Jony Ive: Apple will nicht mit Luxusuhren konkurrieren

Die Designentscheidungen hatten ganz andere Gründe: "Wir haben nur erkannt, dass das Handgelenk ein fabelhafter Ort für Technik ist. Das gilt seit hunderten Jahren." Und "wir haben Gold als Material gewählt, weil wir es lieben."

Apple Watch Edition (Bild: Apple)Die Apple Watch Edition kostet 11.000 bis 18.000 Euro (Bild: Apple).

Apples Designchef Jony Ive hat vergangene Woche auf der Conde Nast International Luxury Conference zur Positionierung der Apple Watch Stellung bezogen. Anders als beim iPhone, das aus der Unzufriedenheit mit bestehenden Smartphones bestand, wollte Apple nicht Uhren besser machen, erklärte Ive. Es sei auch nicht die Absicht, mit Luxusprodukten zu konkurrieren – trotz eines Verkaufspreises von bis zu 18.000 Euro für die Watch Edition.

Ive wurde zusammen mit seinem Design-Kollegen Marc Newson von Moderedakteurin Suzy Menkes befragt. Das Interview ist jetzt vollständig bei Youtube verfügbar. „Sowohl Marc als auch ich sammeln seit Jahren mechanische Uhren“, erklärt Ive darin. Sie seien nicht zu ersetzen. „Ich weiß nicht, wie wir diese wunderbaren mechanischen Uhren mit einem Produkt [nämlich der Apple Watch] vergleichen können, das so umfassende Funktionen und Fähigkeiten hat, die noch zunehmen und sich verändern werden – über unsere Vorstellung hinaus.“ Sein Ansatz sei ein anderer gewesen: „Wir haben nur erkannt, dass das Handgelenk ein fabelhafter Ort für Technik ist. Das gilt seit hunderten Jahren.“

Über den Einstieg in dem Markt für Luxusgüter sagte Apples Designchef: „Das war überhaupt nicht unsere Absicht. Unsere Absicht ist die gleiche geblieben, nämlich bemerkenswerte Technik zu nehmen, was sich auf ihre Fähigkeiten und auf ihren Nutzen bezieht, und sie immer stärker zu personalisieren. Das ist es, was wir versuchen.“

Auch die Verwendung von 18-Karat-Gelb- und Roségold habe keine solchen Hintergedanken gehabt. „Dass unsere Wahl auf Gold fiel, lag nicht an einem festgelegten Preispunkt. Wir haben dieses Material gewählt, weil wir es lieben.“

Ive sieht mehrere Gründe, eine Apple Watch zu nutzen – etwa für Fitness oder nahezu unterbrechungsfreie Kommunikation. „Es ist mit das erste Mal, dass wir davon ausgehen können, dass ein anderer dieses aufs Engste verbundene Produkt den größten Teil des Tags bei sich hat. Eine solche Annahme war beim Smartphone nicht möglich.“ Dies scheint anzudeuten, dass künftige Apple-Watch-Modelle kein Smartphone mehr erfordern werden.

Nach zwei Wochen Vorbestellfrist ist die Apple Watch seit vergangenem Freitag erhältlich. Für den Einsatz wird ein iPhone 5 oder neuer benötigt. Die meisten Funktionen der Uhr lassen sich nur nutzen, wenn dieses Gerät über Bluetooth oder WLAN kontaktiert werden kann. Die Watch hat etwa weder GPS noch Mobilfunkchip. Rund 3000 Apps stehen zur Verfügung. Die Preise beginnen bei 349 Euro. Smartwatches sind die erste neue Produktkategorie für Apple, seit Tim Cook den CEO-Posten übernommen hat.

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Apple, Smartwatch, iWatch

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Jony Ive: Apple will nicht mit Luxusuhren konkurrieren

Kommentar hinzufügen
  • Am 7. März 2016 um 22:24 von Heiko Müller

    Ich denke man sollte da zwischen einer „Uhr“ einem Tool oder einer mechanischen Handwerkskunst unterscheiden, sicherlich können alle drei Uhren sein und doch ist da oft ein großer Unterschied und was davon Luxus ist definiert dann jeder für sich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *