Tabletverkäufe im 4. Quartal erstmals seit 2010 rückläufig

Besonders betroffen ist Kindle-Fire-Hersteller Amazon mit minus 70 Prozent im Jahresvergleich. Auch die Spitzenreiter Apple und Samsung verlieren zweistellig. Als einziger größerer Anbieter verbucht Lenovo plus 9,1 Prozent. 2015 soll ausgerechnet Windows 10 wieder für Wachstum sorgen.

IDC hat im vierten Quartal 2014 einen Rückgang der Tablet-Verkaufszahlen konstatiert. 76,1 Millionen verkaufte Geräte waren 3,2 Prozent weniger als die 78,6 Prozent im Weihnachtsquartal 2013. Seit dem Marktstart von Apples iPad 2010 hatte die Kategorie bisher Jahr für Jahr zulegt.

Tablets (Bild: News.com)

Die verkauften Stückzahlen dürften IDC zufolge für alle Tablet-Hersteller enttäuschend gewesen sein – nicht nur für Apple. 21,4 Millionen verkaufte iPads bedeuteten immerhin einen Rückgang um 17,8 Prozent. Das zweitplatzierte Samsung registrierte sogar minus 18,4 Prozent, auf 11 Millionen Stück. Es bietet mehrere Tablet-Reihen an, bekannt sind aber vor allem die Galaxy-Tabs.

Noch härter traf es Amazon als Hersteller des Kindle Fire, dessen Verkauf um 70 Prozent einbrach. Im vierten Quartal 2014 kam es nur noch auf 1,7 Millionen Stück. Steigern konnte sich unter den von IDC namentlich erwähnten Firmen mit signifikantem Marktanteil nur Lenovo, das ein Plus um 9,1 Prozent auf 3,7 Millionen Einheiten registrierte.

Die wahrscheinlichen Gründe für den schwächelnden Tablet-Markt haben in den letzten Monaten diverse Marktbeobachter immer wieder heruntergebetet: Viele Haushalte verfügen schon über solche Geräte, sie werden weniger häufig aktualisiert als Smartphones und oft von anderen Familienmitgliedern weitergenutzt. Da sich der Funktionsumfang kaum erweitert, gibt es auch wenig Gründe für ein Update. Immer größere Smartphones – also Phablets – entwerten Tablets zudem in den Augen mancher Verbraucher.

IDC, das seine Vorhersage im vergangenen Jahr schon gesenkt hat, nannte nun einen weiteren Punkt: Der Tablet-Markt hänge allzu sehr von den beiden führenden Firmen ab, Apple und Samsung. Er sei „sehr kopflastig“. Beide haben laut IDC mit eigenen Problemen zu kämpfen: Apple gelingt es laut IDC-Analyst Jitesh Ubrani einfach nicht, das Spektakel der iPhone-Einführungen auf iPads zu übertragen. Samsung hingegen habe das Problem, dass im mittleren bis oberen Preisbereich wenig Interesse an Android-Geräten bestehe, kommentierte er.

Für 2015 erwarten die Marktforscher dennoch wieder Wachstum bei Tablets. Als Gründe nennen sie die Veröffentlichung von Windows 10 und den Trend hin zu größeren Bildschirmen. Letzterer ist zugleich Teil eines von IDC erhofften „verstärkten Fokus auf Produktivität“. Mit Gestensteuerung beispielsweise sieht es auch wieder technische Innovation im Tabletbereich heraufdämmern.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

Themenseiten: Apple, IDC, Marktforschung, Samsung, Tablet

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