Samsung USA verliert Marketingchef

Todd Pendleton schuf die virale Kampagne "The Next Big Thing" fürs Galaxy S3. Er ermöglichte damit Samsungs Aufstieg zum Smartphone-Marktführer. Das musste er auch im Prozess gegen Apple in San Jose den Geschworenen erläutern.

Samsung verliert den Chef seiner amerikanischen Marketingabteilung, Todd Pendleton. Er teilte Kollegen mit, dass er Samsung im April verlassen werde, wie News.com in Erfahrung gebracht hat. Er war der Kopf hinter Samsungs bisher erfolgreichster US-Kampagne „Next Big Thing„, die für das Galaxy S3 warb und zugleich über Apple spottete.

Samsung-Logo (Bild: Samsung)Pendletons Team und die Anzeigenagentur 72 And Sunny überzeugten damals die US-Netzbetreiber, das neue Samsung-Spitzenmodell gleichzeitig ins Programm aufzunehmen. Das ermöglichte ihnen, eine einzige große Kampagne zu fahren, statt immer wieder von vorn anzufangen.

In dieser Funktion sagte Pendleton auch im Prozess Apple gegen Samsung in San Jose aus. Ihm zufolge war es sein Team, und nicht etwa ein Kopieren von Apples iPhone, das Samsungs Aufstieg zur Nummer eins im Smartphonemarkt möglich machte. Samsung sei durch „The Next Big Thing“ zur führenden „viralen“ Marke aufgestiegen, was eine Auswertung der Social-Media-Follower und -Posts belege, erklärte er den Geschworenen. Samsung Mobile hat heute auf Twitter 10,6 Millionen Follower.

Das krisengeschüttelte Samsung hat in den letzten Monaten eine ganze Reihe Manager verloren – gerade in den USA. Dazu hat es selbst mit Plänen beigetragen, die Mobile Marketing Group von Richardson in Texas nach New York oder in seine Nordamerika-Zentrale in New Jersey zu verlegen. Auch Pendletons Team wäre von einem solchen Umzug von Texas in den Nordosten betroffen gewesen, die Entscheidung wurde aber seither rückgängig gemacht.

Samsung beschäftigt etwa 300.000 Mitarbeiter weltweit, eine gewisse Fluktuation ist also als normal anzusehen. Allerdings scheinen die Mobile-Sparte und auch das für Fernseher und Heimelektronik zuständige Samsung Electronics in den USA überproportional betroffen. Nicht mehr bei Samsung Nordamerika ist beispielsweise Seshu Madhavapeddy, Vizepräsident für Produkte und Technologien, der die Entwicklung der Mobilgeräte verantwortete. Auch der für Strategie, Marketing und Produktmanagement der Galaxy-Tablets und der Galaxy-Gear-Smartwatch zuständige Vizepräsident und General Manager Nanda Ramachandran hat das Unternehmen verlassen.

Auch in Südkorea lassen Umbesetzungen im Top-Management Samsungs Mobile-Sparte nicht zur Ruhe kommen. Im Februar trat der dortige Mobile-Marketing-Chef zurück. Kim Seok-pil musste allerdings – kurz vor dem Start des neuen Spitzenmodells S6 – aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit nehmen. Er hatte den Posten erst im Dezember übernommen. Sein Nachfolger ist Lee Sang-chul, der schon das Russland- und Südamerikageschäft leitete.

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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