Amazon will Autoren nach gelesenen Seiten bezahlen

Das neue System gilt ab Juli für Selbstverleger, die an den Ausleihprogrammen Amazon Lending Library und Kindle Unlimited teilnehmen. Bisher erhielten sie eine Beteiligung entsprechend der Zahl der Ausleihen. Sie war auch schon für lange Bücher höher.

Amazon hat ein neues System angekündigt, bei dem Autoren nach gelesenen Seiten honoriert werden statt nach Zugriffen. Es gilt für Leihprogramme wie Amazon Lending Library und Kindle Unlimited – und hier nur Autoren, die mit dem Programm Kindle Direct Publishing Selbstverleger geworden sind sowie die Option Select mit Freigabe für die Ausleihe gewählt haben.

Kindle Voyage (Foto: Amazon)Lending Library heißt das Programm, das jedes Prime-Mitglied inklusive bekommt und ein E-Book je Monat ohne Aufpreis umfasst. Kindle Unlimited gibt hingegen Zugriff auf eine unbegrenzte Zahl Bücher. Es kostet 9,99 Euro im Monat. Beide teilen jeden Monat die erzielten Erlöse unter KDP-Autoren auf. Für Juni sind es 3 Millionen Dollar, die weltweit ausgeschüttet werden. Bisher zählte die Zahl der Ausleihen, am Juli soll hingegen entscheiden, was tatsächlich gelesen wird.

Dazu hat Amazon eine Einheit namens „Kindle Edition Normalized Page Count“ (KENPC v1.0) eingeführt, eine Norm-Seitengröße. Sie verhindert, dass Hobbyautoren ihre Bücher mit Riesenschriften aufblähen, um ein größeres Stück Kuchen zu erhalten. Auch genügt es nicht, wenn Leser sich durchklicken. Amazon verlangt, dass sie eine Mindestverweildauer pro Seite haben.

Amazon zufolge ist das System eine Reaktion auf Beschwerden von Autoren dicker Bücher, die sich benachteiligt sahen. Amazon sei auch der Meinung, dass das alte System kein idealer Kompromiss aus den Interessen von Autoren und Lesern war. Allerdings gab es auch bisher schon mehr Geld für Autoren langer Bücher.

Gegenüber The Atlantic kommentierte ein Sprecher: „Wir halten das für einen soliden Schritt voran. Unser Ziel ist es wie immer, einen Dienst aufzubauen, der Autoren für ihre wertvolle Arbeit entschädigt, mehr Leser anzieht und sie ermutigt, mehr und öfter zu lesen.“

Das neue Beteiligungssystem gilt ab 1. Juli 2015. Autoren erhalten ihre Abrufzahlen übers Kindle-Dashboard. Wie Verlage und – über sie – Autoren regulär verlegter Bücher im Leihprogramm abgefunden werden, ist nicht bekannt.

Vergangene Woche hatte Amazon eine verbesserte Neuauflage seines E-Book-Readers Kindle Paperwhite mit einer Auflösung von 300 ppi vorgestellt. In der Fläche bedeutet dies eine Verdopplung der Auflösung. Der neue Paperwhite bringt eine automatische Silbentrennung mit und verwendet eine neue Serifenschrift namens Bookerly. Ohne Werbung und ohne Mobilfunkchip kostet er 140 Euro

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Themenseiten: Amazon, E-Books, E-Commerce

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5 Kommentare zu Amazon will Autoren nach gelesenen Seiten bezahlen

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  • Am 22. Juni 2015 um 18:32 von Mac-Harry

    Was für ein Witz. Bei Apple iBooks konnte ich weit über eine viertel Mio. meiner Bücher „Steve Jobs Agenda“ absetzen. Amazon habe ich bereits nach 4 Wochen mein Angebot beendet, da das Kindle Management für Autoren absolut intransparent ist. Wer Bücher verschenken will, kann das bei amazon prima machen, alle anderen dürfen sich weiterhin über amazons Praktiken und Ideen freuen.

    • Am 23. Juni 2015 um 9:56 von punisher

      Die Rezensionen auf Amazon sagen alles hahaha

      Sogar dort bist du „der größte fanboy ever“

    • Am 23. Juni 2015 um 11:44 von hicks

      wer kauft denn deine steve jobs-bibel? :D peerh, los kaufen! :D
      mach doch noch steve jobs-gospel songs. bei apple music bekommen die künstler ja nun auch während der probezeit ihr zustehendes geld. das hätte sich ja apple gerne gespart.
      also harry, nimm deine songs, die du unter der dusche für steve trällerst auf und verhöker sie auf apple music. gogo! achja, vorher natürlich mit den beats-kopfhörern testhören. die songs sollen ja höchsten qualitätsansprüchen genügen, oder?

      • Am 23. Juni 2015 um 17:01 von Judas Ischias

        Das wird ja heute immer lustiger auf ZDNet.:))
        Ich bin ganz sicher, PeerH hat schon eines dieser bestimmt hervorragenden Bücher zu Haus stehen.:))
        Und daneben liegt, falls sie mal nicht geladen werden muss, die wunderschöne Apple Watch.:)
        @Mac-Harry,
        willst Du uns ernsthaft weismachen, dass sich so viele Trottel gefunden haben, die diese lachhafte „Lektüre“ tatsächlich gekauft haben? ;)
        Denk daran, dein Finanzamt liest vielleicht auch hier mit, und wäre doch schade, wenn wir demnächst eine Weile auf deine Kommentare verzichten müssen, weil Du wegen Steuerhinterziehung im Knast sitzt.;-)))

    • Am 23. Juni 2015 um 12:50 von Definition

      Lieber Hr. Wesseling,
      definieren Sie „Absatz“. Seit 2012 sind diese „Werke“ als kostenloser Download verfügbar…
      Betrifft Sie also in zweierlei Hinsicht nicht. Machen Sie es doch so, wie Sie es immer von Microsoft, Samsung & Co. verlangen. Nennen Sie Verkaufszahlen/Umsatz! Na, kommen Sie, es doch so einfach „to be ahead“… ;-)

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