Paypal kauft Geldtransferdienst Xoom für 890 Millionen Dollar

Die Summe ergibt sich aus dem Preis von 25 Dollar je Aktie. Die Übernahme soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Paypal will Xoom als unabhängigen Dienst weiterführen, um seine internationale Expansion zu beschleunigen.

Paypal hat die Übernahme des Geldtransferdienstleisters Xoom angekündigt. Die Ebay-Tochter, die am 20. Juli als eigenständiges Unternehmen an die Börse gehen soll, zahlt dafür 25 Dollar je Aktie in bar, was einen Gesamtkaufpreis von 890 Millionen Dollar ergibt. Der Abschluss der Akquisition wird für das vierte Quartal erwartet.

Die Verwaltungsräte beider Firmen haben dem Zusammenschluss bereits zugestimmt. Gleiches gilt für Paypals (noch) aktuelle Konzernmutter Ebay. Die Xoom-Anleger nehmen den Verkauf ebenfalls positiv auf: Nach Bekanntgabe der Übernahmepläne stieg der Aktienkurs gestern nach Börsenschluss um rund 12 Prozent. Vor dem heutigen Handelsbeginn in New York lag das Papier um 13 Uhr sogar knapp 24 Prozent im Plus bei 25,65 Dollar und damit über dem von Paypal gebotenen Preis.

Paypal kauft Xoom (Bild: Paypal).

Paypal will Xoom als unabhängigen Dienst innerhalb seines Portfolios weiterführen. Dessen Ressourcen ermöglichen ihm eine Ausweitung seiner eigenen Angebotspalette und Kundenbasis, wie Paypal-Präsident und baldiger Paypal-CEO Dan Schulman erklärte. Schon jetzt bietet Paypal nach eigenen Angaben internationale Geldtransfers in 190 Ländern und Regionen an sowie unter der Marke Venmo Peer-to-Peer-Zahlungen und -Geldtransfers in den USA. Xoom ist in 37 Ländern aktiv, darunter wichtige Märkte wie Brasilien, China, Indien, Mexiko und die Philippinen. Es konkurriert beispielsweise mit Western Union und Moneygram.

Vor allem dürfte Paypal an Xooms Mobillösungen interessiert sein. Im ersten Quartal 2015 verzeichnete das Unternehmen über eine Milliarde Transaktionen, ein Drittel davon stammte von Mobilgeräten.

Vor seiner für den 17. Juli vorgesehenen Abspaltung von Ebay arbeitet Paypal daran, seine Position als führender Anbieter im zunehmend von einem harten Wettbewerb betroffenen Markt für digitales und mobiles Bezahlen zu stärken. Dazu übernahm es Anfang März schon die mobile Geldbörse Paydiant. Weil immer mehr Verbraucher online, via Mobilanwendung oder per Mobile-Payment-Systemen wie Apple Pay bezahlen, konnte Paypal zuletzt kräftig wachsen. Zugleich sieht es sich aber stärkerer Konkurrenz ausgesetzt, da mobiles Bezahlen in den Fokus von Branchengrößen wie Amazon, Apple und Google sowie Kreditkartenunternehmen wie Mastercard und Visa gerückt ist.

Um diesen Wettbewerbern einen Schritt voraus zu sein, will sich Paypal künftig auf Geldtransfers, Kredite für Kleinunternehmen sowie die Abwicklung von Krediten und Zahlungen zwischen Privatpersonen konzentrieren. Diese Services plant es in seine Online- und Mobile-Payment-Lösungen aufzunehmen.

[mit Material von Ben Fox Rubin, CNET.com, und Rachel King, ZDNet.com]

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