Microsoft steigert Umsatz trotz schwachen Lizenzgeschäfts

Zu den Einnahmen von 21,7 Milliarden Dollar tragen vor allem die Bereiche Cloud und Hardware bei. Der Nettogewinn bricht im dritten Fiskalquartal hingegen um 12 Prozent auf knapp 5 Milliarden Dollar ein. Dennoch übertrifft das Ergebnis damit die Erwartungen von Analysten.

Microsoft, München (Bild: Microsoft/GSP architekten)Microsoft hat die Bilanz für sein drittes Fiskalquartal 2015 vorgelegt, das am 31. März endete. Demnach konnte es seinen Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 6 Prozent auf 21,729 Milliarden Dollar steigern. Dazu trugen in erster Linie die Sparten Hardware und Cloud bei, während das Lizenzgeschäft – vor allem im Consumer-Bereich – deutlich rückläufig ist. Der Gewinn schrumpfte im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 4,985 Milliarden Dollar oder 0,61 Dollar je Aktie. Der Betriebsgewinn reduzierte sich um 5 Prozent auf 6,594 Milliarden Dollar.

Die Erwartungen der Börse konnte Microsoft mit diesem Ergebnis dennoch leicht übertreffen. Sie hatten mit Einnahmen von 21,1 Milliarden Dollar und einem Aktiengewinn von 0,51 Dollar gerechnet. Entsprechend positiv entwickelte sich der Kurs der Microsoft-Aktie, der nachbörslich um 2,8 Prozent zulegte. Vor dem heutigen Handelsbeginn in New York stand die Aktie gegen 12.50 Uhr sogar knapp 3,5 Prozent im Plus bei 44,85 Dollar.

Zum Hardware-Umsatz trugen unter anderem die von Nokia übernommene Smartphone-Sparte sowie die Surface-Tablets bei. Das Cloud-Geschäft legte um 106 Prozent zu. Microsoft gibt die jährliche Run Rate mit Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online mit 6,3 Milliarden Dollar an. Der Umbau hin zu einem Cloud-Unternehmen scheint also Früchte zu tragen.

Darunter leidet aber gleichzeitig das Lizenzgeschäft: Nachdem vergangenes Jahr die Umsätze mit Windows kurzzeitig angewachsen waren, ging der Absatz der Professional-Version von OEM-Windows im Berichtsquartal um 19 Prozent zurück. Der zwischenzeitige Anstieg war vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Anwender aufgrund des Support-Endes von Windows XP ihre Infrastruktur aktualisierten.

Insgesamt ging der Absatz der OEM-Windows-Version im vergangenen Quartal um 26 Prozent zurück. Bei den Volumenlizenzen beträgt das Minus 2 Prozent. Steigern konnte Microsoft hingegen den Umsatz mit Server-Lizenzen und Services: Hier verzeichnete es ein Plus von 12 Prozent. Die Premium-Versionen von Windows Server, System Center Server und SQL Server legten zusammen sogar um 25 Prozent zu.

Bei der Bürosoftware Office macht sich der Fokus auf die Cloud ebenfalls bemerkbar. Das Lizenzgeschäft war auch hier rückläufig: Die Professional-Version büßte 16 Prozent ein und die für Privatkunden sogar 41 Prozent. Zugleich wächst die Zahl der Office-365-Consumer-Abonnenten um 35 Prozent aus 12,4 Millionen.

Der Umsatz mit Windows-Phone-Lizenzen für Hersteller ging um 16 Prozent zurück. Microsoft hat nach eigenen Angaben 8,6 Millionen Lumia-Geräte verkauft, allerdings griffen Anwender hauptsächlich zu günstigeren Modellen. Daraus ergaben sich Einnahmen von 1,4 Milliarden Dollar, der niedrigste Wert seit der Übernahme des Mobilbereichs von Nokia. Die Zahl der verkauften Nokia-Feature-Phones lag im dritten Fiskalquartal bei 24,7 Millionen und Microsoft erwartet, dass dieser Wert weiter sinken wird. Stetig steigende Umsätze erwirtschaftet der Hersteller hingegen mit seinen Surface-Tablets. Sie kletterten zuletzt um 44 Prozent auf 713 Millionen Dollar.

Das Suchgeschäft wuchs um 21 Prozent. In den USA soll Bing jetzt einen Marktanteil von 20 Prozent halten, was einem Zuwachs von 150 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Im Suchbereich hat Microsoft erst vor wenigen Tagen ein Abkommen mit Yahoo verlängert. Die Nutzung des Xbox-Live-Dienstes für seine Spielkonsole legte ebenfalls deutlich zu und zwar um 30 Prozent.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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