 325 Millionen Dollar.

Das Wachstum der 500 schnellsten Rechensysteme hat sich seit 2008 verlangsamt. Von November 2014 bis Juni 2015 ist die Gesamtleistung aller 500 Systeme von 309 auf 363 Petaflops gestiegen. Das sei „eine merkliche Verlangsamung des Wachstums“, schreiben die Herausgeber der seit 1993 geführten Liste. Seit Juni 2013 fehlten vor allem neue sehr große Systeme, um die reduzierte Wachstumsrate am Ende der Liste zu kompensieren. Ob die Exportbeschränkungen der chinesischen Regierung und/oder die Exascale-Initiative der USA diese Entwicklung umkehren können, bleibt abzuwarten.

[mit Material von Asha Barbaschow, ZDNet.com]

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