Früherer CIA-Direktor wegen Datenweitergabe zu Bewährungsstrafe verurteilt

David Petraeus muss außerdem 100.000 Dollar Strafe zahlen. Dies gilt als milde Strafe, die durch ein Schuldbekenntnis möglich wurde. Der frühere General hatte sich in einem Punkt schuldig bekannt, um das Verfahren abzukürzen.

Der frühere CIA-Direktor und pensionierte General David Petraeus ist zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Dollar verurteilt worden, wie The Verge berichtet. Er hatte seiner Biographin und Geliebten, Paula Broadwell, als geheim eingestufte Unterlagen zugänglich gemacht.

Gerichtsurteil (Bild: Shutterstock)Die Datenweitergabe hatte die Bundespolizei FBI im Jahr 2012 offenbar zufällig bemerkt, als sie Belästigungsvorwürfen nachging und daher Metadaten zu einer bestimmten E-Mail-Adresse abrief, die zu Broadwell führten. Der Skandal weitete sich schnell aus, und Petraeus zog sich von seiner Position in der CIA zurück. Später traf er ein Abkommen mit der Staatsanwaltschaft und erklärte sich in einem Anklagepunkt für schuldig.

Offenbar deshalb empfahl die Staatsanwaltschaft, die Strafe zur Bewährung auszusetzen, obwohl für den von Petraeus eingestandenen Anklagepunkt ein Jahr Haft denkbar gewesen wäre. Der Richter erklärte sich einverstanden, erhöhte aber die von der Anklage vorgeschlagene Strafe um 60.000 Dollar. Für Falschaussagen gegenüber der Polizeibehörde musste sich der Ex-Geheimdienstchef nicht verantworten.

Das Schuldeingeständnis verhinderte ein längeres Verfahren, in dessen Zug möglicherweise weitere private E-Mails von Petraeus als Beweismittel in Anschlag gebracht und somit öffentlich geworden wären. Unter anderem war bekannt geworden, dass er und Broadwell über E-Mail-Entwürfe kommunizierten, die sie nie abschickten, indem sie das gleiche Konto benutzten. Dieser Trick soll auch bei Terroristen und Teenagern beliebt sein.

Petraeus galt als Überwachungsfanatiker. Im Jahr 2012 überlegte er öffentlich, wie sich das Internet der Dinge (IoT) nutzen lassen könnte, um Verdächtige auszuspionieren. Beispielsweise könne man automatisch erfassen, wenn Personen mit dem iPhone ihre Beleuchtung regulierten.

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Themenseiten: Central Intelligence Agency, Gerichtsurteil, Überwachung

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