HP dementiert Public-Cloud-Exit

Mit sechs Tagen Verspätung reagiert es auf einen "missverstandenen" Bericht der New York Times. Die öffentliche OpenStack-Cloud auf Basis von Helion bleibt erhalten. Sie ermöglicht HP wichtige Erfahrungen und wird von Kunden im Rahmen hybrider Umgebungen - parallel zu anderen Angeboten - genutzt.

Hewlett-Packard hat mit fast einer Woche Verzögerung Berichten widersprochen, es verlasse den Markt für Public Cloud. Sein OpenStack-Angebot auf Basis von Helion bleibe verfügbar.

Logo von Hewlett-Packard (Bild: HP)

Vor sechs Tagen hatte die New York Times mit dem für die Cloud zuständigen Senior Vice President Bill Hilf gesprochen und ihn dahingehend verstanden, HP werde dieses Segment nicht mehr bedienen und nur noch Cloud-Hardware sowie Hybridlösungen anbieten. Er sagte wörtlich: „Wir dachten, die Leute würden Computing von uns mieten oder kaufen. Es hat sich herausgestellt, dass es für uns keinen Sinn hat, im direkten Wettkampf mitzumachen.“ Ergänzende Kommentare wollte HP damals auch gegenüber ZDNet.com nicht abgeben.

Jetzt schreibt Hilf in einem Blogeintrag, er sei missverstanden worden. „Ein Zitat von mir in den Medien wurde so interpretiert, dass HP die Public Cloud verlässt, was nicht zutrifft.“ HPs PR-Abteilung ergänzte: „HPs Engagement für seine Cloud-Strategie bleibt gegenüber dem Start von HP Helion vor fast einem Jahr unverändert.“

Hilf schreibt auch: „HP betreibt eine der größten OpenStack-basierten Public Clouds“ und werde sie nicht aufgeben. „Die HP Helion Public Cloud gibt uns die einmalige Fähigkeit, Technik in bedeutendem Maßstab zu entwickeln und zu testen. Die gewonnenen Kenntnisse kommen auch unseren Kunden zugute. Zudem nutzen Kunden unsere Public-Cloud-Services, die sie als Bestandteil ihrer gesamten Cloud- und Hybrid-Delivery-Strategie benötigen.“ Das heißt letztlich, dass das Angebot vor allem von HP selbst und Großkunden mit HP-Komplettpaketen genutzt wird.

Logo HP Helion (Bild: HP)

HP setze zugleich auf Kompatibilität zu fremden Public-Cloud-Angeboten, schreibt Hilf: „Selbstverständlich wollen Entwickler und IT-Abteilung zunehmend eine Vielfalt an Diensten und Optionen, oft abhängig von Preis und Verfügbarkeit von Ressourcen. Zusätzlich zu unserer Public Cloud nutzen Unternehmen oft eine Kombination an Anbietern, darunter AWS, Google, Azure und Alibaba. Wir glauben, dass Unterstützung und Integration unterschiedlicher Public-Cloud-Angebote ein essenzieller Bestandteil hybrider Unternehmenssysteme ist.“

HPs Stärke sei Flexibilität, schreibt Hilf: „Wir machen nicht nur ein reines Public-Cloud-Angebot. Wir ändern unsere Strategie nicht.“

Es ist nicht das erste Mal, dass HPs Kommunikation zu seiner Strategie Medien und Konkurrenten verwirrt. 2011 etwa kündigte das Unternehmen unter CEO Léo Apotheker an, den PC-Markt zu verlassen. Konkurrent Michael Dell kommentierte damals, HP könne die ausgegliederte PC-Sparte dann ja Compaq taufen. Der Spin-off unterblieb letztlich.

Dass der Durchbruch von OpenStack noch nicht unmittelbar bevorsteht, hatte diesen Monat schon Pionier Nebula berichtet, der den Betrieb mit folgender Begründung einstellte: „Wir sind schwer enttäuscht, dass der Markt wohl noch etliche weitere Jahre brauchen wird, um heranzureifen. Als mit Risikokapital ausgestattetes Start-up haben wir nicht die Ressourcen, das abzuwarten.“ HP hingegen hat diese Ressourcen – und scheint nun doch bereit, auch die nötige Geduld aufzubringen.

[mit Material von Steven J. Vaughan-Nichols, ZDNet.com]

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Themenseiten: Cloud-Computing, Hewlett-Packard, Strategien

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