Bericht: Snapchat integriert mit „Discover“ redaktionelle Inhalte

Snapchat bringt eine junge Nutzerschaft mit - Verlage ihre Artikel und Videos. Die Erlöse aus im Kontext gezeigter Werbung wollen sie teilen. Zu den Launchpartnern zählen angeblich CNN, Warner Music und National Geographic.

Snapchat steht angeblich vor einer Ausweitung seines populären Messaging-Diensts. Ab dem heutigen Dienstag wird es mehreren Medienberichten zufolge Multimedia-Inhalte ausliefern: Fotos, Videos und Artikel von namhaften Verlagen, die eine ideale Umgebung für Werbung darstellen.

Logo Snapchat (Bild: Snapchat)

Die Idee: Verlage bringen die Inhalte ein, Snapchat die User. Die Funktion, die „Discover“ („Entdecken“) heißen soll, war schon letzten Sommer in Planung gewesen. Damals sah Snapchat angeblich einen Start im November 2014 vor, ließ den Termin aber ohne Ankündigung verstreichen.

Recode zählt nun als Launchpartner CNN, ESPN, Vice und Warner Music auf. Die New York Post nennt zudem Comedy Central, Food Network und National Geographic. Digiday ergänzt, auch Snapchat selbst werde redaktionelle Inhalte produzieren. Ziel der Übung ist es, die zahlreichen jungen Nutzer von Snapchat für dieser Inhalte zu interessieren und ihnen dort Werbung zu zeigen. Die Verlage werden an den Werbeerlösen beteiligt.

Erste Werbung im Bereich „Neue Nachrichten“ hatte Snapchat im Oktober eingeführt. Gleich der erste Versuch, ein Link-Hinweis zu einem Trailer des Universal-Pictures-Films „Ouja“, führte zu Millionen Abrufen und einem glücklichen Werbekunden, wie die Los Angeles Times damals berichtete.

Das drei Jahre alte Unternehmen Snapchat generiert damit noch keine signifikanten Umsätze, wird aber von Investoren aufgrund seines Potenzials hoch bewertet. Facebooks Gebot von 3 Milliarden Dollar hat es 2013 abgelehnt. Inzwischen wird sein Wert auf 10 Milliarden Dollar geschätzt.

Im August hatte Comscore ermittelt, dass Snapchat im Bereich der für Werbetreibende besonders interessanten Zielgruppe zwischen 18 und 34 Jahren die drittbeliebteste Social-Media-App stellt – hinter Facebook und dessen Bilderdienst Instagram. An Problemen mit dem Datenschutz in einer App, die Bilder angeblich nach dem Ansehen sofort löscht und somit besonders vertrauenswürdig erscheint, scheinen sie sich weniger zu stören. Durch ein Verbot von Drittanbieter-Apps konnte Snapchat im Herbst einige der größten Löcher aber stopfen. Eine Lücke einer Fremd-App hatte im Oktober die Publikation von rund 100.000 „flüchtigen“ Fotos und Videos ermöglicht.

Dass Snapchat sich breiter aufstellen wird, hat es unter anderem durch die Einführung eines simplen Bezahldiensts gezeigt. Der nur innerhalb der USA mögliche Transfer erfolgt in Form einer Nachricht, die aus einem Dollarzeichen gefolgt vom Betrag besteht. Es steht nach einer Übernahme aber angeblich auch vor dem Eintritt in den Markt für Virtual-Reality-Brillen.

[mit Material von News.com]

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