IS-Terror: Indien blockiert zahlreiche Webseiten

Websites wie Vimeo, Dailymotion und Github transportierten angeblich dschihadistische Propaganda. Der Zugang zu vier Sites wurde inzwischen wieder freigegeben, aber 28 bleiben blockiert. Auf rätselhafte Weise kam auch die Software-Projektseite eines Leipziger Studenten auf die indische Zensurliste.

Die indische Regierung hat die Sperrung von 32 Websites verfügt, weil sie angeblich dschihadistische Propaganda verbreiten. Vier von ihnen wurden nach öffentlicher Kritik wieder von der Sperrliste genommen, aber noch immer blockiert ist der Zugang zu Pastebin, Internet Archive und anderen Sites.

(Bild: Vimeo)

Auch Indern wieder zugänglich werden sollen demnach Vimeo, Github, Weebly und Dailymotion, wie aus einer Verlautbarung des Ministeriums für Kommunikation und Informationstechnologie hervorgeht. „Wir sind dankbar für diese Entscheidung und freuen uns darauf, dass der Zugang zu Vimeo schon bald wieder möglich ist“, erklärte Vimeo gegenüber ZDNet.com. Weiterhin gesperrt bleiben jedoch 28 weitere Websites.

Die Sperrverfügung wurde bereits am 17. Dezember bekannt. Umgesetzt wurde die Blockade aber offenbar zeitlich versetzt von verschiedenen Internet Service Providern, darunter Vodafone Indien, nach Airtel dem zweitgrößten Mobilfunkanbieter des Landes. Das Ministerium gab an, die betreffenden Websites erlaubten die Verbreitung von beliebigen Inhalten ohne jede Authentifizierung. Sie würden daher oft benutzt, um dschihadistische Propaganda zu verbreiten.

Eine breitere Öffentlichkeit erfuhr von der Zensur, als Pranesh Prakash vom indischen Centre for Internet and Society über Twitter eine Kopie der Sperrverfügung veröffentlichte. Darauf reagierte der Politiker Arvind Gupta von der regierenden Bharatiya-Janata-Partei (BJP) und rechtfertigte die Zensur auf Twitter damit, sie sei von der Anti-Terror-Einheit angeraten worden. Die blockierten Inhalte übermittelten angeblich „anti-indische Inhalte von ISIS“. Sollten die Sites aber beanstandete Inhalte entfernen beziehungsweise die laufenden Ermittlungen unterstützen, könnten sie wieder entsperrt werden.

Auf rätselhafte Weise kam mit www.sourceforge.net/projects/phorkie/ auch eine Sourceforge-Projektseite von Christian Weiske auf die Zensurliste, eines Studenten der Universität Leipzig. Wie er in einem Blogeintrag darlegt, ist auf dieser Seite jedoch nur Software veröffentlicht – ohne die Möglichkeit für Nutzer, dort eigene Inhalte einzufügen. Sarkastisch ruft er die „liebe indische Regierung“ dazu auf, doch bitte auch alle Straßen dicht zu machen, weil sie von Terroristen und Räubern benutzt werden können.

[mit Material von Violet Blue, ZDNet.com]

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