Bitcoin-Wechselbörse Mt. Gox ermöglicht Rückerstattungsanträge

Sie müssen bis 29. Mai gestellt werden. Eine Entscheidung fällt bis 9. September. Seit letzter Woche liegt das Untersuchungsergebnis vor. Demnach wurden die Einlagen ab 2011 entwendet. Fast alle 2014 vermissten Beträge fehlten spätestens im Mai 2013.

Nutzer der seit über einem Jahr geschlossenen Bitcoin-Wechselbörse Mt. Gox können nun Ansprüche wegen verloren gegangener Einlagen erheben. Konkursverwalter Nobuaki Kobayashi zufolge (PDF) steht dafür ein Formular bereit. Es kann auch offline ausgefüllt werden.

Bitcoin-Stapel (Bild: ZDNet.com)Für die Abwicklung hat Kobayashi eine andere Börse gewonnen, nämlich Kraken. Sollte einem Antrag eines Mt.-Gox-Nutzers stattgegeben werden, wird der Bitcoin-Betrag in ein Wallet bei Kraken gebucht. Offen ist noch, ob Offline-Antragsteller Bargeld oder Bitcoin erhalten sollen.

Für die Anträge wird den Konkursunterlagen zufolge ein Wechselkurs von 483 Dollar pro Bitcoin zugrunde gelegt. Das ist zwar deutlich mehr als der aktuelle Kurs von unter 240 Dollar, aber weit weniger als die 700 bis 800 Dollar, die eine Bitcoin zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs von Mt. Gox wert war.

Anträge können bis 29. Mai gestellt werden. Spätestens am 9. September soll dann feststehen, wem welche Entschädigung zusteht.

Die Börse Mt. Gox hatte Ende Februar 2014 Konkurs angemeldet, nachdem ihr 100.000 eigene Bitcoin und 750.000 Bitcoin von Kunden im Wert von rund 350 Millionen Euro gestohlen wurden. Erst letzte Woche hat die Sicherheitsfirma WizSec aus Tokio ihre Untersuchungsergebnisse vorgelegt. Demnach erfolgte der Hack nicht etwa 2014, sondern die Gelder wurden ab 2011 nach und nach entwendet. Fast alle 2014 vermissten Beträge waren Ende Mai 2013 schon nicht mehr vorhanden. Dadurch stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen von Mt. Gox – darunter CEO Mark Karpeles – ausreichende Anstrengungen unternommen haben, um die ihnen anvertrauten Einlagen zu schützen. Karpeles war vergangenes Jahr zu einer Vernehmung in die USA bestellt worden, weigerte sich aber.

Basis der anstehenden Entschädigungen sind 200.000 Bitcoins, die Mt. Gox nach seinem Handelsstopp wiedergefunden hatte. Zudem können Ansprüche aus Vermögenswerten von Mt. Gox abgegolten werden. Für einen Verkauf des kompletten Unternehmens dürfte sich kein Käufer finden.

Die virtuelle Währung Bitcoin ermöglicht anonyme, aber dauerhaft nachvollziehbare Finanztransaktionen ohne zentrale Vermittlungsstelle. Das bedeutet unter anderem, dass keinerlei Gebühren anfallen. Manche sehen in der Kryptowährung auch eine Anlagemöglichkeit – schließlich hat sich ihr Wert schon einmal von wenigen Cent auf über 1000 Dollar gesteigert.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

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Themenseiten: Bitcoin, E-Commerce, Mt. Gox

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