Bereitstellung von Windows 10 in Unternehmen: MDT 2013 Update 1 und ADK

Funktionsumfang des ADK und MDT

Grundlage des MDT ist zunächst das ADK. Dabei handelt es sich auch bei Windows 10 um eine Sammlung verschiedener Werkzeuge, mit denen Administratoren die WIM-Images der Windows 10-Installation bearbeiten können. Das ADK lässt sich zwar problemlos ohne das MDT nutzen, wohingegen das MDT ohne das ADK nahezu nutzlos ist. Idealerweise sollten Administratoren daher mit beiden Tools arbeiten. In großen Unternehmen bietet das MDT weitere Vorteile. Denn hier haben Administratoren die Möglichkeit die automatische Bereitstellung mit dem MDT/ADK zu konfigurieren und danach an System Center Configuration Manager (SCCM) zu übergeben. Das MDT kann Tasksequenzen für SCCM erstellen, die Administratoren dann relativ einfach in der Verwaltungskonsole einlesen können.

Bereitstellungen über MDT/ADK lassen sich auch zusammen mit System Center Configuration Manager (SCCM) durchführen (Screenshot: Thomas Joos).Bereitstellungen über MDT/ADK lassen sich auch zusammen mit System Center Configuration Manager (SCCM) durchführen (Screenshot: Thomas Joos).

Im Grunde genommen funktioniert die Bereitstellung von Windows 10 daher sehr ähnlich wie die Bereitstellung von Windows 7/8/8.1. Bestandteil des aktuellen ADK für Windows 10 ist auch die Bootumgebung Windows Preinstallation Environment (PE), die auf Windows 10 aufbaut.

Das ADK verfügt über das neue Tool „Designer für die Imageerstellung und -konfiguration (WICD)“. Mit diesem Programm können Administratioren eigene WIM-Images erstellen, die auf dem Standardimage „install.wim“ im Source-Verzeichnis der Windows 10-Installationsdateien aufbaut. Das MDT erweitert die Möglichkeiten des ADK um verschiedene Assistenten und grafische Oberflächen für die Tools. Die Installationsreihenfolge spielt dabei keine Rolle. Welche Tools Administratoren aus dem ADK installieren, hängt davon ab, welche Bereitstellungen durchgeführt werden sollen. Für jedes Tool zeigt der Installations-Assistent eine Beschreibung an.

Das ADK für Windows 10 bietet wie seine Vorgänger eine Auswahl der zu installierenden Tools an (Screenshot: Thomas Joos).Das ADK für Windows 10 bietet wie seine Vorgänger eine Auswahl der zu installierenden Tools an (Screenshot: Thomas Joos).

Das ADK unterstützt auch die Bereitstellung von Windows Server 2012 R2, Windows Server 2008/2008 R2 und auch von Windows 7/8/8.1. Bestandteil des ADK sind vor allem die folgenden Tools:

  • Application Compatibility Toolkit analysiert Anwendungen im Netzwerk und den einzelnen PCs auf Kompatibilität mit Windows 10. ACT benötigt eine Datenbank. Im Download des ADK ist die kostenlose Datenbank SQL Server 2012 Express Edition integriert.
  • Deployment Tools wie Image Servicing and Management (DISM), Windows System Image Manager (SIM), OSCDIMG, BCDBoot, DISMAPI, WIMGAPI und weitere Tools für das Erstellen von Images und Antwortdateien.
  • Windows Preinstallation Environment (Windows PE) zum Booten von Windows 10 und der anschließenden Installation.
  • User State Migration Tool (USMT) zur Übernahme der Benutzerprofile und Benutzerdaten auf den PCs.
  • Volume Activation Management Tool (VAMT) dient der zentralen Verwaltung der Windows-Aktivierung.
  • Windows Assessment Toolkit hilft bei der Leistungsüberwachung von Computern
  • Windows Assessment Services helfen bei der Einstellung von Images und Inventuren in Testumgebungen.

Das ADK unterstützt auch den UEFI-Standard, wie Windows 8/8.1 und Windows 10 . Administratoren können das ADK auch skriptbasiert über die Eingabeaufforderung installieren. Dazu wird der folgenden Befehl verwendet:

adksetup /quiet /installpath <Installations-Pfad> /features <ID1><ID2>

Um sich eine Liste aller verfügbaren IDs der verschiedenen Features anzeigen zu lassen, geben Administratoren in der Eingabeaufforderung den Befehl adksetup /list ein Alle Optionen zur unbeaufsichtigten Installation sind auch in der MSDN zu finden. Nach der Installation sind die verschiedenen Programme und Tools im Startmenü zu finden. Die Tools und Beispiele sind darüber hinaus im Ordner C:\Programme(x86)\Windows Kits\10 aufrufbar.

Die wichtigsten Neuerungen im Windows Assessment and Deployment Kit

Mit jeder neuen Version des ADK bietet Microsoft auch neue Möglichkeiten zur Bereitstellung an. Die neue Version des ADK kann zum Beispiel auch Windows 10 Mobile auf Smartphones verteilen und bietet eine grafische Oberfläche zur optimalen Erstellung von Windows 10-Images. Das Tool mit der Bezeichnung „Windows Imaging and Configuration Designer (WICD)“ ist ebenfalls neu. Mit dem Werkzeug können Administratoren Images optimal erstellen und bearbeiten. Neben der einfachen Installation des Betriebssystems, lassen sich Programme und Treiber in die Bereitstellung integrieren. Da der Windows-Store in Windows 10 eine noch größere Rolle spielt als in Windows 8/8.1, lassen sich mit WICD auch Windows-Store-Apps installieren sowie Einstellungen der Apps anpassen. Auch Einstellungen des Betriebssystems lassen sich ändern, vor allem im Bereich Firewall und Einstellungen für das Netzwerk.

WICD kann darüber hinaus auch Pakete erstellen, die auf Client-Rechner verteilt werden können. Mit diesen Paketen lassen sich ebenfalls Software-Installationen und Einstellungen des Betriebssystems automatisieren und verteilen. Das geht über Netzwerkfreigaben, die Cloud, USB-Sticks oder andere Medien. Sinnvoll ist dieses Feature natürlich vor allem durch die Zusammenarbeit mit dem MDT und SCCM. Das MDT 2013 Update 1 arbeitet dazu mit Funktionen, die aus SCCM 2012 stammen. Sobald alle Einstellungen mit WICD vorgenommen wurden, lässt sich mit dem Assistenten ein WIM-Image erstellen.

Mit dem neuen Windows Imaging and Configuration Designer können Administratoren Windows-Images optimal konfigurieren (Screenshot: Thomas Joos).Mit dem neuen Windows Imaging and Configuration Designer können Administratoren Windows-Images optimal konfigurieren (Screenshot: Thomas Joos).

Windows Image File Boot (WIMBoot) – Windows 10 von WIM-Dateien starten

Seit Windows 8.1 bietet Microsoft die Möglichkeit virtuelle und physische Computer direkt von komprimierten WIM-Dateien zu starten. Spätestens mit der Bereitstellung von Windows 10 im Unternehmen, sollten sich Administratoren mit dieser Möglichkeit auseinandersetzen. Die Technik erleichtert die Bereitstellung von Windows 10 auf Geräten mit wenig Speicherplatz, zum Beispiel Tablets. Durch die Technologie wird der Speicherplatz deutlich verringert und die Bereitstellung auf zahlreichen Rechnern beschleunigt und vereinfacht. Mit WIMBoot kann beispielsweise Windows 8.1 auf eine 16 GByte großen Partition auf Rechnern oder Tablets installiert werden, deren Datenträger danach noch eine Größe von 12 GB aufweisen. In Windows 10 ist die Platzersparnis ähnlich. Der größte Vorteil von WIMBoot ist in jedem Fall das sehr deutliche Einsparen von Festplattenplatz. Dieser Vorteil wird dadurch erreicht, dass die Daten bei der Installation nicht dekomprimiert werden, sondern im WIM-Image verbleiben. Für Benutzer gibt es bei dieser Technologie keinerlei Einschränkungen. Auch Programme und Tools lassen sich genauso installieren wie bei herkömmlichen Installationen.

Mit der WIM-Datei lassen sich auch Aktualisierungen und Patches für Windows 10 wesentlich schneller bereitstellen. Generell entspricht die Vorgehensweise dem Booten von einer VHD-Datei, ist allerdings schneller und spart deutlich mehr Speicherplatz. Das WIM-Image können Administratoren selbst erstellen, auch auf Basis eines Image von einem bereits installierten Rechner mit Windows 10.

Damit Unternehmen WIM-Boot einsetzen können, benötigen sie die aktuelle Version des Windows Assessment and Deployment Kits (WADK). WIM-Boot wird vor allem über das Tool dism.exe und Windows PE aus dem ADK realisiert. Wer sich noch tiefgehender mit dem Thema auseinandersetzen will, findet in der TechNet entsprechende Anleitungen zu diesem Thema.

Wenn Windows 10 installiert wird, extrahiert der Installations-Assistent die notwendigen Dateien aus der WIM-Datei. Zusätzlich werden wichtige Systemdateien noch in komprimierter Form auf die Festplatte geschrieben, damit die Wiederherstellungs-Routinen (Reset und Refresh) von Windows 10 ein System bei Bedarf wieder reparieren können. Wird WIM-Boot eingesetzt, verwendet Windows 10 das verwendete WIM-Image auch für die Wiederherstellung, was einiges an Festplattenplatz spart. Außerdem muss nur diese eine Datei auf den Rechnern installiert werden.

Themenseiten: Microsoft, Windows 10

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