Qualcomm senkt Ausblick wegen Verlust eines Großkunden

Damit dürfte Samsung gemeint sein, das den Snapdragon-810-Chip nicht in seiner nächsten Galaxy-S-Generation verbauen will. Aufgrund dessen und eines sich weiter verschärfenden Wettbewerbs in China rechnet Qualcomm nun mit weniger Verkäufen. Sein Aktienkurs gab nach der Anpassung der Prognose um über sechs Prozent nach.

Qualcomm hat am Mittwoch nach Börsenschluss seine Bilanz für das erste Geschäftsquartal 2015 vorgelegt. Obwohl die Ergebnisse besser ausfielen als von Analysten erwartet, gab der Aktienkurs des Halbleiterherstellers aufgrund einer nach unten korrigierten Prognose für das zweite Halbjahr im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent nach. Vor dem heutigen Börsenbeginn in New York lag er zwischenzeitlich fast acht Prozent im Minus bei 65,45 Dollar und damit über 2 Dollar unter dem 52-Wochen-Tief.

(Bild: Stephen Shankland / CNET.com)

Als Grund für den angepassten Ausblick nennt Qualcomm den Verlust eines Großkunden, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um Samsung handelt. Denn kürzlich war bekannt geworden, dass Samsung in der nächsten Generation seiner Galaxy-S-Smartphones offenbar eigene Chips anstelle von Qualcomm-Prozessoren verbauen will. Dem Vernehmen nach sind Überhitzungsprobleme des neuen Qualcomm-Chips Snapdragon 810 der Grund für die Entscheidung.

„Wir haben ein gutes Quartal abgeliefert, mit Rekorden beim Quartalsumsatz und operativen Non-GAAP-Gewinn. Und wir sind sehr zufrieden, dass wir unseren zuvor offengelegten Streit mit einem Lizenznehmer in China beilegen konnten“, kommentierte Qualcomm-CEO Steve Mollenkopf die jüngsten Quartalszahlen. „Vorausblickend haben wir unsere Umsatzprognose für unser Halbleitergeschäft in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres gesenkt und ebenso unsere Aktiengewinnerwartung. Diese Anpassungen sind auf unsere überarbeiteten Schätzungen hinsichtlich des OEM-Mix, Verkäufen an einen Großkunden und gesteigerten Wettbewerb in China zurückzuführen.“

Die Lizenzprobleme in China werden Qualcomm aber offenbar auch in Zukunft weiter beschäftigen. Seit 2013 läuft dort ein Kartellverfahren gegen das US-Unternehmen wegen angeblicher Verstöße gegen Wettbewerbsgesetze. In Folge der Untersuchung meldeten mehrere chinesische Lizenznehmer niedrigere verkaufte Stückzahlen, was sich schon länger negativ auf Qualcomms Lizenzeinnahmen auswirkt.

Dazu teilt das Unternehmen nun mit: „Wir glauben weiterhin, dass bestimmte Lizenznehmer in China ihrer vertraglicher Verpflichtung nicht in vollem Umfang nachkommen, Verkäufe lizenzierter Produkte an uns zu melden, und dass Firmen ohne Lizenz die Beantragung einer neuen Lizenz bewusst hinauszögern, während die NDRC-Untersuchung noch läuft. Wir unternehmen Schritte, um diese Probleme zu adressieren, allerdings ist der Ausgang und der Zeitpunkt für eine Lösung derzeit noch nicht abzusehen.“

Im abgelaufenen ersten Quartal erzielte Qualcomm mit seinem weltweiten Halbleitergeschäft einen Nettogewinn von 2 Milliarden Dollar oder 1,17 Dollar je Aktie (nach GAAP). Der Non-GAAP-Aktiengewinn belief sich auf 1,34 Dollar. Der Umsatz stieg auf 7,1 Milliarden Dollar, was einem Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 6 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Die Wall Street hatte mit einem Aktiengewinn von 1,26 Dollar bei Einnahmen von 6,62 Milliarden Dollar gerechnet.

Für das laufende Quartal erwartet Qualcomm einen Umsatz zwischen 6,5 und 7,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll in einer Spanne von 1,28 bis 1,40 Dollar liegen. Analysten rechnen mit mindestens 1,28 Dollar und Einnahmen von 6,74 Millarden Dollar.

[mit Material von Natalie Gagliordi, ZDNet.com]

Themenseiten: Prozessoren, Qualcomm, Quartalszahlen, Samsung

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