Apple führt Schlichtungsgespräche mit Akkuhersteller A123 Systems

Es will die im Februar eingereichte Klage offenbar mit einem außergerichtlichen Vergleich beilegen. Apple soll wichtige Mitarbeiter von A123 Systems abgeworben und damit gegen Wettbewerbsrecht verstoßen haben. Sie gehören jetzt angeblich zu einem Team, das an einem Elektroauto arbeitet.

Apple strebt im Rechtsstreit mit A123 Systems offenbar eine außergerichtliche Einigung an. Am Dienstag bat der iPhone-Hersteller beim zuständigen Gericht um mehr Zeit, um auf die Klage reagieren zu können. Man suche gemeinsam mit dem Kläger nach einer möglichen Lösung in der Sache.

Apple-Logo (Bild: Apple)

A123 Systems entwickelt und vertreibt unter anderem Lithium-Ionen-Akkus für Elektrofahrzeuge. Vergangenen Monat hatte es Apple vor einem Bundesgericht in Massachusetts verklagt und ihm vorgeworfen, gezielt wichtige Mitarbeiter abgeworben zu haben und damit gegen Wettbewerbsrecht zu verstoßen. „Apple entwickelt derzeit in großem Maßstab eine Akku-Sparte, um im selben Markt mit A123 zu konkurrieren“, heißt es in der Klageschrift.

Die fünf in der Klage genannten Mitarbeiter, die Apple engagiert hat, waren bei A123 Systems für Entwicklung und Produkttests zuständig. Bei Apple sollten sie dieselben Aufgaben übernehmen. Damit verstoßen sie laut dem Kläger gegen von ihnen unterzeichnete Geheimhaltungs- und Wettbewerbsklauseln. Während letztere in vielen US-Bundesstaaten nicht auf dem Rechtsweg durchsetzbar sind, erlaubt Massachusetts soclhe Klauseln.

Im Februar waren erste Gerüchte aufgekommen, dass Apple an einem eigenen Elektroauto arbeitet. Als Erstes hatte die Financial Times von einem „geheimen Forschungslabor“ außerhalb des Apple-Hauptquartiers mit zahlreichen Top-Managern aus der Automobilbranche berichtet, darunter der ehemalige Leiter der Forschungsabteilung der Daimler AG, Johann Jungwirth. Chef des Labors soll wiederum der Apple-Veteran Steve Zadesky sein, der schon die für den ersten iPod und das erste iPhone verantwortlichen Teams geleitet hat.

Bloomberg meldete später, dass Apple die Entwicklung seines Elektroautos in den nächsten fünf Jahren zum Abschluss bringen will. Spätestens 2020 wolle es mit der Serienproduktion beginnen. Aktuell bestehe das zuletzt stark gewachsene Team aus rund 200 Mitarbeitern. In den vergangenen Monaten habe Apple unter anderem Experten für Akkus und Robotik angeworben.

Apple interessiert sich schon seit Jahren für den Automobilsektor. CEO Tim Cook bezeichnete die auf iOS basierende Fahrzeugintegrationslösung CarPlay als „Schlüssel zu unserer Zukunft“. CarPlay ist Teil der Bemühungen der Technikbranche, Lösungen für den Automobilbereich zu entwickeln, was auch Fahrhilfen oder nahezu vollständig autonome Fahrzeuge einschließt.

Nach Informationen von Reuters geht es bei Apples neuer Forschungsabteilung in erster Linie um Software, die für autonome Fahrzeugsysteme benötigt wird. Das Wall Street Journal wertet allein die Größe des Projekts mit dem Codenamen „Titan“ als deutlichen Hinweis, dass Apple es mit seinem Engagement in Automotive-Bereich ernst meine.

Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas sagte schon vergangenes Jahr voraus, dass autonome Fahrzeuge bis 2026 praktisch überall zum Einsatz kommen werden, sobald die Industrie Probleme hinsichtlich der Zuverlässigkeit, Infrastruktur und Verbraucherakzeptanz gelöst habe. „Autonome Autos sind nicht länger nur aus dem Reich der Science Fiction“, schrieb Jonas in einer Forschungsnotiz an Kunden. „Sie sind real und werden schneller auf den Straßen sein als Sie glauben.“

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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