Gartner: Tablets wachsen weiter nur verhalten

Das Segment der "Ultramobile Premium"-Notebooks hingegen wird sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppeln. Dazu zählt Gartner das Macbook Air ebenso wie Ultrabooks und Microsofts Surface Pro. Windows wächst in Summe schneller als die Apple-Betriebssysteme.

Gartner zufolge wird 2015 ein gutes Jahr für leichte Notebooks wie Apples Macbook Air und Ultrabooks, aber für Tablets weniger spektakulär. Es sagt für die letztgenannte Kategorie nur 8 Prozent Wachstum von 216 auf 233 Millionen Stück voraus.

Gartner (Bild: Gartner)

Im Gefolge von Apples erstem iPad 2010 hatte sich die Tablet-Branche in den letzten Jahren an zweistellige Zuwächse gewöhnt. 2014 kam der Einbruch, und auch 2015 wird das Wachstum längst nicht die Höhen der ersten vier Jahre erreichen. Der Grund: Die entwickelten Märkte sind gesättigt; im Vergleich zu Smartphones werden die größeren Touch-Geräte nicht so häufig ausgetauscht, was auch an kaum hinzukommenden neuen Funktionen liegt.

Ranjit Atwal von Gartner spricht sogar von einem „Kollaps“ des Tablet-Markts. „Die Lebensdauer von Tablets verlängert sich – sie werden von mehreren Familienmitgliedern gemeinsam genutzt, und Software-Aktualisierungen halten sie, besonders iOS-Geräte, auf dem neusten Stand. Ein weiterer Faktor ist ein Mangel an Hardware-Innovationen.“

Während Tablets sich auf einstelliges Wachstum beschränken, sagt Gartner ein starkes Plus bei Rechnersystemen einer Klasse voraus, die es als „Ultramobile Premium“ beschreibt – leichte, leistungsstarke und also auch teure Notebooks. Dieser Bereich wird sich nach seiner Ansicht in den nächsten zwei Jahren mehr als verdoppeln, von 39 Millionen 2014 auf 62 Millionen 2015 und 85 Millionen 2016.

Neben Apples Macbook Air gelten Lenovos Yoga-Reihe und Microsofts Surface Pro als wichtige Produkte in diesem Segment. Gartner sieht es als Motor für den PC-Markt, während Desktops von 279 Millionen 2014 auf 248 Millionen 2016 zurückgehen. In der Summe veranschlagt es einen leichten Anstieg von 318 Millionen verkauften PCs 2014 auf 321 Millionen im Jahr darauf.

Dominieren werden aber weiter Smartphones, mit einem Zuwachs von 1,83 Milliarden Stück 2014 auf 1,9 Milliarden 2015. Von 2,47 Milliarden verkauften Endgeräten 2015 werden somit 77 Prozent Smartphones sein. 2016 könnten sie an der 2-Milliarden-Marke kratzen.

Im Smartphone-Markt registriert Gartner eine „Polarisierung“ zwischen dem von Apple beherrschten High-End und dem von Android geprägten Low-End. Die Marktforscher wiederholten ihre Prognose, dass Geräte bis 100 Dollar schon bald dem Markt ihren Stempel aufdrücken werden.

„Einerseits gibt es das Premium-Smartphone mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 447 Dollar, dessen Wachstum im Jahr 2014 Apple beherrschte. Am anderen Ende des Spektrums sind Android und andere offene Betriebssysteme, und das durchschnittliche Gerät kostet 100 Dollar. Die Marktchancen von Mittelklasse-Geräten sind zunehmend beschränkt“, sagt Annette Zimmermann, Forschungsdirektor bei Gartner.

Nach Betriebssystemen sagen die Marktforscher Android ein Wachstum um 26 Prozent nach verkauften Stückzahlen voraus, auf 1,45 Milliarden verkaufte Geräte 2015 (2014: 1,15 Milliarden). MacOS und iOS zusammen kommen hingegen im gleichen Zeitraum nur auf 6 Prozent Plus. Für Windows-Betriebssysteme erwarten sie eine Zunahme um 15 Prozent: von 333 Millionen 2014 auf 355 Millionen 2015.

Verkaufte Endgeräte nach Gartner (je 1000 Stück)

Betriebssystem 2014 2015 2016
Android 1.156.111 1.454.760 1.619.030
iOS/Mac OS 262.615 279.415 298.896
Windows 333.017 355.035 393.256
Sonstige 626.358 380.545 261.155
Gesamt 2.378.101 2.469.755 2.572.338

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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Themenseiten: Apple, Gartner, Google, Marktforschung, Microsoft, Notebook, Smartphone, Tablet, Ultrabook

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