Gartner über Cloud: Google und Microsoft im Aufstieg

Als Leaders klassifizieren die Marktforscher nur Amazon und Microsoft. IBM vertreibt das übernommene SoftLayer-Angebot nach ihrer Darstellung an die falsche Kundengruppe. Es ist daher hinsichtlich der Umsetzung hinter Google und VMware zurückgefallen.

Gartner hat in Form eines „Magic Quadrant for Cloud Infrastructure as a Service, Worldwide“ Forschungsergebnisse zum Cloudbereich vorgelegt. Demnach dominiert Amazon, Google und Microsoft können sich verbessern, während IBMs auf der Übernahme von SoftLayer basierendes Angebot relative Rückschritte macht.

IBMs Umsetzungsfähigkeit („ability to execute„) ist im Vergleich zum Vorjahr hinter die der Konkurrenten Google und VMware zurückgefallen. Im Bereich Leaders, der sowohl eine umfassende Vision als auch Umsetzungsfähigkeit voraussetzt, finden sich nur Amazon und Microsoft. Als Visionäre (mit Vision, aber noch nicht ausgereifter Umsetzung) klassifiziert Gartner jetzt CenturyLink, Google, IBM und erstmals auch VMware.

Magic Quadrant für IaaS, Mai 2015 (Diagramm: Gartner)Magic Quadrant für IaaS, Mai 2015 (Diagramm: Gartner)

Verizon (das Terremark übernommen hatte) und CSC sind vom Bereich der Visionäre in den der Nischenanbieter abgerutscht. CSC war noch vor zwei Jahren im Leaders-Quadranten angesiedelt gewesen. HP führen die Marktforscher nach seinen einschränkenden Bemerkungen zum Public-Cloud-Angebot gar nicht mehr.

Gartner schreibt, es sehe zwei Modi für den Einsatz von Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Modus 1 sei für „traditionelle IT, mit Betonung auf Kostenreduktionen und Sicherheit“. Modus 2 eigne sich für „agile IT, mit Betonung auf Entwickler-Produktivität und Agilität des Geschäfts“. Amazon und Google seien vor allem für Modus-2-Kunden interessant, beispielsweise CSC, Centurylink und Fujitsu hingegen für Modus-1-Kunden.

„Microsoft Azure spricht sowohl Modus-1- als auch Modus-2-Kunden an – aus unterschiedlichen Gründen.“ Die erste Gruppe schätze die Möglichkeit, eine infrastrukturorientierte Partnerschaft mit Microsoft auszubauen und den Schutz ihrer Microsoft-Investitionen. Die zweite sehe einen Wert in der Integration von Azure mit Microsofts Entwicklerwerkzeugen und -techniken. Als Schwäche im Vergleich zu Amazon gilt das noch wenig ausgeprägte Partner-Ökosystem von Azure.

Zu IBM merkt Gartner an, das übernommene SoftLayer habe besonders Modus-2-Kunden bedient: „speziell Start-ups und Spielefirmen mit großem Interesse an dedizierten Bare-Metal-Hostingservern“. Deren Bedürfnisse erfülle es gut. IBM hingegen akquiriere vor allem Modus-1-Kunden. Außerdem laufe IBMs PaaS BlueMix zwar in SoftLayer-Rechenzentren, es gebe bisher jedoch keine Integration.

Allein die öffentliche Zusammenfassung von Gartners Forschungsbericht zum IaaS-Markt umfasst etwa 20.000 Wörter. Ausdrücklich ausgenommen sind reine Cloud-Storage-Angebote, Software- und Platform-as-a-Service-Provider (PaaS und SaaS), Cloud Service Brokerage (CBS) oder sonstige Clouddienste. Zu „Cloud-enabled System Infrastructure“ (CESI) plant Gartner einen separaten Bericht.

Amazon Web Services und Microsoft hatte Ende April schon eine Studie als führende IaaS-Anbieter ausgemacht. Unter 1500 von 451 Research befragten weltweiten Unternehmen nutzten 57 Prozent AWS. 35 Prozent nannten es als wichtigsten Anbieter. Zugleich zeigten zahlreiche Nutzer von Microsoft Azure und Rackspace, dass der Wettbewerb im Markt größer ist als gedacht.

[mit Material von Jack Schofield, ZDNet.com]

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Themenseiten: Cloud-Computing, Gartner, Marktforschung

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