In-App-Käufe: Amazon, Apple und Google einigen sich mit europäischen Behörden

Der in Italien erzielte Vergleich gilt für ganz Europa. Die Anbieter weisen deutlicher auf In-App-Käufe hin und sprechen im Zusammenhang nicht mehr von "kostenlosen" Apps. Sie haben 60 Tage Zeit, ihre Versprechen umzusetzen und einer Strafe von je bis zu 5 Millionen Dollar zu entgehen.

Amazon, Apple und Google haben eine Einigung mit der italienischen Kartellbehörde zu In-App-Käufen getroffen, die europaweit gelten wird. Sie verpflichten sich, keine Apps mehr als „kostenlos“ auszuweisen, die möglicherweise nach dem Start Zahlungen erfordern – die so genannten In-App-Käufe. Das berichtet das Wall Street Journal.

Apple und Amazon Appstore (Logos: Amazon und Apple)

Die drei genannten US-Firmen sowie der französische Spieleentwickler Gameloft werden auch den eigentlichen In-App-Kaufvorgang deutlicher machen. Sie erhalten 60 Tage Zeit, um die Maßnahmen zu ergreifen und einer drohenden Strafe von jeweils 5 Millionen Euro zu entgehen. Sowohl aus Apples App Store als auch aus Google Play ist aber zumindest der „Gratis“-Button für Apps ohnehin schon verschwunden. Stattdessen lassen sich solche Apps nun mit dem neutraleren Begriff „Laden“ einkaufen.

Die italienische Kartellbehörde hatte ihre Untersuchung des Falls im Mai 2014 begonnen und dabei von vornherein eng mit der EU-Kommission zusammengearbeitet. Die Einigung schaffe für die Verbraucher mehr Sicherheit, als es eine Strafe je vermocht hätte, teilt sie nun mit. Laut WSJ machen In-App-Käufe mehr als die Hälfte aller Umsätze mit Online-Spielen in Europa aus.

(Bild: Google)

Google kommentierte gegenüber der US-Zeitung, der App-Markt sei für alle Beteiligten noch sehr neu. Eine optimale Nutzererfahrung stehe jederzeit im Mittelpunkt. Besonders interessant liest sich aber ein Kommentar von Marco Pierani, Chef der italienischen Verbraucherschützervereinigung Altroconsumo, die die Untersuchung durch eine Beschwerde angestoßen hatte: „Zusammen mit der Kartellbehörde ist es uns gelungen, drei Web-Giganten zu einer Änderung ihres Verhaltens zu veranlassen – nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa. Das passiert auch nicht alle Tage. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass die Verpflichtungen auch eingehalten werden.“

Die EU-Kommission hatte Apple noch im Juli 2014 wegen der In-App-Käufe kritisiert. Der iPhone-Hersteller hatte ihr zufolge bis dahin „keine festen Zusagen und keinen Zeitplan“ für die Umsetzung eventueller Änderungen vorgelegt. Die Kommission klagte vor allem über Spiele, die Kinder zu teuren In-App-Käufen verleiten. Apple behauptete, ausreichende Maßnahmen ergriffen zu haben.

In den USA hingegen legte im Herbst zumindest Google eine FTC-Untersuchung gegen Zahlung von 19 Millionen Dollar bei. Im Dezember begann es, die Summe an geschädigte Verbraucher auszuzahlen.

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