Angebliche App zu Googles US-Mobilfunkdienst durchgesickert

Der dem Kunden kommunizierte Name würde demnach "Project Fi" lauten. Sollte sie echt sein, plant Google - wie schon bei Hangouts - kostenlose Gespräche und SMS in den USA. Schöpft ein Kunde sein Datenkontingent nicht aus, bekommt er am Monatsende eine Rückerstattung.

Googles geplanter US-Mobilfunkdienst trägt wahrscheinlich den Namen „Project Fi“. Das berichtet Android Police, das ein angebliches internes Firmware-Image fürs Nexus 6 zugespielt bekommen hat. Interessant daran ist eine enthaltene App namens Tycho, die für Mobilfunkkunden gedacht scheint.

Angebliche Google-App für Project Fi (Bild: Android Police)Angebliche Google-App für Project Fi
(Bild: Android Police)

Android Police warnt, es handle sich nur um ein Gerücht, dessen Vertrauenswürdigkeit es mit 6 von 10 Punkten bewertet. Zumindest passt der Bericht aber zu Googles bekannten Plänen, und die Namenskonvention hinter „Project Fi“ ähnelt der von „Project Loon“. Tycho heißt übrigens ein Mondkrater.

Das Zertifikat der App enthält einen weiteren Projektnamen: „Nova“. Er war schon im Januar für Googles Discount-Mobilfunknetz genannt worden.

Den Kunden gegenüber scheint Google aber ausschließlich den Namen „Project Fi“ zu verwenden, der vielfach in der App vorkommt und sich auch im Icon wiederfindet. In der App können Kunden Bezahleinstellungen verändern, ihren Datenverbrauch einsehen, Optionen buchen oder abwählen und was man sonst von einer Zugangsprovider-App erwartet. Zusätzlich lässt sich der Dienst bei Google aktivieren, der Nutzer kann eine neue Nummer beantragen oder auch SIM-Karten (und damit Rufnummern) direkt wechseln. Zudem sind Optionen vorhanden, um den Vertrag zu beenden oder das Konto zu schließen.

Falls die App echt sein sollte, zeigt sie schon einige der Besonderheiten von Googles geplantem Dienst auf. So bekommen Nutzer am Monatsende eine Rückerstattung, wenn sie ihr Datenvolumen nicht vollständig genutzt haben. Gehen sie umgekehrt darüber hinaus, gibt es einen festen Aufpreis pro Gigabyte – mit dem Ziel größtmöglicher Transparenz.

Google-Logo (Bild: Google)

Wie schon in Googles Videodienst Hangouts sind US-interne Gespräche und SMS kostenlos, während für Auslandsgespräche vergleichsweise niedrige Gebühren anfallen. Interessant ist auch, dass es eine Option für einen reinen Datenzugang gibt – vielleicht für ein Tablet, mit dem der Anwender keine Anrufe vorzunehmen gedenkt.

Google-Manager Sundar Pichai hatte Pläne für ein eigenes Mobilfunkangebot auf dem Mobile World Congress bestätigt. Wie beim Nexus-Programm wolle man aber nur auf Möglichkeiten aufmerksam machen. „Wir haben nicht vor, ein großer Mobilfunkbetreiber zu werden. Wir arbeiten mit Mobilfunkpartnern. Unsere Antwort sehen Sie in den kommenden Monaten. Unser Ziel ist es, bestimmte Innovationen voranzubringen, die wir für wichtig erachten, wie bei den Nexus-Geräten aber in einem kleineren Umfang, damit die Leute sehen, was wir machen.“

Die erforderlichen Netzwerkbandbreiten in den USA will Google von Sprint und T-Mobile beziehen. Vor einer Woche berichtete dann der britische Telegraph, Google verhandle gerade mit dem in 14 Ländern aktiven Mobilfunkkonzern Hutchison Whampoa über ein Roaming-Abkommen, um Kunden seines Netzes Auslandsroaming ohne Aufpreis ermöglichen zu können. Eine solche Möglichkeit bietet Hutchison Whampoa selbst schon Kunden seiner britischen Marke Three.

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Themenseiten: Android, Google, Smartphone, Telekommunikation

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