Samsung wegen nicht löschbarer Apps verklagt

Eine chinesische Verbraucherschutzorganisation hat Klagen gegen Samsung und Oppo eingereicht. Die Shanghai Consumer Rights Protection Commission wirft den Herstellern vor, ihre Smartphones mit vorinstallierten und nicht löschbaren Apps auszuliefern. Die Verbraucherschützer wollen durch eine gerichtliche Entscheidung erreichen, dass die Anbieter schon auf der Packung über vorinstallierte Anwendungen informieren müssen. Außerdem sollen sie Anleitungen dazu geben, wie sie zu entfernen sind.

Galaxy S6 und S6 Edge (Bild: CNET.de).Die Organisation berichtete von 20 untersuchten Geräten, die zahlreiche unerwünschte vorinstallierte Anwendungen aufwiesen. Diese hätten zudem teilweise ein vom Kunden bezahltes Volumen an Mobilfunkdaten in Anspruch genommen, wenn sie sich automatisch aktualisierten. Das Samsung SM-N9008S fiel demnach mit 44 vorinstallierten Anwendungen auf, das Oppo X9007 mit 71 Apps. Weder das koreanische noch das chinesische Unternehmen hätte die Kunden über diese lästige „Bloatware“ informiert, was eine Verletzung von Verbraucherrechten darstelle.

„Dieses juristische Verfahren ist unser letzter Versuch, die Verbraucherrechte zu schützen, nachdem alle anderen Vorgehensweisen vergeblich waren“, sagte Tao Ailian, Generalsekretär der Organisation. „Wir hoffen, dass es andere Firmen in diesem Bereich dazu zwingt, die unzumutbare, aber gängige Praxis der vorinstallierten Apps ohne Information der Nutzer aufzugeben. Das ist etwas, das dringend notwendig ist für eine gesunde Entwicklung der gesamten Branche.“

Mit den Klagen gegen Samsung und Oppo hat das zuständige Gericht in Shanghai erstmals solche Klagen angenommen. Die beiden Hersteller haben jetzt 15 Tage Zeit, darauf zu reagieren und ihre Sicht der Dinge darzulegen. Danach wird das Gericht voraussichtlich die Verhandlungstermine anberaumen, berichtet Shanghai Daily.

In Südkorea schreiben schon seit Anfang letzten Jahres Richtlinien des zuständigen Ministeriums den Mobilfunkanbietern vor, den Smartphone-Nutzern die Löschung unerwünschter vorinstallierter Apps zu ermöglichen. Ausgenommen sind nur einige unverzichtbare Anwendungen, die die WLAN-Verbindung, Geräteeinstellungen, die Nahfunktechnik NFC und einen App Store betreffen. Die Regulierer geben außerdem vor, dass den Nutzern detaillierte Informationen darüber zustehen, wie viel Speicherplatz die vorinstallierten Apps beanspruchen – und ihnen ist der exakte verbleibende Platz zu nennen. Sie bezeichneten ihre Maßnahme als weltweit erste Regelung dieser Art.

[mit Material von Matthew Broersma, TechWeekEurope.co.uk]

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21 Kommentare zu Samsung wegen nicht löschbarer Apps verklagt

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  • Am 6. Juli 2015 um 18:51 von Hi, hi...

    …bei iOS gibt’s auch unlöschbare Apps … ;-)

    • Am 6. Juli 2015 um 20:36 von PeerH

      Ja, schon, aber das sind Apple Apps. Twitter, Facebook etc. sind nicht standardmäßig installiert, die Installation muss bewusst angestoßen werden.

      Es geht in der Klage darum, dass Samsung Bloatware (3rd Party Apps) installiert, und diese in Android fest verankert und sich nicht entfernen lassen – und eben darüber informiert Samsung die Käufer nicht.

      Ein doch recht großer Unterschied.

      • Am 8. Juli 2015 um 4:33 von Judas Ischias

        @PeerH,
        ist doch komisch, bzw. eigentlich schon zwanghaft, wie Du bei allem was negativ über Apple geschrieben wird, versuchst, dies noch in ein positives Licht zu rücken und gleichzeitig über Samsung herausziehen.
        Warum will bei Dir einfach nicht in den Schädel, dass es auch bei Apple Apps von Apple gibt, die die Nutzer nicht auf ihrem Gerät haben wollen?
        Ich weiß von einem Arbeitskollegen und meinem guten Freund, dem Appel-Fetischisten, dass das Symbol für die Apple Watch überhaupt nicht gerne gesehen ist.
        Und da ist es doch völlig Wurscht ob darüber informiert wird und von wem, wenn das Zeug auf dem Gerät ist und man den Müll nicht runter bekommt.

    • Am 6. Juli 2015 um 20:45 von PeerH - PS

      Der wichtige Abschnitt: „Das Samsung SM-N9008S fiel demnach mit 44 vorinstallierten Anwendungen auf, das Oppo X9007 mit 71 Apps. Weder das koreanische noch das chinesische Unternehmen hätte die Kunden über diese lästige „Bloatware“ informiert, was eine Verletzung von Verbraucherrechten darstelle.“

      Bei Apple iOS sind m.E. ganze vier Apps von Drittanbietern ‚verankert‘ – Twitter, Facebook, Flickr und Vimeo – alle vier müssen explizit in den Einstellungen installiert werden.

      Die übrigen Apps entstammen alle von Apple selbst.

      • Am 7. Juli 2015 um 8:39 von punisher

        Es geht eben nicht nur um 3rd party apps. Das hast DU dir mal wieder wo her gezaubert? Es geht um alle apps, die nicht Android Standard sind, sprich Touchwiz, Knox, alle anderen apps, welche Samsung spezifische Funktionen erfüllen und dann die paar apps von Drittanbietern! Das sind bei Samsung zumindest nicht sehr viele.

        Hast du Eibe Quelle für deine Behauptung, dass es nur um Drittanbietersoftware geht?

        • Am 7. Juli 2015 um 12:04 von PeerH

          Steht doch da: „Weder das koreanische noch das chinesische Unternehmen hätte die Kunden über diese lästige „Bloatware“ informiert, was eine Verletzung von Verbraucherrechten darstelle.“

          Bloatware ist 3rd Party Software, die gegen Bezahlung installiert wird – ohne Informatin des Anwenders und ohne Option diese zu löschen.

          https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bloatware

          • Am 7. Juli 2015 um 14:54 von Hi, hi...

            …im Beitrag Deines Links steht nichts davon, dass es Drittanbieterapps sein MÜSSEN!

  • Am 6. Juli 2015 um 18:53 von Zamorra72

    Warum zum Teufel hat das bis jetzt keiner gemacht, angefangen bei den Google-Apps.?

    • Am 6. Juli 2015 um 19:15 von Lumanil

      Weil die Google Apps nicht unlöschbar sind ?? Mal abgesehen von den für Android system relevanten für Einstellungen, Wlan etc.

      • Am 6. Juli 2015 um 20:41 von PeerH

        Das ist nicht ganz richtig. Die Google Apps sind auf Geräten, die Android (TM) heißen nicht ohne rooten löschbar. Man kann sie nur deaktivieren, aber eben nicht löschen.

        Um das zu tun, muss man sie rooten, und dann kann man die Google Apps auch löschen. Und nicht jeder Hersteller verrät wie das rooten geht. Sony ist da z.B. recht liberal, andere sind da weniger spendabel.

        Im Prinzip kann man auch Android ohne Google Apps haben, sogar ganz als Open Source, dann ist es aber kein ‚Android (TM)‘ mehr. Nur kann man das kaum so kaufen – die meisten Geräte im Laden haben die Google Apps installiert – deaktivier- aber nicht löschbar.

        Ändert aber nichts daran, dass in der Klage gegen Samsung vorinstallierte Apps von Drittunternehmen gemeint sind – die für die Funktion von Android keine Bedeutung haben, Platz wegnehmen, und nicht löschbar sind.

      • Am 6. Juli 2015 um 21:12 von Judas Ischias

        @Lumanil,
        entweder Du verwechselst das mit deaktivieren, oder Du bist nicht richtig informiert.
        Ich würde gerne z.B. Gmail, Drive, Chrome, Google+, Hangouts und viele andere dieser tollen Beigaben von meinen Geräten schmeißen.
        Leider kann man diese allenfalls nur deaktivieren, aber nicht deinstallieren. Rooten zählt nicht!
        Oder die Apps, welche vermutlich vom Hersteller kommen. Gerät ist ein Wiko Rainbow 4G.
        Wo sich der Launcher immer wieder einschaltet. Oder die E-Mail.
        Oder die App 3D-Livewetter. Sie schaltet sich, aus welchen Gründen auch immer, gerne trotz Deaktivieren und Beenden erzwingen, wieder ein. Wie so einige der anderen Apps, die ich aus verschiedenen Gründen nicht nutzen möchte.
        Ich weiß jetzt nicht, wie oft ich die alle schon kurzfristig mal stillgelegt habe, aber irgendwann laufen die Dinger wieder. Zusätzlich werden Daten gesendet und frecherweise von meiner Flat abgezogen, welche dadurch natürlich auch eher gedrosselt wird.
        Ich vermute mal, dass Samsung und Oppo als Exempel genommen werden.
        Denn sonst müsste man jeden Hersteller nehmen, denn ich wüsste keinen, der einem nicht solche „netten“ Helfer mit auf’s Gerät packt.
        Und ich hoffe das es ein Erfolg wird, der dann nicht nur irgendwo in Asien durchgesetzt werden kann.

        • Am 7. Juli 2015 um 12:07 von PeerH

          Ich meine das jetzt wirklich nicht zickig: mit Apple iOS (und Win Phone m.E. ebenfalls) hast Du diese Geister-Apps, die trotz Deaktivierung immer wiederauferstehen definitiv nicht. Einmal off, immer off.

  • Am 6. Juli 2015 um 20:09 von punisher

    Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Chinesen klagen was an und das noch vor USA oder Europa. Hoffentlich kommt aber was besseres raus, als nur die apps auf der Verpackung abzubilden.

  • Am 6. Juli 2015 um 20:10 von punisher

    Und Südkorea hast schon recht gut gelöst.

  • Am 7. Juli 2015 um 19:09 von hicks

    peerh glänzt wieder mit seinem unwissen, aber rumzetern, wie ein peter das ausdrücken würde :D
    also apps wie twitter und fb lassen sich mühelos von einem android-phone deinstallieren. wie kommst du auf so einen unsinn, dass die „fest verankert“ sind??? und bloatware ist einfach unerwünschte software. das muss nicht dringend 3rd party sein.
    google und die smartphone-hersteller bringen schon genug apps mit, die man leider nicht ohne rooten entfernen kann.
    notier dir das, ich habe google kritisiert, da du solche ereignisse ja gerne vergisst :DDD vlt fällt dir ja zu apple eine app ein, die du nicht brauchst und nicht deinstallieren kannst, aber ich glaube nicht. deaktivieren zählt nicht, das ist nur ein FAULER kompromiss.
    warum macht apple das so? genau, aus denselben gründen, wie samsung und co.

    • Am 8. Juli 2015 um 0:59 von PeerH

      Schau doch weiter oben, bevor Du Vermutungen anstellst: nix deaktivieren – man muss sie explizit installieren. Unter iOS hast Du keine Bloatware. Dass man euch immer alles 2x erklären muss. ;-)

    • Am 8. Juli 2015 um 5:20 von Judas Ischias

      @Hicks,
      vielleicht meint PeerH noch die Zeit, welche gar nicht mal so lange her ist, in der man tatsächlich diese Apps wie Twitter oder Facebook nicht deinstallieren konnte.
      Ich habe mich seinerzeit heftig bei meinem Xperia Arc s geärgert, da ist nämlich Facebook drauf und man kann es nur deaktivieren, an andere Apps kann ich mich jetzt nicht erinnern.
      Da ich zur Zeit nicht in Deutschland bin, kann ich jetzt aber auch nicht nachsehen.
      Bei meinen Wiko Rainbows, einmal mit und einmal ohne G, konnte ich die Apps deinstallieren, dafür gibt es eben die anderen erwähnten Ärgernisse.;(

  • Am 7. Juli 2015 um 20:34 von CaptainTech

    Kann man diese Apps nicht deaktivieren?
    Eine Lösung ist ein vergrößerter Speicher.

    Vorinstallierte Anwendungen sind, solange man sie deaktivieren kann, doch kein Problem!

    Das S6 hat doch sowieso viel weniger als das S5 und dem Note 3.
    Für mich ist Bloatware aber gar kein Poblem.

    • Am 8. Juli 2015 um 1:02 von PeerH

      Mag ja sein, dass das für Dich kein Problem ist, aber wenn vom beworbenen Speicherplatz die Hälfte mit Bloatware zugegrützt wird, unddie dann auch noch ungefragt (siehe Judas Ischias Kommentar) Dein teures Volumen verbraucht, dann finden das andere möglicherweise ärgerlich.

      Demnächst haut Dir Samsung eine App drauf, die Dein halbes Volumen ungefragt verbrät – Du würdest es nicht mögen. ;-)

      • Am 8. Juli 2015 um 12:57 von CaptainTech

        Dann würde ich die App einfach deaktivieren :·)

    • Am 8. Juli 2015 um 4:58 von Judas Ischias

      @Captain Tech,
      über die Apps von Google kann ich mich nicht beschweren. Ausser dass die auf meinem Gerät sind und eventuell benötigten Speicher fressen.
      Vielleicht gibt es hier Leser die andere Erfahrungen gemacht haben, aber mir ist noch nie aufgefallen, dass sich die Apps von Google wieder, warum auch immer, aktivieren.
      Aber diese Apps welche ich im Kommentar erwähnt habe und noch etliche andere ungewollte „Helfer“, aktivieren sich ohne dass ich es möchte. Außerdem klauen sie durch das senden von Daten meinen Traffic.
      @PeerH,
      meinst Du jetzt mit den Geister-Apps wirklich ALLE Apps, oder nur die Apps, welche von Apple gestellt werden.
      Wenn es tatsächlich ALLE Apps wären, dann wäre es von Apple gut gelöst, wobei sich mir die Frage stellt, warum es bei Google nicht so ist, sondern eben genau das Gegenteil.
      Zumal für mich so etwas wie Diebstahl meines von mir bezahlten und oft knappen Traffics ist, der bestraft gehört.
      Aber so etwas interessiert wohl weder die Politik, Netzbetreiber, Hersteller oder Google.

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