Telefónica führt UMTS-Netze von O2 und E-Plus zusammen

Durch National Roaming können die Kunden beider Provider ab Mitte April das UMTS-Netz des jeweils anderen nutzen. Das gilt auch für Partnermarken wie Base, Fonic oder Simyo. Die Umschaltung erfolgt automatisch, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Telefónica Deutschland will Mitte April die UMTS-Netze von O2 und E-Plus zusammenlegen. Durch das bundesweite National Roaming können dann Mobilfunkkunden der beiden Provider das jeweils andere UMTS-Netz nutzen. Das gilt auch für Partnermarken wie Aldi Talk, Base, Blau.de, Fonic, Ortel Mobile, Simyo oder Tchibo mobil.

O2 und E-Plus fusionieren (Bild: Telefónica)

Durch die gegenseitige Öffnung der Mobilfunknetze von O2 und E-Plus verbessere sich das Nutzererlebnis bei mobilen Datendiensten auch dort, wo die Kunden noch keine LTE-Versorgung haben und das ohne Zusatzkosten, wie Telefónica betont. In Gebieten, in denen das Netz des Kunden keine Abdeckung biete, werde er automatisch über National Roaming mit dem jeweils anderen UMTS-Netz verbunden. Das setzt aber natürlich voraus, dass dessen Abdeckung besser ist. Eine gesonderte Anmeldung für das National Roaming ist nicht erforderlich.

„Mit der Einführung des National Roamings fällt der Startschuss für das neue Netz von Telefónica Deutschland“, sagte Thorsten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland. „Unsere Kunden und Partner profitieren damit auch beim Netz von den ersten konkreten Vorteilen der Fusion. Wir werden ihnen mit der kombinierten Netzversorgung das beste Netzerlebnis über UMTS in Deutschland bieten und freuen uns, dass wir dieses technische Großprojekt für unsere Kunden schneller realisieren können als ursprünglich geplant.“

In städtischen Gebieten erwarte Kunden vor allem eine dichtere Netzversorgung in Gebäuden, verspricht Telefónica. In ländlichen Regionen profitierten insbesondere Anwender, deren bisheriges Netz keine UMTS-Versorgung biete. UMTS sei nach wie vor der wichtigste Standard für die mobile Datenübertragung.

Mit dem National Roaming überbrückt Telefónica die Zeit bis zur physischen Integration der beiden Netzinfrastrukturen. Diese Konsolidierung der Netze will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren abschließen.

Parallel treibt Telefónica den Ausbau seines LTE-Netzes voran. Im vierten Quartal 2014 habe man das Investitionsvolumen im Vergleich zu den Vorquartalen deutlich erhöht, teilte es mit. Aktuell liege die LTE-Netzabdeckung außerhalb von Gebäuden bei rund 62 Prozent der Bevölkerung. Bis Ende 2016 soll die Quote auf 90 Prozent steigen.

E-Plus gehört seit Oktober vergangenen Jahres zu Telefónica. Die Fusion kostete den Mutterkonzern des Münchner Mobilfunkanbieters O2 8,6 Milliarden Euro. Von der Zusammenlegung beider Netze verspricht er sich Einsparungen in Höhe von über 5 Milliarden Euro. Von den derzeit etwa 40.000 Basisstationen sollen dadurch rund 14.000 eingespart werden können. Zugleich will Telefónica in den nächsten drei Jahren 1600 Arbeitsplätze abbauen. Derzeit beschäftigt es etwa 6000 Mitarbeiter. Gemessen an der Zahl der Kundenanschlüsse ist es mit 47 Millionen derzeit Deutschlands größter Mobilfunkbetreiber.

Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer in Deutschland ist leicht rückläufig (Grafik: Statista).

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Themenseiten: E-Plus, O2, Telefónica, Telekommunikation, UMTS

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