Alibaba beteiligt sich mit 590 Millionen Dollar an Smartphone-Hersteller

Meizu wird künftig den Android-Fork YunOS einsetzen. Diese Integration war aber ohnehin schon in Planung. Es kann Alibaba künftig verstärkt als Vertriebsplattform nutzen. Sein Marktanteil in China liegt unter zwei Prozent.

Der chinesische E-Commerce-Konzern Alibaba hat umgerechnet 590 Millionen Dollar in den ebenfalls aus China stammenden Smartphone-Hersteller Meizu investiert. Dies berichtet Reuters. Das Unternehmen kann zudem künftig Alibaba verstärkt als Vertriebskanal nutzen. Im Gegenzug wird es Alibabas Android-Fork YunOS auf seinen Endgeräten aufspielen.

Die Alibaba Group und ihre Marken (Bild: Alibaba)Die Alibaba Group und ihre Marken (Bild: Alibaba)

Meizu sitzt in Zhuhai in der Provinz Guangdong. Seine etwa 1000 Angestellten produzieren vor allem für den chinesischen Markt bestimmte Smartphones mit Android als Betriebssystem, ergänzt um einen eigenen Skin namens Flyme. Mit einem Marktanteil von ein bis zwei Prozent liegt es aber deutlich hinter etablierteren chinesischen Firmen wie Huawei, Lenovo und Xiaomi.

Das Unternehmen wurde 2003 gegründet. Auf seiner Website ist auch von Niederlassungen in Hongkong, Israel, Russland und der Ukraine die Rede. Das aktuelle Spitzenmodell MX4 Pro stammt vom November 2014.

Bryan Ma von IDC Asia kommentiert: „Meizu hat heute nur etwa ein Prozent Anteil am chinesischen Markt, und an der Einführung von YunOS arbeitet es ohnehin seit Oktober 2014. Es ist also nicht so, dass dies die Lage von Alibaba über Nacht verbessert, und es ist auch keine Wunderwaffe, die YunOS auf einen Schlag weit verbreitet. Man muss sich schon fragen, ob wohl auch andere Hersteller Endgeräte mit YunOS planen. Immerhin hat Meizu loyale Fans, die die Marke als Kult sehen. Und es ist einer der aufstrebenden chinesischen Anbieter, die man im Auge behalten sollte, auch wenn sie jetzt noch im Schatten von Xiaomi stehen.“

Meizu MX4 (Bild: News.com)

Alibabas Entwicklung YunOS heißt im Hochchinesischen so viel wie Cloud OS. Es wird von dessen Tochter Alicloud programmiert, auch als Aliyun OS bezeichnet und dürfte der Grund sein, warum Alibaba in Meizu investiert. Es rückt cloudbasierte Dienste für Datenspeicherung, Messaging und Fotos in den Mittelpunkt, die entsprechend leicht zwischen Geräten zu synchronisieren sind. Zu seinen Schattenseiten wird eine Reihe Raubkopien von Android-Apps im Aliyun App Store gezählt.

Die Alibaba Group hatte im vergangenen Jahr einen Rekord-Börsenstart in den USA hingelegt. An ihrer Spitze steht der „reichste Man Chinas“, Jack Ma. Sie ist die meistgenutzte Handelsplattform Chinas, wo E-Commerce sehr verbreitet ist. Mit Alipay hat das Unternehmen auch einen Bezahldienst. Zu seinen Aktivitäten gehören auch Logistik, Cloud-Computing und digitale Medien. Der Chief Technology Officer der Alibaba Group, Wang Jian, kommentiert in einer Aussendung: „Die Investition in Meizu steht für eine wichtige Ausweitung der Ökosystems der Alibaba Group und ist ein wichtiger teil unserer Mobilstrategie, in deren Zug wir Nutzern eine große Bandbreite an Mobilangeboten und -Erfahrungen bringen wollen.“

Alibaba meldete seine Investition als Minderheitsanteil an Meizu. Wie groß sein Anteil an dem Smartphone-Hersteller dadurch ist, hat es nicht angegeben.

[mit Material von Leon Spencer, ZDNet.com, und Aloysius Low, News.com]

Themenseiten: Alibaba, Android, Betriebssystem, China, Cloud-Computing, E-Commerce, Meizu, Smartphone, Strategien

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