Microsoft öffnet OneDrive für Entwickler

Die neue OneDrive API ist nur eine einer ganzen Reihe von geplanten Office-365-APIs. Unterstützt werden neben Windows auch Android, iOS und Web-Apps. Das Ergebnis sind tief im Microsoft-Cloud-Ökosystem verwurzelte Apps.

Microsoft hat eine neue Programmierschnittstelle (API) für seinen Cloud-Storage-Dienst OneDrive für die Nutzung durch Drittentwickler freigegeben. Einem Blogbeitrag zufolge setzt Microsoft die OneDrive API auch intern ein. Sie unterstützt Windows, iOS, Android und Browserprogramme. Sämtliche OneDrive-Funktionen stehen damit auch innerhalb von fremden Apps zur Verfügung.

Logo OneDrive (Bild: Microsoft)

Die RESTful API „ermöglicht Entwicklern, OneDrive in ihre Apps zu integrieren und Nutzerdaten über alle großen Plattformen hinweg zu verwalten“, heißt es in Microsofts Ankündigung. Damit lasse sich „auf einer skalierbaren Cloud-Storage-Plattform aufbauen, die Nutzer über die gesamte Familie an Microsoft-Diensten hinweg erreicht.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Microsoft Cloud-Storage-APIs verfügbar macht. Den ersten Versuch unternahm es 2012, als OneDrive noch SkyDrive hieß. Damals versprach Microsoft, nach einer Integration könnten „Ihre User Dokumente, Fotos und andere Dateien in ihrem SkyDrive ablegen oder von dort laden.“

OneDrive nähert sich damit dem Konkurrenten Dropbox an, dessen API als wichtiges Merkmal gilt. Zugleich ist die Entscheidung aber strategischer Natur. Schließlich hatte Microsoft-CEO Satya Nadella im vergangenen Herbst mit der Bemerkung überrascht, Microsofts wertvollste Programmierschittstelle sei Office 365. Entwickler, die Office-365-APIs nutzten, hätten fast immer auch Azure Active Directory und andere verwandte Dienste im Einsatz.

Für seine Konferenz Ignite Anfang Mai plant Microsoft nun weitere Ankündigungen zu den Office-365-APIs. Das Veranstaltungsprogramm enthält bereits diverse Sessions mit verwandten Themen. Entwickler profitieren demnach, indem sie Nutzer und Gruppen aus Azure Active Directory verwenden können, Dateien aus OneDrive und dessen Business-Ableger, aber auch Mail, Kalender, Kontakte und Sites. Das Ergebnis sind tief im Microsoft-Cloud-Ökosystem verwurzelte Apps – nicht nur für Windows und Windows Phone, sondern auch für Android und iOS.

Derzeit gibt es schon Yammer-APIs, über die Entwickler Microsofts Social Network einbinden können, und Unified-Communications-APIs für den Zugriff auf Skype for Business (das frühere Lync). Mit Video-APIs lassen sich Inhalte aus Office 365 holen. Auch für das People- und Knowledge-Management-Portal der nächsten Office-Generation sind APIs geplant, und eine „Graph API“ soll Zugriff auf Maschinelles Lernen mit Office Graph geben.

Den Grundstein hatte vor einem Jahr „Napa“ gelegt. Unter diesem Codenamen erschienen Werkzeuge für Entwickler, die Apps zum Office Store beisteuern wollten. Erst diese Woche hat Microsoft die API-Sandbox für Office 365 um C#-Unterstützung ergänzt. Einige Nutzer von Office 365 berichten zudem von einem Dienst namens „Alchemy“, den sie im Dashboard gesichtet haben. Einer inzwischen entfernten Infoseite zufolge ist Alchemy ein „Webservice für die Verbindung zwischen SharePoint Online und Visual-Studio-Code“.

Dem Veranstaltungsprogramm für Ignite zufolge wird Microsoft auch mehr APIs für Outlook und OWA für Entwickler verfügbar machen. Demnach gibt es die „Apps for Outlook Platform“ seit zwei Jahren, während letztes Jahr „Compose Apps“ eingeführt wurde. Erwartet wird zudem, dass Microsoft bei Entwicklern für seine Notizen-API zum Programm OneNote werben wird. Das Unternehmen hatte letztes Jahr vier Dienste als „Knotenpunkte“ identifiziert: OneDrive, OneNote, Outlook.com und Skype.

[mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

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Themenseiten: Anwendungsentwicklung, Cloud-Computing, Microsoft, Storage, Webentwicklung

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