LG will 2016 schon 1,5 Millionen OLED-Displays verkaufen

Gemessen an der Zielgruppe der oberen 2 Prozent mit rund 4 Millionen Fernsehern wäre dies ein signifikanter Anteil. Angeblich investieren auch japanische und chinesische Displayhersteller in die OLED-Technik. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis OLED mehr Verbreitung findet."

LG Display hat auf einer CES-Pressekonferenz in Las Vegas die Erwartung geäußert, im Jahr 2015 600.000 OLED-Panels und im Folgejahr dann schon 1,5 Millionen Stück zu fertigen. „Nachdem wir 2014 schon die Grundlagen legen konnten, was Prozesse, Technik, Produktion und Produktreihen angeht, wird unser wichtigstes Ziel 2015 die Popularisierung dieser Technik sein“, sagte CEO Han Sang-beom. „Darum haben wir eine neue OLED-Division geschaffen, die sich ausschließlich auf Entwicklung, Bewerbung und Verkauf dieser Technologie konzentriert.“

OLED-Fernseher von LG Display (Bild: News.com)

„1,5 Millionen Panele scheinen vielleicht nicht viel. Aber wir zielen auf die High-End-Verbraucher ab, die zwei Prozent mit ihren 4 Millionen Fernsehern. Wenn es also nach Anteilen geht, werden 1,5 Millionen OLED-TVs dieser Technik beträchtliche Aufmerksamkeit bringen“, sagte Han.

Der Manager widersprach auch dem Eindruck mancher Beobachter, LG Display sei der einzige verbliebene Bildschirmhersteller im OLED-Segment. Die japanische Display-Allianz JOLED und chinesische Marktteilnehmer stünden offenbar vor großen Investitionen. LG konzentriere sich darauf, seinen technischen Vorsprung zu halten. Han: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis OLED mehr Verbreitung und Gefolgschaft findet. Bei LCDs folgten die inzwischen marktführenden südkoreanischen Hersteller den japanischen. Im OLED-Bereich übernehmen wir die Führung von Anfang an.“

LG Display zeigt auf der CES 2015 auch ein 98-Zoll-Display mit 8K-Auflösung (7680 mal 4320 Pixel). Es steht nach eigenen Angaben kurz davor, solche Bildschirme serienmäßig an Fernseherhersteller zu liefern. Ein eigenes Modell soll noch in der ersten Jahreshälfte kommen, solche von Displaykunden dann in der zweiten. ZDNet Korea hat von Quellen zusätzlich erfahren, dass LG hinter den Kulissen auch schon einen 55-Zoll-Bildschirm mit 8K-Auflösung zeigte.

Dass das Schwesterunternehmen LG Electronics sowohl auf OLEDs wie auch auf LCDs setzt, sieht Han nicht als Behinderung der Entwicklung. Vielmehr stehe man in „freundlichem Wettbewerb“, was zu mehr Innovation führe. Über Samsung, das in Las Vegas eine neue Premium-TV-Reihe namens SUHD mit Quantenpunkt-LCD-Technik (QD) vorstellte, sagte er: „QD ist nur einer von vielen Wegen, etwa Farbfilter und LED-Packaging, um die Farbenbandbreite zu erhöhen.“ OLED werde in diesem Punkt bald aufholen.

Biegsame Displays können bei LG in die Serienproduktion starten, sobald sie von Kunden bestellt werden, hieß es auf der Pressekonferenz außerdem. Für Plastik-OLEDs, wie sie in Wearables zum Einsatz kommen, hat LG schon in den USA und auch in Südkorea je einen großen Kunden gewonnen. Die Namen wollte Han nicht nennen.

LG unterhält zudem eine enge Beziehung zum chinesischen Start-up Xiaomi, dem es bisher 5 Millionen Displays geliefert hat. Wenn Xiaomi nun in die Bereich Fernsehen und Heimelektronik vorstößt, verspricht LG sich Folgeaufträge.

Schließlich zeigt LG Display auf der CES noch gekrümmte OLED-Bildschirme für Autoelektronik in einem abgesonderten Bereich. Sie zeigt es nach eigenen Angaben „großen Marktteilnehmern“: „Die meisten unserer Kunden planen für 2020 einen Marktstart, was innovative Autoelektronik angeht. 80 Prozent der potenziellen Klienten haben bereits Bestellungen abgegeben.“

[mit Material von Cho Mu-hyun, News.com]

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