Sicherheitsforscher: Russische Hacker haben Zugang zum Netzwerk von Sony Pictures

Das Sicherheitsunternehmen Taia Global beruft sich auf Daten eines ukrainischen Hackers. Darunter sind E-Mails von Sony-Mitarbeitern von Ende Januar 2015. Sie sind nicht in den Dokumenten enthalten, die die Hackergruppe Guardians of Peace veröffentlicht hat.

Die US-Sicherheitsfirma Taia Global hat einem Bericht von Forbes zufolge Beweise dafür gefunden, dass russische Hacker in den vergangenen Monaten Daten aus dem Netzwerk von Sony Pictures gestohlen haben. Ein Teil dieser Daten hat Taia von einem Hacker aus der Ukraine enthalten. Sie seien zu „100 Prozent“ echt.

(Logo: Sony Pictures)Laut Jeffrey Carr, CEO von Taia, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Hacker immer noch Zugriff auf das Netzwerk von Sony Pictures haben. Möglicherweise seien sie unbeabsichtigt gleichzeitig mit den Guardians of Peace in das Netzwerk eingedrungen, der Hackergruppe, die sich offiziell zu dem Angriff auf das Filmstudio bekannt hat.

Taia liegen dem Bericht zufolge Tabellen vor, die nicht aus der Datensammlung stammen, die die Guardians of Peace ins Netz gestellt haben. Zwei E-Mails von Sony-Mitarbeitern seien zudem vom 14. beziehungsweise 24. Januar – die ältesten Nachrichten hätten das Datum August 2014. Ein Dokument sei von einem Mitarbeiter einer Kinokette erstellt worden, der die Echtheit bestätigt habe. „Das Material ist authentisch – die Frage ist, wo kommt es her“, sagte Carr im Gespräch mit Forbes. Er habe aber vollstes Vertrauen in seine Quelle, die er seit 2011 kenne.

Sony habe er mehrfach kontaktiert, aber nie eine Antwort erhalten, so Carr weiter. Ein Sony-Sprecher wollte den Bericht auf Nachfrage von Forbes nicht kommentieren.

Carrs Aussagen nähren laut Forbes Zweifel an der Behauptung der US-Regierung, Nordkorea sei alleine für den Einbruch in die Computersysteme von Sony Pictures verantwortlich. Sie seien stattdessen ein Hinweis auf die Beteiligung mehrerer Hackergruppen. Angesichts der Sicherheitsprobleme bei Sony, von denen das Unternehmen den durchgesickerten Unterlagen zufolge wusste, sei es keine große Überraschung, dass Sony von mehr als einer Gruppe kompromittiert wurde.

Erst vor Kurzem hatte der US-Auslandsgeheimdienst NSA bestätigt, er habe genaue Kenntnisse über die Versuche Nordkoreas, in den vergangenen Jahren kommerzielle Netzwerke und Cyber-Infrastrukturen in den USA zu infiltrieren. Aus Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden geht hervor, dass die NSA schon seit 2010 nordkoreanische Hacker mithilfe von Malware überwacht.

Wie viele Sicherheitsexperten hält es jedoch auch Carr für schwierig, die Hintermänner eines Hackerangriffs genau zu bestimmen. Meist sei man ja nicht einmal in der Lage, die einzelnen an einem Angriff beteiligten Personen voneinander zu unterscheiden. „Wie kann man ihnen dann etwas zuordnen?“, ergänzte Carr.

Themenseiten: Datendiebstahl, Hacker, Secure-IT, Sicherheit, Sony Pictures

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1 Kommentar zu Sicherheitsforscher: Russische Hacker haben Zugang zum Netzwerk von Sony Pictures

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  • Am 6. Februar 2015 um 9:40 von Hahaha

    Na, was für ein Zufall, finden sich nun Sony Dokumente auf russischen Servern, auf Nordkorenischen Servern, und die Schuldigen sind natürlich Nordkorea (halte ich für möglich) und in Russland (was für ein Stuss).

    Liest sich so, als ob die ‚wir sind Gegner der USA Liste‘ abgearbeitet wird. ;-)

    Insbesondere die Tatsache, dass das von einem ‚Ukrainischen Hacker‘ berichtet wird, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Am Besten fragt man den Ukrainischen Geheimdienst, ob Russland ‚böse‘ ist, und macht eine shocking Story daraus. ;-)

    These: morgen finden sie Sony Dokumente beim Iran, und der IS hat sicher ebenfalls bei Sony geschnüffelt.

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