Apple sucht Redakteure für News-App

Den Stellenanzeigen zufolge sollen sie wichtige Nachrichten von großen und kleinen Verlagen zusammenstellen. Als Quellen sollen ihnen aber auch Soziale Medien dienen. Der Gründer des News-Aggregators Techmeme stellt Apples Neutralität bei der Auswahl redaktioneller Inhalte infrage.

Apple stellt derzeit Redakteure ein, die Inhalte für die kommende News-App des Unternehmens zusammenstellen sollen. Wie 9to5Mac berichtet, sollen sie unter anderem helfen, „die besten nationalen, globalen und lokalen Nachrichten“ zu finden. Aus den Stellenanzeigen geht demnach auch hervor, dass die Redakteure in erster Linie mit Verlagen zusammenarbeiten sollen, um sicherzustellen, dass „wichtige Nachrichten schnell auftauchen und Enterprise-Journalismus mit hoher Sichtbarkeit belohnt wird.“

News-App (Bild: Apple)Der iPhone-Hersteller soll sich aber nicht nur auf die großen Herausgeber konzentrieren. Dem Bericht zufolge geht es Apple auch um Originalinhalte kleiner Verlage. Die Redakteure sollen zudem in Sozialen Medien nach neuen Geschichten Ausschau halten und in der Lage sein, „Schlüsselinhalte zu erkennen und dem leitenden Management zu melden“.

In den Stellenanzeigen räumt Apple auch ein, dass Algorithmen alleine nicht ausreichend sind, um „fesselnde Geschichten“ zu finden. Das bestätigte auch Gabe Rivera, Gründer des News-Aggregators Techmeme, gegenüber 9to5Mac. „Alle auf den Massenmarkt ausgerichteten Aggregatoren brauchen Redakteure, das ist also auch für Apple sinnvoll.“

Allerdings befürchtet Rivera, dass ohne eine strikte Trennung der redaktionellen Inhalte von Apples Geschäft Interessenkonflikte auftreten werden. Da Apple das wertvollste Unternehmen der Welt sei, „kann und sollte man ihnen nicht trauen, dass sie zu vielen wichtigen Themen eine ausgeglichene Berichterstattung bieten. Viele Leser wird das aber nicht kümmern.“

Anfang Juni hatte Apple als Teil von iOS 9 eine App namens News angekündigt. Sie ersetzt die bisherige App Newsstand, kommt aber mit deutlich erweitertem Funktionsumfang. Verlage können Inhalte in Form spezieller Feeds über iCloud einbinden. Das dazu von Apple entwickelte Format verspricht ihnen „schöne Layouts und anpassbare Typografie“. Neben Text, Fotos und Videos seien interaktive Elemente und Animationen sowie Kartenvisualisierungen möglich. Zudem würden Artikel automatisch angepasst, sodass sie “auf allen iOS-Geräten großartig aussehen”. Das sichere eine Millionen-Leserschaft. “Und News bietet auch großartige Konditionen für Verleger.”

News beinhaltet auch ein Personalisierung: Es lernt Apple zufolge den Nutzer immer besser kennen und serviert ihm dadurch mit zunehmender Präzision Inhalte, die ihn tatsächlich interessieren. Was die Aufbereitung angeht, soll News “die reichhaltige, umfassende Gestaltung eines Print-Magazins mit der Interaktivität der digitalen Medien” kombinieren.

News wird zunächst nur in Großbritannien und den USA angeboten werden. Dort kann Apple nach eigenen Angaben “fast 20 Verlage mit mehr als 50 Zeitschriftentiteln” vorweisen, darunter Bloomberg, CNN, Condé Nast, ESPN, Hearst, New York Times und Time.

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Themenseiten: Apple, Apps, Software, iOS, iPad, iPhone

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