Apple stopft zahlreiche Sicherheitslöcher in OS X und Safari

Die Fehler stecken in den Komponenten ATS, CFURL, CoreAnimation, FontParser, Graphics Driver, Hypervisor, Kernel, LaunchServices und WebKit. Sie erlauben unter anderem DoS-Angriffe und das Ausführen von Schadcode. Apple beseitigt auch Anfälligkeiten in den Drittanbieter-Diensten Apache, OpenSSL und PHP.

Apple hat zahlreiche Sicherheitslücken in seinem Desktop-Betriebssystem OS X und seinem Browser Safari geschlossen. Die Fixes sind in OS X 10.10.3 Yosemite, Safari 8.05, 7.1.5 und 6.2.5 enthalten. Für OS X 10.9.5 Mavericks sowie OS X 10.8.5 Mountain Lion steht zudem das Sicherheitsupdate 2105-004 zur Verfügung.

OS X 10.10 Yosemite (Bild: Apple)

In OS X stecken einem Advisory zufolge insgesamt 78 Schwachstellen. Apple patcht unter anderem die Komponenten ATS, CFURL, CoreAnimation, FontParser, Graphics Driver, Hypervisor, Kernel, LaunchServices und WebKit. Ein Angreifer könnte unter Umständen Schadcode einschleusen und sogar mit System-Rechten ausführen. Dafür muss er ein Opfer beispielsweise auf eine speziell präparierte Website locken oder dazu bringen, eine manipulierte Schrift-Datei zu laden.

Ein Fehler im Hypervisor sowie zwei Kernel-Bugs ermöglichen wiederum DoS-Angriffe, Ein anderer Kernel-Fehler kann dazu führen, dass das Betriebssystem unerwartet herunterfährt. Apple beseitigt außerdem einen Speicherfehler, der beim Umgang mit iWork-Dateien auftritt. OS X 10.10.3 sowie das Sicherheitsupdate 2015-004 enthalten zudem einen Fix für eine Lücke in WebKit, die der Sicherheitsforscher JungHoon Lee Ende März auf dem Hackerwettbewerb Pwn2Own präsentiert hatte.

Apple liefert mit den Sicherheitsupdates aber auch Patches aus, die Drittanbieter bereitgestellt haben. Unter anderem schließt Apple so 9 Lücken in Apache, 2 Lücken in OpenLDAP, 6 Lücken in OpenSSL und 21 Schwachstellen in PHP.

Das Unternehmen aus Cupertino hat zudem ein Update für Safari bereitgestellt, das 10 Anfälligkeiten beheben soll. Es soll unter anderem verhindern, dass gefährliche Websites Nutzer verfolgen. Das ist offenbar möglich, weil Safari nicht korrekt prüft, ob ein Client-Zertifikat zur SSL-Authentifizierung passt. Die jetzt als unsicher eingestuften Safari-Versionen sind zudem unter Umständen nicht in der Lage, den Browserverlauf vollständig zu löschen.

Sieben Löcher stopft Apple alleine in der Browserengine WebKit. Darunter sind fünf Speicherfehler, die einen Absturz der Anwendung auslösen können und eine Remotecodeausführung erlauben. WebKit erfasst möglicherweise aber auch den Browserverlauf, obwohl ein Nutzer den Privatsphäremodus gestartet hat.

Die Updates verteilt Apple über die Softwareaktualisierung. Sie können auch von der Apple-Website heruntergeladen werden. Aufgrund der Schwere der Anfälligkeiten sollten betroffene Nutzer die Patches so schnell wie möglich installieren.

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Themenseiten: Apple, Betriebssystem, Browser, Mac OS X, Safari

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5 Kommentare zu Apple stopft zahlreiche Sicherheitslöcher in OS X und Safari

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  • Am 9. April 2015 um 15:52 von Judas Ischias

    Meine Güte. Das ist ja erschreckend. So viele Fehler in einem angeblich sicherem System.
    Zwar relativ schnell beseitigt, aber trotzdem bin ich überrascht, dass es so eine Gefahr auch bei Apple gibt.

    Da bleib ich doch lieber bei Android. ;)
    Da weiß ich was ich habe. ;)
    Ohne die immer wieder auftretenden Meldungen von noch immer nicht gefixten oder neuen Sicherheitslücken, wäre der Tag doch langweilig.;)

    • Am 9. April 2015 um 18:09 von PeerH

      Du weißt, dass Du ein Mobilgeräte Betriebssystem mit einem Desktop System vergleichst? Offensichtlich nicht. ;-)

      „OS X“ mit Android zu vergleichen ist wie Windows mit Symbian … einfach Unsinn. ;-)

      Abgesehen davon führte Windows bei der Anzahl der in 2014 bekannt gewordenen Lücken dann doch deutlich vor OS X. Man bediente sich sogar der Hilfskrücke, dass man die diversen Windows Versionen getrennt betrachtete, und den IExplorer ebenfalls – und es sah dennoch eher traurig aus. ;-]

      • Am 10. April 2015 um 9:05 von War1ock

        Schlechter Vergleich, da bei Betriebssysteme (Windows und Mac OS) eine unterschiedlich große verbreitung haben.

        Ein System mit weniger Nutzern ist einfach uninteressanter und daher gibt es weniger bekannte Sicherheitslücken, des Weiteren gibt evt. auch einfach weniger Leute die diese Suchen.

        Das ist wie der Vergleich von schlechten Äpfeln mit einer anderen sehr Exotische Frucht. Klar findet man in Deutschland dann mehr schlechte Äpfel! Also immer das Gesamtbild betrachten.

        Fakt ist aber, Apple hat leider eine negative Art mit Sicherheitslücken umzuegehn, es dauert häufig einfach Jahre bis diese geschlossen werden. Microsoft betreibt das „etwas“ (wenn auch nicht viel) besser, solange NSA und Co. Zugriff haben, werden diese zumindest absehbar gepatcht.

        • Am 10. April 2015 um 10:59 von PeerH

          Na ja: denkt man an die letzten großen Sicherheitslücken, so wurden diese zuerst unter Linux, dann unter OS X, und dann erst unter Microsoft geschlossen. Apple hat die ‚großen Brocken‘ definitiv schneller geschlossen als Microsoft.

          Es mag bei OS X Sicherheitslücken geben, die länger offen sind, die gibt es bei Windows aber definitiv auch. Einfach mal hier bei ZdNet einige Artikel anschauen. Das wird häufiger dokumentiert.

      • Am 10. April 2015 um 14:55 von Judas Ischias

        @PeerH,
        ich denke, Du weißt schon, dass mir bekannt ist, dass es zwei unterschiedliche Systeme sind!?
        Du tust nur so als ob?

        Mich wunderte es nur mal wieder, dass in so kurzer Zeit wieder eine Meldung über so viele Sicherheitslücken zu lesen ist.
        Wo doch, was selbst Dir bekannt sein müsste, hier schon häufiger von Applern geschrieben wurde, dass Apple sicher ist, oder nur ein paar klitzekleine Lücken hätte, die immer ganz schnell geschlossen werden.

        Wenn Du eine Lupe benutzen würdest, dann könntest Du erkennen, dass die letzten drei Sätze mit einem Ironiezeichen versehen wurden.
        Aber ich verstehe schon, dass es nicht so ganz einfach ist, auf einem iPhone 4s mit nur 3,5 Zoll, die Ironiezeichen zu erkennen. ;-)))

        Und warum sollte ein androider Blechmann nicht interessiert sein, mal die Geräte von Apple zu verwenden? ;)

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