Canalys: Nachfrage nach Android-Wear-Geräten ist noch verhalten

Im vergangenen Jahr wurden 720.000 Smartwatches und Fitnessarmbänder mit Googles im März vorgestellten Betriebssystem verkauft. Das reichte lediglich für einen Marktanteil von 15,6 Prozent. Führend ist hier Motorola vor LG, Sony und Asus. Der Gesamtmarkt wird weiterhin von Samsung dominiert, was sich mit der Apple Watch aber bald ändern könnte.

Die Marktforscher von Canalys haben Zahlen zum Absatz von Smartwatches und anderen Wearables im vergangenen Jahr vorgelegt. Demnach fanden Geräte mit Googles im März 2014 vorgestelltem Android Wear rund 720.000 Käufer. Das reichte lediglich für einen Marktanteil von 15,6 Prozent.

Smartwatches mit Android Wear (Bild: Google)Smartwatches mit Android Wear (Bild: Google)

Insgesamt wurden 2014 laut Canalys weltweit etwa 4,6 Millionen „Smart Wearable Bands“ ausgeliefert, wozu das Unternehmen sowohl Smartwatches als auch Fitness-Armbänder zählt. Führender Android-Wear-Anbieter war Motorola mit seiner Smartwatch Moto 360, gefolgt von LG, Sony und Asus. Separate Verkaufszahlen der einzelnen Hersteller weist Canalys allerdings nicht aus.

Marktführer im Wearable-Segment ist nach wie vor Samsung. Wie Canalys-Analyst Chris Jones anmerkt, haben die Koreaner in den letzten 14 Monaten sechs Geräte dieser Kategorie auf Basis verschiedener Betriebssysteme herausgebracht. „Aber Samsung hat Schwierigkeiten, die Verbraucher bei der Stange zu halten, und muss hart daran arbeiten, Entwickler anzuziehen, da es sich bei seinen Wearables auf [sein Betriebssystem] Tizen konzentriert.“

Abseits des Android-Ökosystems behauptet sich Pebble als starke Kraft. Wie sein CEO Eric Migicovsky schon Anfang Februar bekannt gab, setzte es bis Ende 2014 insgesamt eine Million Smartwatches ab. Für dieses Jahr kündigte er neue Modelle und eine völlig neuartige Softwareplattform an. Außerdem hat der Hersteller international expandiert und bietet seine Computeruhren jetzt auch offiziell in Deutschland an. Sie sind zu iOS- und Android-Smartphones kompatibel, und zu ihrem Erfolg trug nicht zuletzt ihre lange Akkulaufzeit bei.

Der chinesische Hersteller Xiaomi verfolge im Vergleich zu allen übrigen Herstellern eine ganz andere Strategie. Sein relativ günstiges Fitnessband Mi Band verkaufte sich Canalys zufolge seit der Vorstellung Ende Juli mehr als eine Million Mal. An einem einzelnen Tag konnte der Hersteller sogar 103.000 Einheiten absetzen. „Die Verkaufszahlen zeigen, wie schnell ein Unternehmen allein durch die Größe des chinesischen Marktes eine treibende Kraft in einem Segment werden kann“, kommentiert Analyst Jason Low. Weltweit werde der Markt für Fitnessarmbänder weiterhin von Fitbit angeführt.

Alles in allem kann 2014 als Einführungsjahr gesehen werden, in dem Wearables erstmals größere Absatzzahlen erreichten. Nach Einschätzung der Analysten werden die Verkäufe 2015 durch den Einstieg von Apple nochmals deutlich anziehen. Zudem erwarten sie signifikante Änderungen bei den Marktanteilen, wenn im April die Apple Watch in den Handel kommt.

„Die Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten wird eine der größten Überraschungen für die Leute sein, wenn sie sie nutzen“, sagte Apple-CEO Tim Cook in dieser Woche auf einer Technologiekonferenz der Investmentbank Goldman Sachs. App-Entwickler arbeiteten an Programmen, die den Nutzer denken lassen: „Wow, ich kann nicht mehr ohne dieses Gerät leben.“

Canalys-Analyst Daniel Matte erklärte zum bevorstehenden Einstieg des iPhone-Herstellers in den Wearable-Markt: „Alle Augen sind jetzt auf Apple gerichtet, das noch vor dem Start im April weitere Einzelheiten zu seiner Apple Watch enthüllen wird. Das Produkt wird zu einem dramatischen Wachstum des Markts für Smart Bands und Wearables insgesamt führen. Apple hat die richtige Entscheidung getroffen, mit seinem WatchKit-SDK die Akkulaufzeit der Plattform zu erhöhen, und die Apple Watch wird eine branchenweit führende Energieeffizienz bieten.“ Android Wear hingegen müsse sich in Zukunft deutlich verbessern, „und wir glauben, das es das wird.“

[mit Material von Rachel King, ZDNet.com]

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Themenseiten: Android, Apple, Google, Marktforschung, Pebble, Samsung, Smartwatch, Wearable, Xiaomi

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6 Kommentare zu Canalys: Nachfrage nach Android-Wear-Geräten ist noch verhalten

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  • Am 12. Februar 2015 um 13:38 von Jupp

    Natürlich ist die Nachfrage insgesamt verhalten! Das Apple-Produkt zum Thema ist ja auch noch nicht auf dem Markt und damit fehlt den Kunden die Vergleichsmöglichkeit. Offenbar werden erhebliche Erwartungen in die Apple Watch gelegt. Sofern diese erfüllt werden, wird die Apple Watch nicht nur den Markt abräumen, sondern auch zur Mastervorlage für diverse Kopierstudios aus China und Südkorea… Anderenfalls werden die Absatzzahlen auch im Android-Wear-Bereich etwas weniger verhalten zulegen.
    Warten wir’s ab.

    • Am 12. Februar 2015 um 14:53 von M@tze

      „sondern auch zur Mastervorlage für diverse Kopierstudios aus China und Südkorea“ Aber das Design ist doch bereits bekannt und ich wüsste nicht, dass eine der großen Firmen dieses kopieren will (Ok, billige China Plagiate gab es ja bereits zu kaufen.). Das liegt aber meines Erachtens auch daran, dass das Design (der Apple Watch) nicht wirklich schön oder gar bahnbrechend ist. Was sollte man da kopieren wollen? Sobald wir aber zum Thema Software kommen, wird sich das Ganze nicht so einfach kopieren lassen, da Google mit Android Wear (als Unterbau) es den Herstellern gar nicht erlaubt eigene GUI’s „darüber zu stülpen“, um eine einheitliche Benutzererfahrung bieten zu können. Also müssten diese eine komplette Software für ihre Wearables selber schreiben und pflegen – das wird wohl keiner machen. Ich glaube nicht daran, dass man von der Apple Watch so wilde Plagiate finden wird, wie von anderen Apple Devices.

      • Am 12. Februar 2015 um 16:07 von Na ...

        Das Konzept ließe sich kopieren – ich meine, dass dann die anderen im Erfolgsfall der Apple Watch schnell ebenfalls versuchen werden dem technischen Gimmick eine Mode Note überzustülpen.

        Und bestimmte Funktionen, wie zum Beispiel das anstupsen, die werden sehr wahrscheinlich bereits bei Google ’nachempfunden‘, und das dürfte eben bei einigen in die Apple Watch eingebauten Apps entsprechend sein.

        Die Integration bzw. Zusammenarbeit von iPhone und Apple Watch bezüglich Apple Pay – einfaches bargeldloses bezahlen.

        Die ‚anderen‘ werden sich schon die interessanten Features herausziehen, und dann zeitnah ’nachempfinden‘. ;-)

        • Am 13. Februar 2015 um 0:53 von Judas Ischias

          Aha, der Apple-Beauftragte verbreitet mal wieder seine Parolen.
          Manchmal frage ich mich wirklich, warum Du so verbissen für Apple deine Kommentare schreibst?
          Für so einen Quark zahlt doch bestimmt nicht mal Apple Geld?!

          Könnte der Verkauf der relativ wenigen Geräte wohl daran liegen, dass speziell die Smart Watches noch gar nicht so lange auf dem Markt sind und dass sich erst überwiegend „Technikfreunde“ diese Geräte gekauft haben?

          Der normale Konsument hat da doch wohl nur mal im Ausnahmefall zugegriffen.

          Auch sind die Preise für solch immer noch unausgereiftes Zeugs, sehr hoch und einen wirklichen Nutzen, der es erforderlich machen würde, solch ein Gerät zu kaufen, ist noch nicht vorhanden.
          Und die Geräte auch nicht gerade preiswert und optisch auch nicht immer eine Augenweide.

          Daran wird auch Apple nichts ändern.

          Ich z.B. lege Wert auf harmonische Formen.
          Wenn ich dann sehe wo die Krone angebracht ist, dass hat doch mit Harmonie und Modenote überhaupt nichts zu tun. ;((
          M@tze hat da völlig Recht, schön ist wirklich was anderes.

          Und die Apple Watch wird garantiert auch nicht wegen Apple Pay gekauft und auch nicht weil sie Dinge beherrscht die andere Uhren noch nicht können, sondern einzig und allein weil hinten ein Apfel drauf ist.
          Eventuell noch, weil die Uhr bestimmt sehr teuer ist und man damit als „Entscheider“ gut in der Business-Class mit angeben kann. ;)
          Oder in der Disco. ;)

          Natürlich spielt auch das pathetische Gesülz von Cook eine große Rolle.
          Wenn der oberste Appler so etwas erzählt, wird dieses kritiklos geglaubt.

          Vor einigen Monaten habe ich einige Sprüche von Jobs zitiert. Da wurde sich aufgeregt, dass ich es mir erlauben würde einen Toten so zu zitieren, obwohl es diese Sprüche nachweislich gibt.
          Wo sind denn diesmal die aufgeregten Kommentare zum Thema Krebs, was der Cook vom Stapel gelassen hat, obwohl doch sein Vorgänger Jobs ein paar Jahre vorher an Krebs gestorben ist?

          • Am 13. Februar 2015 um 9:28 von Maleducato

            „Aha, der Apple-Beauftragte verbreitet mal wieder seine Parolen.
            Manchmal frage ich mich wirklich, warum Du so verbissen für Apple deine Kommentare schreibst?“
            …und dann schreibst Du einen Kommentar bzw. eine Hassrede, die gleich dreimal länger ist als der angeprangerte Beitrag selbst!
            Das ist wirklich nur noch lästig, peinlich und ohne wirklichen Inhalt!

          • Am 14. Februar 2015 um 12:17 von Judas Ischias

            Oops, da bin ich wohl einem Äpfelchen auf den Stiel getreten. ;)

            Dein Genörgel über meinen Kommentar ist sinnlos, wenn Du nicht die Punkte anführst, welche Du zu bemängeln hast.

            Ich geb ja zu, dass ich Wert auf harmonische Formen lege, ist wirklich unangemessen. Und deshalb war meine Kritik über die Positionierung der Krone auch völlig daneben.

            Auch dass ich die Meinung von @M@tze bestätigt habe, dass schön wirklich was anderes ist, ist wirklich unerhört.

            Auch nicht gut ist meine Meinung, dass die Watch gekauft wird, weil hinten ein Apfel drauf ist, sondern es werden bestimmt mindestens 20 Millionen Experten und Technikfreunde die bestimmt hervorragende Uhr kaufen und auch garantiert jede Möglichkeit der Technik nutzen, die von der Uhr geboten wird.

            Dies mit dem Kauf wegen Namen oder Logo ist auch Android so, nicht nur bei Apple,(da passiert so etwas aber häufiger). Die Mehrheit der Kunden kauft nicht weil da Android drauf ist oder wegen der Betriebsversion, sondern weil z.B. Samsung, HTC oder Sony stehen.

            Trotzdem spielen dabei auch so großartige Aussagen eine Rolle, wie z.B. diese:“dass Cook ohne die Uhr nicht mehr leben kann.“

            Und noch etwas um dein etwas schwaches Wissen zu verbessern.
            Die Worte „Entscheider“ oder „Business-Class“, stammen nicht von mir, sondern von Mac-Harry.
            Und die Kommentare wo diese Worte geschrieben wurden, protzten nur von Überheblichkeit und deshalb werden diese Worte nicht nur von mir immer wieder mal irgendwo passend eingesetzt.

            Gab es da Gemecker von dir?
            Ich kann mich da an nichts erinnern.

            Und ich finde es noch immer völlig daneben, dass Cook das Wort Krebs im Zusammenhang mit dem sitzen benutzt hat, gerade weil sein Vorgänger an Krebs gestorben ist.

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