Intel gleicht Anschlussdesign von Thunderbolt 3 an USB Typ C an

Damit lassen sich an demselben Port Thunderbolt-, USB-, PCI-Express-3- und DisplayPort-Geräte anschließen. Thunderbolt 3 bietet vollständige Unterstützung für USB 3.1 und mit bis zu 40 GBit/s eine viermal höhere Datenrate. Noch 2015 sollen erste kompatible Geräte auf den Markt kommen.

Intel hat auf der Computex in Taipeh angekündigt, dass noch in diesem Jahr erste Produkte mit der neuen Schnittstelle Thunderbolt 3 auf den Markt kommen werden. Wie Kirk Skaugen, Senior Vice President und General Manager von Intels Client Computing Group, ausführte, wird sie dieselbe Steckverbindung verwenden wie USB Typ C. Mit diesem Kompromiss versucht Intel offenbar, das drohende Aus für Thunderbolt abzuwenden, nachdem es zuletzt Apple als praktisch einzigen ernsthaften Unterstützer verloren hat.

USB-Typ-C- und Thunderbolt-3-Ports lassen sich optisch nicht mehr unterscheiden (Bild: James Martin/CNET).USB-Typ-C- und Thunderbolt-3-Ports lassen sich optisch nicht mehr unterscheiden (Bild: James Martin/CNET).Intel zufolge liefert die neue Thunderbolt-Version „die größten Fortschritte seit ihrer Erfindung“. Sie unterstützt die USB-Spezifikation 3.1, erweitert sie aber um zusätzliche Übertragungsmodi und Protokolle. Mit an Bord ist unter anderem auch das von USB 3.1 bekannte Laden mit bis zu 100 Watt und eine Stromzufuhr mit 15 Watt für Geräte ohne eigene Energieversorgung.

Künftig sollen sich an zu Thunderbolt 3 kompatible Ports also auch USB-sowie PCI-Express-3-Geräte und DisplayPort-1.2-Monitore anschließen lassen. Für Thunderbolt-Peripherie der ersten beiden Generationen werden Anwender einen Adapter benötigen. Mehrere Thunderbolt-Geräte sollen sich weiterhin in Reihe schalten lassen.

„Erstmals bietet ein einziges Kabel jetzt im Vergleich zu jedem anderen die vierfache Bandbreite für Daten und die doppelte Videobandbreite inklusive Stromversorgung“, teilte Intel mit. Konkret verspricht es Datenraten von bis zu 40 GBit/s. „Damit ist Thunderbolt 3 konkurrenzlos für neue Einsatzszenarien wie 4K-Video, Docks zum Aufladen von Geräten, externe Grafik und integrierte 10-GBit/s-Ethernet-Netzwerke.“

Ein Grund, warum sich Thunderbolt bisher nicht im Massenmarkt durchsetzen konnte, waren unter anderem die relativ hohen Preise für kompatible Kabel. Thunderbolt 3 soll hier zunächst durch Support für „passive“ Kabel ohne interne Transceiver Besserung bringen. Diese bieten dann aber „nur“ 20 GBit/s Datentransferrate, was aber immer noch der doppelten Geschwindigkeit von USB 3.1 entspricht. Für die vollen 40 GBit/s werden aktive Kupferkabel benötigt, die voraussichtlich relativ kurz ausfallen werden. 2016 soll es dann aber auch neue optische Thunderbolt-Kabel für längere Distanzen geben.

Um einen USB-C-Port von einer Thunderbolt-3-Schnittstelle unterscheiden zu können, kommt künftig weiterhin das bekannte Thunderbolt-Symbol zum Einsatz. Es wird auf allen USB-C-Anschlüssen prangen, die auch die neue Thunderbolt-Spezifikation unterstützen.

[mit Material von Seamus Byrne, CNET.com]

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Themenseiten: Intel, Thunderbolt, USB

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1 Kommentar zu Intel gleicht Anschlussdesign von Thunderbolt 3 an USB Typ C an

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  • Am 3. Juni 2015 um 1:04 von Peter_s

    Zitat:
    Ein Grund, warum sich Thunderbolt bisher nicht im Massenmarkt durchsetzen konnte, waren unter anderem die relativ hohen Preise für kompatible Kabel. Thunderbolt 3 soll hier zunächst durch Support für “passive” Kabel ohne interne Transceiver Besserung bringen. Diese bieten dann aber “nur” 20 GBit/s Datentransferrate,

    Wie soll das physikalisch funktionieren?

    Mit TB1 hate Intel die Transceiver statt in den Endgeräten 2* im Stecker der Kabel bzw 1* dem Endgerät (HDD-Gehäuse mit festem Kabel) untergebracht.
    Diese dienten u.a. zur Anpassung der Signalauffrischung und Anpassung der Impedanz des Kupferkabels an den TB-Koppler am Chip im PC/Mac/Endgerät.

    Das soll jetzt mit passiven Kabeln von noname-Herstellern möglich sein?
    Da hätten sie doch , wie 2009 vorgestellt, besser gleich auf optische Übertragung setzen sollen. Damals gab es auch Vorschläge, die optische Faser mit im USB-Stecker unterzubringen.
    Hier wie da (Gelbe Post/Telekom mit Kupfer statt Glasfaser) der gleiche Murks.
    Wie kann ein Ökosystem (sprich der Endkunde) möglichst lange ausgequetscht werden, ohne selbst investieren zu müssen.

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