Google I/O: Vorstellung von Android Pay geplant

Die neue API soll Bezahlungen in Stores wie auch In-App-Käufe in den Anwendungen von Drittentwicklern erlauben. Die Bezahlung im stationären Einzelhandel ermöglicht die Nahfunktechnik NFC in Android-Smartphones. Der 2011 eingeführte Bezahldienst Google Wallet besteht eigenständig weiter und wird durch Android Pay unterstützt.

Google will seine Bezahlplattform mit einer neuen API namens Android Pay erneuern und diese auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O vorstellen. Das berichtet Ars Technica und beruft sich dabei auf eine gut informierte Quelle. Die Plattform soll für Bezahlungen in Stores wie auch für In-App-Käufe in den Anwendungen von Drittentwicklern offenstehen.

(Bild: Marguerite Reardon / CNET.com)Bezahlung mit Google Wallet an einem Verkaufsterminal (Bild: Marguerite Reardon / CNET.com)

Anbieter könnten mit Android Pay ihrer App eine Option für mobiles Bezahlen hinzufügen, für die Nutzer Kreditkarten- oder Debitkarten-Informationen hochladen, um das Bezahlen mit einem einzigen Fingerdruck zu ermöglichen. Darüber hinaus soll die Programmierschnittstelle in gleicher Weise auch das Bezahlen im stationären Einzelhandel erlauben. Diese Funktion beruhe auf Googles Host Card Emulation (HCE), die Apps von Drittanbietern die Nutzung von Chips für die Nahfunktechnik NFC (Near Field Communication) in Android-Smartphones erleichtern.

Anders als Google Wallet sei die Android-Pay-API mit HCE von Grund auf neu entwickelt worden. Der Quelle zufolge arbeitet Google noch nicht mit Partnerfirmen zusammen, aber sein Bezahldienst Google Wallet soll eigenständig weiterbestehen und von Android Pay unterstützt werden. Es wäre demnach einfach für einen Nutzer, sein Wallet-Konto mit Apps zu verbinden, die Android Pay als Bezahloption anbieten – und es könnte sogar automatisch erfolgen.

Google fährt damit wie schon in anderen Produktkategorien eine Doppelstrategie. Da sich die Funktionalität von Android Pay und Google Wallet überschneidet, hält Ars Technica jedoch für möglich, dass der Internetkonzern die Wallet-API auslaufen lässt, nachdem sich Android Pay durchsetzt hat.

HIGHLIGHT

Apple Pay stößt auf erste Hürden

Als Apple im letzten Jahr mit dem iPhone 6 sein neues Bezahlverfahren Apple Pay vorstellte, wurde die Lösung von vielen bereits als nächste Erfolgsgeschichte des US-Unternehmens gefeiert. Ganz so leicht scheint es aber auch für Apple nicht zu sein, den Mobile-Payment-Markt für sich zu erobern. Insidern zufolge verlaufen die Verhandlungen des iPhone-Herstellers in China nicht nach Wunsch. Gleichzeitig arbeitet Samsung an einer Lösung, die womöglich einen entscheidenden Vorteil hat.

Das 2011 eingeführte Google Wallet setzte ganz auf die zentrale NFC-Bezahlfunktion, die das Mobiltelefon zur Geldbörse machte, kämpfte aber mit einer nur langsamen Akzeptanz bei den Verbrauchern. Google startete als erster Anbieter mit einem NFC-Bezahldienst in den Markt, aber Banken sowie Netzbetreiber verhielten sich abwartend und bereiteten gleichzeitig eigene Bezahldienste vor. Ein Jahr später versuchte Google mit einer cloudbasierten neuen Version von Wallet, seinen Bezahldienst vielseitiger nutzbar zu machen, und unterstützte nun die Kredit- und Kundenkarten führender Anbieter wie Visa, Mastercard und American Express.

Bewegung in den Markt brachte Apple, das seit vergangenem Herbst seine mobile Bezahllösung anbietet, die bisher jedoch nur auf iPhone 6 und iPhone 6 Plus zur Verfügung steht. Durch eine Partnerschaft mit dem mobilen Bezahldienst Softcard gelang es Google jetzt, die alten Fronten aufbrechen. Mit der vor Kurzem angekündigten Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftsunternehmen von AT&T, Verizon Wireless und T-Mobile USA will der Internetkonzern die Reichweite seines Bezahldiensts Google Wallet erhöhen, der in direkter Konkurrenz zu Apples Lösung Apple Pay steht. Der Vereinbarung zufolge wird Google künftig die Technologie von Softcard unterstützen. Im Gegenzug installieren die US-Mobilfunkanbieter die Google-Wallet-App auf in ihren Stores erhältlichen Smartphones mit Android 4.4 KitKat oder höher.

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Themenseiten: Android, E-Commerce, Google, Google I/O, NFC, Smartphone

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4 Kommentare zu Google I/O: Vorstellung von Android Pay geplant

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  • Am 26. Februar 2015 um 16:09 von Thomas

    Google Pay, Fingerabdruck, mobiles bezahlen … Woran erinnert mich das nur? Ah, ich hab’s … ??? *Lösung siehe unten.

    Eigentlich müssten sie sich schämen, sollte die Meldung sich bewahrheiten.

    Wie steht es denn mit dem Stichwort Sicherheit des Fingerabdrucks bei Google aus? Wird das auf die Google Server geladen, frei Haus zur NSA? Bei iOS verlässt der Fingerabdruck das Gerät nicht, ist nach derzeitigem Stand so sicher, dass die Kreditkartenunternehmen und weit über 600 Banken dem Verfahren trauen.

    Wie ist das bei Google gelöst? Oder schreiben sie dazu nix? Mir wäre es neu, dass Android das handeln kann, aber wer weiss.

    *Lösung: die vermutlich unsichere Variante von Apple Pay? ;]

    • Am 27. Februar 2015 um 5:45 von punisher

      Da sabbert der Apple Fanatiker so stark, dass er anstatt Fingerdruck Fingerabdruck sieht. Da Google pay keinen Fingerabdruck braucht, ist die Sicherheit deines Abdrucks zu 100% gewährleistet ;)

      • Am 28. Februar 2015 um 10:23 von In der Tat

        In der Tat, Fingerdruck lese auch ich: was soll dann aber der abgekupferte Name? Soll der Eindruck eines sicheren Bezahlsystems erweckt werden? Was sie nicht bieten können? ;-)

    • Am 27. Februar 2015 um 7:01 von Vertrauen?

      “ ist nach derzeitigem Stand so sicher, dass die Kreditkartenunternehmen und weit über 600 Banken dem Verfahren trauen.“

      Was hat die Unterstützung eines Paymentsystems durch eine Bank mit einem Vertrauen in dessen Sicherheit zu tun? Das ist eine Ableitung die die Anhänger von Apple treffen.
      Den Banken ist es völlig egal wie „sicher“ ein Verfahren eines Dritten ist, bei Missbrauch, hacks, oder sonstigen Fehlern ist schließlich nicht die Bank in der Haftung. Was für die Unterstützer wichtig ist, ist die Übergabe eines „rechtssicheren“ also authorisierten Datensatzes zu einem Bezahlvorgang. Ob den der echte Kunde oder ein Hacker oder sonst wer einreicht kann der Bank egal sein, muss sich der Kunde einen Kopf drum machen, nutzt er ein Drittsystem, muss er sich erst mal an den wenden.
      Sie können in jedem gefakten onlineshop die Bezahlsysteme der Kreditkartenunternehmen integrieren, nur weil sie dann VISA, Mastercard, Amex, PayPal etc. anbieten, ist das kein Nachweis für die Sicherheit ihres Shops.

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