GlobalFoundries drängt auf chinesischen Chipmarkt

Die Übernahme von IBM Microelectronics soll den Weg ebnen. Mit ihr erhält GlobalFoundries nach eigenen Angaben nicht nur Marktpräsenz, sondern auch 100 Techniker in China. Es verhandelt dort mit Chipdesignern ohne eigene Fab - sowohl für Mainstream- als auch für ungewöhnliche Plattformen.

GlobalFoundries hofft, sich nach der im Oktober angekündigten Übernahme von IBMs Halbleiterherstellung einen größeren Anteil am chinesischen Markt zu sichern und auf diese Weise zu wachsen. Das berichtet die South China Morning Post, die sich auf GlobalFoundries‘ Senior Vice President für den weltweiten Vertrieb Chuck Fox bezieht. Ihm zufolge laufen Gespräche mit mehreren chinesischen Halbleiterfirmen.

Logo (Bild: GlobalFoundries)

„Unser Fokus wird es sein, chinesischen Firmen ohne eigene Herstellung Innovationen sowohl im Mainstream als auch mit ausgefallenen Plattform-Designs zu ermöglichen“, sagte Fox. „Derzeit sind wir bei chinesischen Prozessordesign-Firmen minimal vertreten, aber wir erwarten, IBMs große Präsenz in China für den Bau neuer IP-Designs nutzen zu können.“ IP steht dabei für Intellectual Property oder Geistiges Eigentum, also im Zusammenhang Eigenentwicklungen.

Die Übernahme von IBM Microelectronics schien im Juli 2014 gescheitert. Statt nur einer Fabrik kaufte GlobalFoundries die Verluste schreibende IBM-Sparte im Oktober dann doch komplett für 1,5 Milliarden Dollar. Die politisch heikle Transaktion soll bis Mitte 2015 abgeschlossen sein. GlobalFoundries erhält alle Fertigungsanlagen, Vertrieb und Entwicklung ebenso wie die Patentsammlung, die laut IBM zu den größten weltweit gehört.

Zu den „aktiven Diskussionen“ wollte Fox keine Details nennen. „Die Herausforderung ist in unserer Branche das Design, weshalb wir stärker in IP investieren.“ Mit der IBM-Übernahme habe GlobalFoundries etwa 100 technische Mitarbeiter in Peking, Schanghai und Shenzhen hinzubekommen, die sich überwiegend mit Produkten und Techniken für Smartphone- und Tablet-Antennen befassten.

Die chinesische Zeitung verweist auf eine Statistik von PwC, das das Design integrierter Schaltkreise zum wachstumsstärksten Bereich im chinesischen Halbleitersegment zählt. Es wuchs im Jahr 2013 um 33 Prozent, auf nun mehr als 13 Milliarden Dollar Volumen. Das China Centre for Information Industry Development sagt zudem ein Volumen des chinesischen Chipdesign-Markts von 23,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 voraus.

Dieses Wachstum lockt freilich auch andere Prozessorhersteller an, insbesondere Intel, das im September 2014 1,5 Milliarden Dollar in die Tingshua Unigroup investierte. Es hofft auf verstärkten Einsatz seiner Halbleiter in chinesischen Produkten. Außerdem hatte Samsung Electronics im Mai eine riesige Fabrik in Xi’an eröffnet, deren Bau 7 Milliarden Dollar verschlang. Sie stellt 10-Nanometer-NAND-Flash her und soll etwa 60 Milliarden Yuan (fast 10 Milliarden Dollar oder 8 Milliarden Euro) jährlich umsetzen, wenn sie volle Auslastung erreicht.

[mit Material von Eileen Yu, ZDNet.com]

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