Gewerkschaft: Hacker stahlen Daten jedes US-Bundesangestellten

Laut der Angestelltengewerkschaft AFGE sind auch sämtliche Pensionäre und bis zu eine Million Ex-Angestellte betroffen. Eingesehen wurden etwa Geburtsdatum und Adresse, Beruf und Bezahlung, Gesundheits- und Lebensversicherung sowie Gewerkschaftszugehörigkeit. Dies geht weit über die Darstellung der Regierung hinaus.

Der Datenverlust durch einen Hackerangriff auf die US-Behörde Office of Personnel Management (OPM) Anfang Juni war offenbar umfassender als bisher bekannt. Gewerkschaftspräsident J. David Cox, teilt in einem Brief mit, dass „sämtliche Personaldaten aller Bundesangestellten, aller Pensionäre und bis zu einer Million ehemaliger Angestellter“ gestohlen wurden. Dies umfasse Geburtsdatum und Adresse, Beruf und Bezahlung, Gesundheits- und Lebensversicherung, Pensionsdaten, Gewerkschaftszugehörigkeit und vieles mehr.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Cox steht der American Federal of Government Employees (AFGE) als President vor, die mehr als 670.000 Bundesangestellte vertritt. In seinem offenen Brief übt er deutliche Kritik an den Sicherheitsmechanismen des OPM und seiner Informationspolitik. Die Sozialversicherungsnummern seien beispielsweise „nicht verschlüsselt“ gewesen, was Cox „nicht zu entschuldigen und empörend“ nennt.

Die Zusammenfassung der Lage basiert laut der Gewerkschaft auf den „lückenhaften Informationen, die das OPM bereitgestellt hat“. Unter anderem widerspricht sie aber der Darstellung der Regierung, Informationen über Sicherheitsfreigaben und Hintergrundprüfungen von ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern seien nicht eingesehen worden.

Wenige Stunden vor Bekanntwerden des offenen Briefs hatte ein Abgeordneter der Demokraten, Harry Reid, im Senat erklärt, „die Chinesen“ hätten den Angriff auf die Bundesbehörde in der vergangenen Woche durchgeführt. Reid ist eines von nur acht Kongressmitgliedern, die Zugriff auf vertrauliche Berichte haben, die vom Auslandsgeheimdienst NSA und anderen Nachrichtendiensten stammen. Es ist nicht klar, ob er mit dieser Aussage geheime Informationen wiedergab.

Die Regierung hat bisher keinen Verdacht zur Herkunft der Angreifer geäußert. Die Bundespolizei FBI lehnte auf Nachfrage einen Kommentar ab.

Die US-Regierung hatte zunächst von bis zu 4 Millionen Betroffenen durch den Datendiebstahl gesprochen. Dass das von ihr geschilderte Ausmaß des Vorfalls niedrig gegriffen ist, berichtete Anfang der Woche auch schon die Agentur Reuters, die sich auf einen Informanten berief. Demnach reichen die eingesehenen Unterlagen teilweise 30 Jahre zurück, weshalb auch Pensionäre betroffen sein könnten. Aus einem Rundschreiben an das US-Abgeordnetenhaus soll zudem hervorgehen, dass das OPM zwar weiß, auf welche Daten die Hacker Zugriff hatten, aber nicht, welche sie auch tatsächlich erbeuteten.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

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