Blackberry und iPhone-Tastaturhersteller legen Streit bei

Blackberry meldet, dass es eine außergerichtliche Einigung mit dem von ihm verklagten Tastaturhersteller Typo Products getroffen hat. Typo bot vorübergehend Tastaturen im Blackberry-Stil fürs Apple iPhone an.

Typos Anstecktastatur für das iPhone wurde zur CES 2014 vorgestellt (Bild: CNET).Typo erklärt sich jetzt bereit, keine Tastaturen mehr für Smartphones anzubieten – egal in welcher Optik. Dagegen darf es weiter Keyboards für Tablets mit mindestens 7,9 Zoll Bildschirmdiagonale herstellen und verkaufen. Auf seiner Website sind einige für iPad Mini und iPad Air zu sehen – an Blackberrys Optik erinnern sie in keiner Weise. Die Preise reichen fast bis an 200 Dollar heran, sind also für iPad-Tastaturen außergewöhnlich hoch.

Der Mitteilung zufolge sind alle anderen Elemente der Vereinbarung geheim. Ob Blackberry erneut Schadenersatz pro verkauftem iPhone-Keyboard enthält, erfährt die Öffentlichkeit nicht.

Im Februar hatte das US-Bundesbezirksgericht für Nordkalifornien dem kanadischen Konzern Blackberry schon einmal 860.000 Euro Schadenersatz zugesprochen. Das Urteil befasste sich mit Typos erster iPhone-Hülle im Blackberry-Stil. Der Hersteller kommentierte damals, sein neues Produkt Typo 2 sei nicht betroffen und werde weiter verkauft.

Typo darf weiter iPad-Tastaturen verkaufen (Bild: Typo Products).Typo darf weiter iPad-Tastaturen verkaufen (Bild: Typo Products).Blackberry forderte ursprünglich 2,6 Millionen Dollar Schadenersatz zuzüglich der angefallenen Anwaltskosten. Es warf Typo vor, mindestens zwei Massenverkäufe der Schutzhülle durchgeführt und rund 100 Produkte auf Garantie ausgetauscht zu haben, nachdem die Verfügung in Kraft getreten war.

Die erste Klage erfolgte Anfang Januar 2014, nur wenige Tage, nachdem das Typo-Modell auf den Markt gekommen war. Blackberry sah darin eine „offensichtliche Nachahmung von Blackberrys stilbildender Tastatur“. „Wir sind geschmeichelt durch das Bedürfnis, unsere Tastatur auf andere Smartphones zu transplantieren, aber wir werden solche Aktivitäten nicht ohne angemessene Entschädigung für die Nutzung unseres geistigen Eigentums und unserer technologischen Innovationen tolerieren“, erklärte Blackberrys Chefjustiziar Steve Zipperstein. Allerdings machte der kanadische Smartphone-Hersteller nicht öffentlich, welche Patente und Geschmacksmuster das Typo-Produkt verletzen soll.

Das Start-up bezeichnete die Vorwürfe als „unbegründet“ und sein „innovatives Keyboard-Design“ als Ergebnis jahrelanger Entwicklung und Forschung. Es wurde von seinem heutigen CEO Laurence Hallier zusammen mit dem amerikanischen Schauspieler und Fernsehmoderator Ryan Seacrest gegründet. Erfunden hat die Tastatur der Chief Technology Officer von Typo, Ryan Hyde. Das Produkt wurde auf der CES 2014 vorgestellt und positiv aufgenommen.

Tastaturenvergleich: Blackberry (links) und Typo (Bild: ZDNet.com)Tastaturenvergleich: Blackberry (links) und Typo (Bild: ZDNet.com)

Aktuell ist Blackberry mit den Details eines Aktienrückkaufsprogramms beschäftigt. Es muss zudem entscheiden, wie viele und welche Mitarbeiter es in den Sparten Software und Applikationen sowie Hardware entlässt. Am Ende seiner laufenden Restrukturierung soll jede einzelne Sparte profitabel sein, wie CEO John Chen als Ziel ausgegeben hat. Als größtes Problem gilt – trotz der stilbildenden Tastaturen – das Geschäft mit Smartphone-Endgeräten.

[mit Material von Kevin Tofel, ZDNet.com]

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