Yahoo testet von Google gelieferte Suchresultate und Anzeigen

Durch ein modifiziertes Suchabkommen mit Microsoft ist Yahoo nicht mehr vollständig an Bing gebunden. Es kann für 49 Prozent der ausgelieferten Suchergebnisse eigene Suchtechnik oder die von anderen Anbietern nutzen. Einer umfangreichen Zusammenarbeit mit Google stehen aber kartellrechtliche Hürden entgegen.

Yahoo und Google erproben eine Zusammenarbeit bei Suchergebnissen und Suchinseraten. Die begrenzten Tests fielen zuerst Seobook auf, das von Yahoo ausgelieferte Suchergebnisse dokumentierte und verglich, die von Bing beziehungsweise Google stammten. Inzwischen hat Yahoo den Probelauf offiziell bestätigt.

Yahoo-CEO Marissa Mayer (Bild: James Martin / CNET.com)Yahoo-CEO Marissa Mayer (Bild: James Martin / CNET.com)

„Während wir daran arbeiten, für Yahoo-Nutzer die absolut besten Erfahrungen zu schaffen, führen wir von Zeit zu Zeit kleine Tests mit verschiedenen Partnern einschließlich Suchanbietern durch“, heißt es in einer von der New York Times zitierten Stellungnahme. „Mehr haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht mitzuteilen.“

Yahoo beginnt offenbar, den Spielraum durch das kürzlich modifizierte Suchabkommen mit Microsoft zu nutzen. Das 2009 geschlossene und 2010 umgesetzte Abkommen sah mit einer Laufzeit von zehn Jahren vor, dass Yahoo auf seiner Site ausschließlich Bing-Ergebnisse und Bing-Anzeigen ausliefert. Die mit dem von ihrer Vorgängerin Carol Bartz geschlossenen Abkommen unzufriedene Yahoo-Chefin Marissa Mayer machte jedoch Gebrauch von einer Ausstiegsklausel nach fünf Jahren für den Fall, dass der erzielte Durchschnittsumsatz je Suchanfrage längere Zeit deutlich unter Googles Durchschnittsumsatz liegt.

Bei erneuten Verhandlungen einigten sich die Partner darauf, dass Yahoo in Zukunft für 49 Prozent der ausgelieferten Suchresultate eigene Suchtechnik oder die von anderen Anbietern nutzen kann. Es muss also in den kommenden fünf Jahren nicht mehr Microsoft Bing zu 100 Prozent, sondern nur noch zu 51 Prozent nutzen. Dadurch kann es flexibler agieren und auch wieder mit eigener Suchtechnik experimentieren.

Der mögliche Rückgriff auf Googles Suchergebnisse und Anzeigen überraschte allerdings auch Branchenbeobachter, da die früher für Googles Suchprodukte verantwortliche Marissa Mayer bislang eine Ausrichtung auf die Entwicklung neuer Suchprodukte bei Yahoo signalisiert hatte. Sie kämpfte auch aggressiv um Marktanteile in der Suche durch Bundling-Abkommen mit Mozillas Firefox und Oracles Java. Die zugrundeliegende Bing-Suche erlebte ihre Zugewinne vor allem dank der Aktivitäten von Yahoo.

Yahoo und Google hatten schon 2008 ein Suchabkommen angestrebt, als Yahoo eine geplante Übernahme durch Microsoft abwehren wollte. Es wurde jedoch damals vom US-Justizministerium aus kartellrechtlichen Gründen blockiert. Einer künftigen Zusammenarbeit von Google und Yahoo stehen ebenfalls regulatorische Hürden im Weg – sowohl in den USA als auch in Europa. Sie könnten aber überwindbar sein, da Yahoo zugleich weiterhin mit Microsoft im Geschäft ist.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

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