Microsoft findet kein Passwortleck bei Minecraft

Eine kursierende Liste von gut 1800 Anwenderpasswörtern muss durch Phishing oder Malware zusammengestellt worden sein. Microsoft hat die betroffenen Konten zurückgesetzt. Über 100 Millionen Menschen spielen Minecraft.

Microsoft hat einen Vorfall untersucht, bei dem über 1800 E-Mail-Adressen und Passwörter von Minecraft-Nutzern gestohlen wurden. Es gebe aber keine Hinweise auf ein Passwortleck, teilt Microsoft mit, das Minecraft-Entwickler Mojang im November 2014 gekauft hatte. Die betroffenen Konten seien zurückgesetzt worden.

Minecraft (Bild: Mojang/Microsoft)

Über einen möglichen Sicherheitsvorfall bei Minecraft hatte diese Woche Heise berichtet. Die von ihm entdeckten Zugangsdaten stammten alle aus Minecraft, was einen Diebstahl dort nahezulegen schien. Microsoft vermutet hingegen, dass die Daten per Phishing oder durch Malware gesammelt wurden.

Angesichts einer dreistelligen Millionenzahl an Minecraft-Nutzern ist diese Theorie durchaus tragfähig. Umgekehrt hätten Angreifer wahrscheinlich noch weit mehr Zugangsdaten abgreifen können, wenn sie tatsächlich einen Microsoft-Server kompromittiert hätten.

Microsoft hat letztes Jahr 2,5 Milliarden Dollar für das Entwicklungsstudio Mojang aus Schweden gezahlt. Die Gründer Notch und Jakob Porsér sowie CEO Carl Manneh haben Mojang verlassen, um sich neuen Projekten zu widmen. Das restliche Team wurde in die Microsoft Studios eingegliedert.

Minecraft existiert seit 2009. Es erzählt keine abgeschlossene Geschichte und gibt auch kein Ziel vor. Vielmehr können Spieler aus Bauklötzchen virtuelle Welten errichten und die anderer Mitspieler besuchen. Microsofts Chefstratege Jeff Teper kommentierte: „Minecraft ist ein Entwicklungswerkzeug. Die Menschen bauen Welten damit. Wenn wir achtjährige Mädchen und Jungen dazu bringen können, Welten zu bauen und mit Vergnügen digitale Inhalte zu entwickeln, werden sie auch mit PowerPoint oder Visual Studio Inhalte schaffen wollen, wenn sie erwachsen sind. Und nicht nur, dass es als eines von wenigen Spiele-Angeboten kein kostenloses Basisprodukt anbieten muss – Minecraft kann tatsächlich Gebühren verlangen. Es erweist sich als großartiges Produkt mit vielen Stärken.“

Diesen Monat hat Mojang schon eine Verkaufszahl von 30 Millionen Stück für die Mobilversion „Minecraft: Pocket Edition“ gemeldet. Auf PCs spielen es mehr als 100 Millionen, auf Konsolen mehrere 10 Millionen Menschen.

Spiele-Dienste stehen immer öfter im Fokus von Hackern. Am 24. Dezember 2014 hatte beispielsweise LizardSquad Angriffe auf Xbox Live und Sonys Playstation Network gestartet. Das PSN war auch eines der Hauptziele der Gruppe LulzSec im Jahr 2011 gewesen. Unter anderem argumentierten beide Gruppen, sie hätten Nutzer dieser Dienste vor allzu großem Vertrauen zu den Betreibern warnen wollen

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

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Themenseiten: E-Mail, Hacker, Microsoft, Secure-IT

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