Snappy Ubuntu Core zielt auf Internet der Dinge ab

"Ubuntu Core on Internet Things" liegt als Beta für ARMv7 und x86-64 vor. Zudem wurde ein App Store für Ubuntu-Lösungen zum Internet der Dinge eröffnet. Interessenten können es auf einem alten PC oder Notebook beziehungsweise dem ARM-basierten Beagleboard für 55 Euro testen.

Canonical hat das im Dezember angekündigte Betriebssystem Snappy Ubuntu Core in einem Blogbeitrag als Lösung fürs Internet der Dinge positioniert und einen zugehörigen App Store eröffnet. Der erste Beta-Release von „Ubuntu Core on Internet Things“ unterstützt sowohl die Architektur ARMv7 als auch x86-64.

Logo Snappy Ubuntu Core (Bild: Canonical)

Snappy Ubuntu Core ist eine Minimalversion des Betriebssystems mit Unterstützung für Docker-Container. Sie ist für Cloud-Server konzipiert, aber, wie sich jetzt herausstellt, auch für internetfähige Devices aller Art. Canonical-Gründer Mark Shuttleworth kommentiert: „Von wissenschaftlichen Durchbrüchen selbständiger Forschungsroboter bis zu täglichen Wundern wie Sicherheit im Haus und Ernergieeffizienz: Unsere Welt wird von Maschinen umgestaltet, die in bisher ungekannter Weise sehen, hören, sich bewegen, kommunizieren und fühlen können.“

Vizepräsident Maarten Ectors ergänzt: „Der App Store für Internet Things auf Ubuntu ist eröffnet. Ubuntu macht es leicht, wunderbare Apps für unglaubliche Geräte auf einem Notebook zu schreiben, in der Cloud zu testen und direkt auf dem weltweiten Markt anzubieten.“ Als Beispiel nennt er Ninja Blocks, den Hersteller des offenen Smart-Home-Controllers Ninja Sphere. Aber auch die Open Source Robotics Foundation nimmt Ubuntu Core als Grundlage eines App Stores für Roboter-Programme.

Zu den Vorteilen von Ubuntu Core zählen seine Selbstheilungskräfte. Da auf Betriebssystem und Applikationsdateien nur Lesezugriff besteht, ist es für Malware zudem schwerer, eine Infektion durchzuführen. Unabhängig von der Chip-Architektur stehen die gleichen Programmierschnittstellen (APIs) und Sicherheitsaktualisierungen bereit.

Allen Interessenten legt Canonical nahe, Ubuntu Core einfach einmal auszuprobieren. „Ein Zweit-Notebook oder PC kann als anfängliche Entwicklungsplattform dienen“, erklärt der für Device Engineering zuständige Victor Palau. „Wandeln Sie einen ausgemusterten PC in einen Storage-Server um, erproben Sie Ihre Roboter-App auf einem alten Notebook oder in einer Virtuellen Maschine.“

Wer Ubuntu Core hingegen auf der ARM-Plattform testen will, benötigt mindestens einen 600-MHz-Prozessor und 128 MByte RAM. Um eine Wiederherstellung des Systems durchführen zu können, sind außerdem mindestens 4 GByte Flashspeicher erforderlich. Ubuntu Core selbst nimmt im RAM aber nur 40 MByte ein, der Rest ist für Anwendungen.

Canonical empfiehlt ARM-Entwicklern das BeagleBone Beagleboard Black, das für rund 55 Euro erhältlich ist, und das noch etwas günstigere Odroid-C1. Für die Installation von Ubuntu Core auf dem Beagleboard steht eine ausführliche Anleitung bereit.

Dan Namen Ubuntu Core hatte Canonical übrigens schon 2011 für eine Minimal-Installation mit Kernel, apt-get und Root-Filesystem gebraucht. Sie war damals für diejenigen gedacht, die zielgenau die Pakete bestimmen wollen, die auf einem Rechner installiert werden sollen. So konnten sie die Installation nicht benötigter Software von vornherein vermeiden. Möglicherweise zur Abgrenzung verwendet Canonical jetzt den Zusatz „Snappy“, der auf Deutsch „zackig“ oder „schnittig“ bedeutet.

[mit Material von Steven J. Vaughan-Nichols, ZDNet.com]

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