Tim Cook: 2015 wird das Jahr von Apple Pay

Der CEO meldet 750 beteiligte Banken und Kreditinstitute in den USA. Den Ausstieg der Händlergruppe MCX unter der Führung von Walmart bezeichnet er als "Geplänkel". Bei der Restaurantkette Panera Bread sind ihm zufolge bereits 80 Prozent aller Mobiltransaktionen Apple-Pay-Vorgänge.

Apple Pay ist heute schon der beliebteste Bezahldienst seiner Art. Das hat zumindest Apple-CEO Tim Cook in der vergangenen Nacht in einer Telefonkonferenz gegenüber Analysten vertreten: „Wir sind zuversichtlicher als jemals, dass 2015 das Jahr von Apple Pay werden wird.“

Apple Pay (Bild: James Martin/CNET)

Die Zahl der Bankpartner erhöht sich weiter konstant – Cook zufolge sind nun 750 Banken und Kreditinstitute in den USA beteiligt. Zum Start waren es rund 500.

Laut dem Apple-Chef werden von drei über kontaktlose Bezahldienste ausgegebenen Dollar zwei Dollar mit Apple Pay bezahlt, es hat also nach Transaktionsvolumen einen Marktanteil von mehr als 66 Prozent. Kontaktlose Bezahldienste schließen mutmaßlich Smartcards ebenso ein wie NFC-Zahlungen konkurrierender Angebote wie Google Wallet, nicht aber Kartenzahlungen, bei denen ein Chip oder ein Magnetstreifen ausgelesen wird.

Außerdem gibt es Cook zufolge derzeit 200.000 automatische Systeme, die Zahlungen mit Apple Pay entgegennehmen – Parkuhren ebenso wie Waschmaschinen und Warenautomaten. Die dem zugrunde liegende Partnerschaft mit USA Technologies hat Apple ebenfalls erst gestern angekündigt.

Der Bezahldienst ist seit Oktober in den USA verfügbar. Er erfordert ein iPhone 6 oder 6 Plus, da sich Apple erst mit der Smartphone-Generation von 2014 zur Integration eines NFC-Funkchips entschloss, wie ihn führende Android- und Windows-Phone-Modelle seit vielen Jahren mitbringen.

Zu den Hauptkonkurrenten zählt denn auch Google Wallet, das laut einer unabhängigen Statistik im Dezember 4 Prozent aller digitalen Bezahlvorgänge für sich beanspruchen konnte – Apple Pay aber nur ein Prozent. US-Funknetzbetreiber haben mit Softcard eine weitere Alternative vorgestellt.

Bisher zögern viele Anwender, ihr Smartphone als Geldbörse zu verwenden; die Banken hoffen, dass Apple der Technik nach jahrelangem Abwarten endlich zum Durchbruch verhilft – insbesondere mit der ab April erhältlichen Apple Watch, da ein Smartphone aus der Tasche zu holen und anschließend am Terminal vorbeizuwedeln kaum weniger aufwändig als Zahlen mit einer Kreditkarte oder Münzen sein kann.

Im US-Handel stößt Apple Pay nicht auf Begeisterung, weil es mit Visa sowie MasterCard arbeitet und dem Handel deren hohe Gebühren aufbürdet. Einige befürchten, dass Apple Pay die für sie ungünstige Gebührenstruktur der Kreditkartengesellschaften aufrechterhält und vielleicht sogar langfristig zementiert. Der von Walmart angeführte Händlerverbund Merchant Customer Exchange (MCX) ist deshalb bei Apple Pay schon wieder ausgestiegen, um einen eigenen Standard einzuführen. Cook bezeichnete dies nun als „Geplänkel“.

Der Apple-CEO stellte stattdessen zwei Händler als positive Beispiele heraus. Bei der Restaurantkette Panera Bread sind demnach bereits 80 Prozent aller Mobiltransaktionen Apple-Pay-Vorgänge. Und der Lebensmittelhändler Whole Foods soll seit dem Start von Apple Pay vor drei Monaten ein Plus von 400 Prozent bei mobilen Bezahlvorgängen beobachtet haben. Absolute Zahlen wurden nicht genannt.

[mit Material von Donna Tam, News.com]

Themenseiten: Apple, E-Commerce, Smartphone, iPhone

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