Schweizer Uhrenhersteller integrieren Fitness-Sensoren

Erste Anbieter sind Alpina, Frederique Constant und Mondaine. Zusammen mit Fullpower aus Kalifornien wurde ein Ökosystem aus Sensoren, Apps für Android wie auch iOS und ein Cloud-Backbone geschaffen. Die Batterielaufzeit beträgt zwei Jahre.

Die Schweizer Uhrenhersteller Alpina, Frédérique Constant und Mondaine haben eine Smartwatch-Plattform namens MMT Horological vorgestellt, die einen Kompromiss zwischen traditioneller Uhrentechnik und moderner Datenerhebung anstrebt. Technischer Partner ist das auf Bewegungserfassung spezialisierte US-Softwarehaus Fullpower, dessen Technik auch in Fitnessbändern von Nike und Fitbit zum Einsatz kommt.

Alpina-Uhr mit analogem Ziffernblatt und Senortechnik (Bild: News.com)Die Quarzuhren verfügen nicht über einen Bildschirm, sondern über ein klassisches Zifferblatt und Zeiger. Sie sind aber mit Sensoren ausgestattet, um wie ein Fitnessband Bewegung zu registrieren und den Schlaf zu überwachen. Zur MMT-Plattform gehört auch ein Cloud-Backbone, um erfasste Daten abzulegen. Dieses System nennt sich MotionX.

Die traditionell wirkenden Uhren sind zu Android und iOS kompatibel, mit denen sie sich via Bluetooth austauschen. Auf dem Smartphone wird eine zugehörige App installiert. Je nach Modell gibt es tiefergehende Verbindungen. So gleicht das Modell von Frédérique Constant die Zeit auf der Uhr mit dem Smartphone ab. Es hat auch eine analoge Anzeige für Schlaf und sportliche Aktivität.

Durch den Verzicht auf ein Display beträgt die Laufzeit mit einer Batterie zwei Jahre oder mehr, wie von traditionellen Uhren gewohnt. Smartwatches wie Pebble Time, Motorola Moto 360 oder LG G Watch R hingegen müssen wöchentlich bis täglich aufgeladen werden. Für die im April startende Apple Watch gibt es diesbezüglich noch keine Angabe, die Laufzeit könnte aber maßgeblich über ihren Erfolg entscheiden.

Uhr mit Ziffernblatt und iPhone-Anbindung (Bild: Frédérique Constant)

Zusätzlich sollen die Uhren „Get-Active-Hinweise“ unterstützen. Darunter scheinen Erinnerungen zu verstehen sein, wieder einmal aufzustehen und sich zu bewegen – ähnlich wie dies Tim Cook kürzlich für Apples Watch geschildert hat. Diese Hinweise werden durch in der Uhr verbaute Motoren realisiert.

Über die Smartphone-Apps schreibt Frédérique Constant, dass sie die erfassten Daten als einfache, leicht zu verstehende Grafiken aufbereiteten. Der Nutzer erfahre darin mehr über seinen Körper und könne sich Ziele setzen. Resultat seien ein aktiveres Leben und besserer Schlaf durch nachhaltige Verhaltensänderungen.

Die Preise der Schweizer Uhren beginnen bei etwa 800 Euro für die Mondain und 950 und 995 Euro für Frédérique Constant respektive Alpina. Die ersten drei Modelle werden ab Mai 2015 erhältlich sein. Im Jahresverlauf soll die Zahl der Angebote auf mindestens zehn steigen.

MMT steht für Manufacture Modules Technologies Sàrl, ein Joint Venture der Schweizer Uhrenmarken mit dem kalifornischen Unternehmen Fullpower. Es sitzt wie Frédérique Constant in der traditionsreichen Uhrenstadt Genf.

[mit Material von Sarah Mitroff, News.com]

Tipp: Kennen Sie die größten Technik-Flops der IT-Geschichte? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 14 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Android, Fullpower, Smartwatch, iOS

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Schweizer Uhrenhersteller integrieren Fitness-Sensoren

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *