AMD stellt Microserver-Geschäft ein

Das gilt ab sofort. Es hatte diesen Markt 2012 durch eine Übernahme von SeaMicro für 334 Millionen Dollar betreten. Insgesamt schreibt AMD fürs erste Quartal 2015 75 Millionen Dollar auf unveräußerliche Werte ab. Der Quartalsverlust beträgt 180 Millionen Dollar.

AMD hat angesichts eines Umsatzeinbruchs und steigender Verluste angekündigt, das Geschäft mit dichten Server-Systemen, also Microservern, mit sofortiger Wirkung einzustellen. Es hatte diesen Markt 2012 durch eine Übernahme von SeaMicro für 334 Millionen Dollar betreten. Im ersten Quartal schreibt es nun insgesamt 75 Millionen Dollar für unveräußerliche Werte ab.

amd-logo (Bild: AMD)Microserver sind stromsparende und dadurch auch mit großer Dichte in Server-Racks einsetzbare Server, die zunächst überwiegend ARM-basierte Prozessoren nutzten. Sie sollten sich für wenig anspruchsvolle, aber in großer Zahl anfallende Aufgaben im Rechenzentrum eignen, beispielsweise Webhosting. Microserver-Pioniere wie SeaMicro und Calxeda spornten auch Intel an, mit weniger stromhungrigen Prozessoren für das Rechenzentrum aufzuwarten. Calxeda, das zu seinen besten Zeiten mit mindestens sieben Hardwareherstellern kooperierte, darunter HP, hatte seine Geschäftstätigkeit schon Ende 2013 eingestellt.

Das Ende von SeaMicro (Folie: AMD)Im Jahresvergleich brach AMDs Umsatz um etwa ein Viertel auf 1,03 Milliarden Dollar ein. Der schwache PC-Markt zog einen Verlust von 180 Millionen Dollar oder 0,23 Cent pro Aktie nach sich. Das erste Quartal 2014 hatte AMD noch mit einem Verlust von 20 Millionen Dollar abgeschlossen. Besonders schwer traf es folglich die Sparte für Grafikchips und Prozessoren für PCs, die nach einem Umsatzeinbruch von 38 Prozent auf 532 Millionen Dollar einen Verlust von 75 Millionen Dollar verbuchte.

Anders als der große Konkurrent Intel konnte AMD den rückläufigen PC-Markt nicht durch andere Sparten abfangen: Im Bereich Enterprise, Embedded und Semi-Custom ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7 Prozent auf 498 Millionen Dollar zurück. Darüber hinaus belasten hohe Kosten für Forschung und Entwicklung sowie verringerte Einnahmen mit Spielkonsolen das Ergebnis. Zwar kann AMD hier Microsoft, Sony und Nintendo als Kunden nennen, doch Verluste mit der Server-CPU Opteron schmälern den operativen Gewinn in dieser Sparte im Vorjahresvergleich von 85 auf 45 Millionen Dollar.

AMD-Chefin Lisa Su, die dieses Amt im Oktober überraschend übernommen hatte, gab sich optimistisch: „Großartige Produkte herzustellen, Kunden enger zu binden und unser Geschäftsmodell zu vereinfachen ist und bleibt die richtige langfristige Strategie, um AMD zu stärken und unsere finanzielle Performance zu verbessern. Vor dem Hintergrund eines schwierigen PC-Markts konzentrieren wir uns darauf, kurzfristig unsere Ergebnisse zu verbessern und ein stärkeres zweites Halbjahr abzuliefern.“

Su setzt dabei auch auf neue Produkte. Das zweite Quartal 2015 wird ihr zufolge aber noch keine Trendwende bringen: AMD geht davon aus, dass die Umsätze um weitere 3 Prozent sinken.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit der europäischen Technologie-Geschichte aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: AMD, Desktop, Prozessoren, Server

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu AMD stellt Microserver-Geschäft ein

Kommentar hinzufügen
  • Am 18. April 2015 um 14:53 von C

    Sorry AMD – das habt Ihr euch selbst (mit schlechtem Management) zuzuschreiben.
    Als langjähriger AMD-Käufer verliere Ich auch die Geduld…
    Auch glaube Ich nicht, dass die APU´s für High-End sich wirklich eignen. Und Massenware können Intel´s Fabriken auch gut liefern.

    Was fehlt sind
    a) eine performante DESKTOP CPU, die Intel weghaut und stromsparend ist
    b) eine performante SERVER CPU, die Intel´s Angebote kontern kann
    c) eine performante MPU-Add-On Architektur (als Zusatz-Karte oder Mainboard)
    d) eine performante GPU-Architektur (R390X, R400) die Nvidia zeigt wo es lang geht

    Also: aktuell alles.
    Die R390X soll ja zur CompuTex gezeigt werden. Schauen wir mal, ob diese es mit Nvidia´s Angeboten aufnehmen kann.

    Wenn sich das nicht schleunigst ändert…dann gute Nacht! So viel Zeit verbleibt euch nicht mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *