Jolla spaltet Hardwaregeschäft ab

Der 2011 von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründete finnische Handyhersteller Jolla will sich künftig auf das Geschäft mit Software konzentrieren. Dazu lagert er sein Hardwaregeschäft in ein eigenständiges, derzeit noch namenloses Unternehmen aus. Jolla selbst wird künftig sein offenes Mobilbetriebssystem Sailfish OS weiterentwickeln und an andere Hersteller lizenzieren.

Jolla Tablet (Bild: Jolla)Die Gerätesparte werde weiterhin Produkte für Verbraucher und Firmen weltweit anbieten, die besonderen Wert auf ihre Privatsphäre legten, heißt es in einer Pressemitteilung (PDF) des Unternehmens. Dazu gehört neben dem 249 Euro teuren Jolla Smartphone auch ein Tablet, das allerdings noch nicht verfügbar ist.

Sein Tablet hatte Jolla Anfang des Jahres mit einer Crowdfunding-Kampagne über 2,5 Millionen Dollar finanziert. Ursprünglich sollte es im Mai ausgeliefert werden. Nach Angaben des Unternehmens gibt es Probleme bei der Beschaffung einiger Bauteile.

Jollas Sailfish OS ist eine Weiterentwicklung des quelloffenen, auf Linux basierenden Betriebssystems MeeGo, das wiederum aus der Zusammenlegung von Nokias Betriebssystem Maemo und Intels Moblin-Projekt hervorgegangen ist. Jolla hat dafür den Kern von MeeGo mit einer neuen Oberfläche versehen. Ein Vorteil des OS ist, dass es auch Android-Anwendungen ausführen kann.

Jolla-CEO Tomi Pienimäki verlässt im Zuge der Aufspaltung das Unternehmen. Sein Nachfolger ist Antti Saarnio, derzeit Chairman des Board of Directors. „Jedes junge Unternehmen muss irgendwann seine Ausrichtung finden, und für Jolla ist jetzt dieser Zeitpunkt gekommen“, kommentiert Saarnio. „Wir haben bereits bewiesen, dass es eine Nachfrage nach ungewöhnlichen Jolla-Geräten gibt. Wir haben jetzt entschieden, die Jolla-Gerätesparte unter einer neuen Firma fortzuführen, mit einem Fokus auf Geräte mit erweiterter Sicherheit.“

Details zu seinem Lizenzgeschäft will Jolla in der kommenden Woche auf dem Mobile World Congress in Shanghai bekannt geben. „Das ist ein Schlüssel-Event für uns und der richtige Platz, um zu zeigen, was wir in den vergangenen Monaten erreicht haben, vor allem in Indien und Russland“, ergänzte Saarnio.

[mit Material von Kevin Tofel, ZDNet.com]

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